Bilanz zum "Masterplan Aasee"
Anlieger lassen Dampf ab

Münster -

Zu einer aktuellen Bestandsaufnahme nach fünf Jahren „Masterplan Aasee“ hatte die Stadt am Freitagnachmittag eingeladen. An heißen Tagen ist der Lärm bis weit nach Mitternacht für Anlieger belastend.

Freitag, 16.09.2016, 21:09 Uhr

Beim Rundgang zum „Masterplan Aasee“ berichteten Anlieger von ihren Problemen und lobten die AWM.
Die diesjährigen Müllspuren von der Feierei zum 1. Mai 2016 am Aasee. Beim Rundgang zum „Masterplan Aasee“ am Freitag (16.9.2016) lobten Anlieger die Arbeit der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster. Foto: Jan Hullmann

Ein Brautpaar stellt sich an den Aaseetreppen für den Fotografen in Pose. Auf der Wiese an den Kugeln haben sich junge Leute ausgebreitet. Sie lachen, sie singen und genießen die pure Lust am Leben. Jogger sausen vorbei, ein Dackel tippelt angeleint mit Frauchen, Radfahrer treten im Schritttempo in die Pedale; und eine Familie mit fünf Kindern gönnt sich auf der grünen Wiese einen Döner. Eine schöne Idylle, die jedoch trügerisch ist.

Denn es wohnen Menschen an der Bismarckallee und an der Annette-Allee – und die Anlieger sind an lauen Sommerabenden nicht auf der Wiese anzutreffen. Sie müssen am nächsten Tag arbeiten, können ihre Fenster nicht geöffnet halten oder wollen im Seniorenalter einfach ihre Ruhe zu gegebener Zeit haben.

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Beim Rundgang zum „Masterplan Aasee“ berichteten Anlieger von ihren Problemen und lobten die AWM. Foto: Maria Meik

Lärm, laute Musik, Betrunkene, Müll, Gegröle, Grillgeruch, Wildpinkler oder Busse, die zum Jugendgästehaus an der reich beschilderten Bismarckallee anrollen – das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit rief die Bürger auf den Plan. Ging es doch um den „ Masterplan Aasee “, den Oberbürgermeister Markus Lewe vor fünf Jahren aufgriff, nachdem es Beschwerden hagelte.

„Die Leute an der Bismarckallee zahlen hohe Mieten und können im Sommer abends nicht mal ihre Fenster öffnen“, sagte Bürgermeisterin Karin Reismann. „Es wird privat geklingelt“, berichtete eine Frau von wildfremden Menschen, die aufs WC möchten. Mehr Knöllchen und mehr Präsenz von Polizei und Ordnungsamt wurde von Anlieger der Annette-Allee gewünscht.

Und Dezernent Matthias Peck , der in dieser Stadt für Nachhaltigkeit sorgt und sich die Sorgen der Anlieger anhörte. Für Peck ist der Aasee ein besonders „schöner Fleck“. Ihm ist es wichtig, die vielen Nutzungsinteressen zusammenzubringen.

In den fünf Jahren hat sich einiges am Aasee getan – eine Radwegeführung, ein Behältnis für Grillasche und drei Mülleimer, die besser ausgeschildert werden müssten. „Sie werden nicht gesehen“, meinte ein Student. Und dabei fassen die schlanken Röhrenbehälter jeweils zehn Kubikmeter Müll, die in die Tiefe gehen.

Grillasche
Foto: Maria Meik

Die Sorgen und Anregungen der Bürger wurden fleißig notiert. Sie sollen am 11. November um 16 Uhr im Mühlenhof in eine Podiumsdiskussion einfließen.

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