Sorgen im Piepmeyer-Haus
Campus rückt ganz nah an die Kita

Münster -

In dem Quartier zwischen Hüfferstraße und Robert-Koch-Straße kündigen sich gewaltige Veränderungen an. Die Fachhochschule plant den Bau des neuen Hüffer-Campus . Die Universität will direkt daneben den Campus der Religionen errichten. Zwischen diesen Neubauten, die in den vergangenen Wochen wiederholt als „Leuchttürme der Bildung“ tituliert wurden, befindet sich eine Einrichtung, die ebenfalls für sich in Anspruch nimmt, ein Leuchtturm der Bildungsstadt Münster sein: Die Rede ist vom Heinrich-Piepmeyer-Haus. 

Samstag, 17.09.2016, 08:00 Uhr
Mit Lego haben die Kinder des Heinrich-Piepmeyer-Hauses nachgebaut, wie es demnächst in ihrer Umgehung aussieht: Ihre Kita ist blau, die benachbarten Hochschulgebäude sind rot.
Mit Lego haben die Kinder des Heinrich-Piepmeyer-Hauses nachgebaut, wie es demnächst in ihrer Umgehung aussieht: Ihre Kita ist blau, die benachbarten Hochschulgebäude sind rot. Foto: Matthias Ahlke

Diese in der Stadt weithin bekannte integrative Kita betreut 73 Kinder, darunter 21 teilweise mehrfach behinderte Kinder. 

Bei einem Pressegespräch am Freitag erläutern der Kita-Leiter Ulrich Braun sowie Ulrich Grein-Kuczewski, Vorsitzender des gemeinnützigen Trägervereines, was die Campus-Pläne für das Heinrich-Piepmeyer-Haus bedeuten: Gleich an zwei Seiten würden fünfgeschossige Gebäude direkt an das Kita-Gelände heranreichen. Darüber hinaus würde die Einrichtung „einen Teil der Außenfläche verlieren, weil diese eigentlich der FH zugeordnet ist“, so Braun.

Trägerverein und Mitarbeiterschaft legen Wert auf die Feststellung, „dass wir die Entwicklung von FH und Uni nicht behindern wollen“, so Grein-Kuczewki. Zugleich mache sich aber Unbehagen breit: „Wir fühlen uns zwischen allen Stühlen.“ Angesichts des Wachstum in der Nachbarschaft stelle sich die Frage, welche Perspektive die Kita habe.

Arbeit des Heinrich-Piepmeyer-Hauses

Die integrative Arbeit im Heinrich-Piepmeyer-Haus blickt auf eine lange Tradition zurück, die ihre Wurzeln in einer in den 1950er Jahren entstandenen Elternvereinigung hat. In dem Gebäude an der Hüfferstraße öffnete 1967 eine Kindertagesstätte für behinderte Kinder, die seit 1991 die Tore auch für Nicht-Behinderte öffnet. Nach Auskunft von Eva Jazdzejeweski und Verena Mehring, deren Kinder das Heinrich-Piepmeyer-Haus besuchen, verfügt die Einrichtung über ganz besondere Kompetenzen bei der Frühförderung von Kindern. Der hohe (Personal-)Aufwand ist nur zu leisten, weil mit Hilfe von Spenden die Budgetlücken geschlossen werden. Der Kita angeschlossen sind Praxen für Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie.

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Eigentümer des Grundstücks ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes NRW , der auch für die Bauaktivitäten von FH und Uni zuständig ist. Der Kita-Trägerverein hat die Fläche gepachtet, kann sich laut Grein-Kuczewski aber auch einen Umzug in einen Neubau an anderer Stelle vorstellen. Wichtig sei vor allem: „Wir möchten, dass wir in die Planungen des BLB mit eingezogen werden“, so der Leiter Ulrich Braun.

Die Frage, ob das Heinrich-Piepmeyer-Haus an der Hüfferstraße bleibt oder umzieht, ist nach Auskunft des BLB-Chefs Markus Vieth noch völlig offen. Bei der Benennung ihres Platzbedarfs seien Uni und FH, noch in der „Findungsphase“, bei einem Umzug müsse man die Frage der Finanzierung bedenken. Bei den Bauarbeiten am Hüffer-Campus und am Campus der Religionen werde man selbstverständlich Rücksicht auf die Belange der Kita nehmen.

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