Debatte über Fahrradroute statt Bahnstrecke
Radeln auf der WLE-Trasse?

Münster -

In Münster ist eine Verkehrsdebatte entbrannt. Wir haben die Vor- und Nachteile einer Fahrradschnellstrecke und der Reaktivierung der alten WLE-Trasse zusammengestellt. Voten Sie mit! Bahn oder Fahrradstrecke? Wir sammeln Stimmen.

Mittwoch, 07.09.2016, 05:09 Uhr

 
  Foto: Stepmap / Stetzkamp

Zwei grundlegende Fragen prägen aktuell die Verkehrsdebatte in Münster . 1. Soll der Personennahverkehr auf der alten WLE-Trasse reaktiviert werden, um im Südosten der Stadt und weiter bis Albersloh und Sendenhorst ein zugkräftiges ÖPNV-Angebot zu bekommen? 2. Soll Münster ein leistungsfähiges Netz an Fahrradschnellstrecken bekommen, um den Stadtrand mit der City zu verbinden?

Vor diesem Hintergrund möchte unsere Zeitung mal eine Frage aufgreifen, die beide Themen verbindet: Soll die WLE-Trasse – alternativ zum Zugbetrieb – als eine Radler-Autobahn genutzt werden, die diesen Namen dann auch verdient?

Um eine öffentliche Debatte über dieses Thema in der Stadt zu ermöglichen, hier eine Auflistung der Vor- und Nachteile beider Optionen:

► Für den Zug spricht, dass er deutlich mehr Menschen befördern könnte. Experten sprechen von bis zu 6300 Fahrgästen am Tag zwischen Münster und Sendenhorst. So viel Radler sind nicht zu erwarten, besonders nicht im Herbst und Winter.

► Für die Radler-Autobahn spricht, dass seit über 20 Jahren über eine WLE-Reaktivierung gesprochen wird, ohne dass sich was getan hat. Die Kosten und erst recht die Folgekosten sind sehr hoch.

► Für den Zug spricht, dass sich bei einem Abbau der Gleise das Thema Zug praktisch für immer erledigt hat.

► Für die Radler-Autobahn spricht, dass sich die Anwohner-Proteste entlang der Trasse ausschließlich auf den Zugverkehr konzentrieren, gegen eine Radler-Autobahn gibt es (bislang) keine Vorbehalte.

► Für den Zug spricht, dass bei einer Reaktivierung des ÖPNV auf der Trasse Münster – Sendenhorst auch die Möglichkeit erhalten bleibt, die Streckenführung perspektivisch bis Neubeckum auszudehnen.

► Für eine Radler-Autobahn spricht, dass sich in diesem Fall keine Konkurrenzsituation zu den Busangeboten ergibt.

► Für den Zug spricht, dass von diesem zusätzlichen Verkehrsangebot auch Menschen profitieren, die aus gesundheitlichen oder aus Altersgründen als Fahrradfahrer nicht in Betracht kommen.

► Für die Radler-Autobahn spricht, dass sie wegen ihrer komplett eingeständigen Trassenführung auch für Freizeitfahrten der Münsteraner sehr attraktiv sein dürfe.

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