Bürgerbrunch vor dem Schloss
Bitte zugreifen

Münster -

An 160 Tischen wurde getafelt: Auch beim neunten Bürgerbruch vor Münsters Schloss waren die Tische stilvoll gedeckt. Und die Besucher genossen ihre leckeren Häppchen.

Sonntag, 18.09.2016, 19:09 Uhr

Stoßen beim Bürgerbrunch vor dem Schloss schon mal mit Saft und Sekt an, während Kollege „Soko“ noch mal nach Hause radeln musste, um den vergessenen Gaskocher zu holen. Er hatte den Kollegen nämlich feines Omelett versprochen.
Stoßen beim Bürgerbrunch vor dem Schloss schon mal mit Saft und Sekt an, während Kollege „Soko“ noch mal nach Hause radeln musste, um den vergessenen Gaskocher zu holen. Er hatte den Kollegen nämlich feines Omelett versprochen. Foto: Oliver Werner

Der Kollege hat den Gaskocher vergessen. Was für eine Pleite . . . Zumindest für ihn. Er schwingt sich noch mal aufs Rad und strampelt nach Hause. „Ach, ein bisschen Bewegung schadet dem Soko nicht“, frotzelt einer. Und greift schon mal beherzt zu. Denn der Tisch ist auch ohne das versprochene Omelett reich gedeckt. Und stilvoll dazu. Silberne Kerzenleuchter prangen in der Mitte, zum Auftakt perlt der Sekt – und nun bitte zugreifen. Das ist das Motto an wohl allen 160 Tischen auf der Promenade. Bürgerbrunch vor Münsters Schloss: Da wird am Sonntag getafelt, getrunken und geschlemmt. Die Auswahl der Leckerbissen kann sich sehen lassen – und nimmt es locker mit einem fünf-Sterne-Frühstück auf.

Lachs und Forelle gibt’s bei Heiner und Vera, Moni hat Weintrauben-Käse-Spießchen produziert und Hannelore packt eine Schokotarte aus, die zum krönenden Abschluss die Naschkatzen verwöhnen soll. Bis dahin bleibt aber noch viel Zeit für Brötchen, Häppchen , Käseplatte und Obstsalat .

Wer hätte das am frühen Sonntagmorgen gedacht? Wohl niemand. Um 11 Uhr pünktlich zum Auftakt lässt sich glatt die Sonne blicken und bleibt dem Bürgerbrunch noch in den nächsten Stunden treu. Grund zum Strahlen für Hans-Peter Kosmider, Marc Würfel-Elberg und Wolfram Goldbeck : Die Vertreter von Bürgerstiftung und Grünflächenamt sind begeistert, dass das Wetter mitspielt: „So ist es perfekt, nicht zu heiß, nicht zu kalt, kein Regen.“

Die Veranstalter sind längst Profis: Es ist mittlerweile der neunte Bürgerbrunch in Münster – und viele Gäste an den Tischen auf der Promenade sind von Anfang an dabei. Und kommen jedes Jahr gern wieder. Einer ist tatsächlich auch felsenfest überzeugt, er komme schon seit mehr als zehn Jahren. Als seine „Mitesser“ ihn korrigieren, stört ihn das auch nicht. „Es war jedenfalls immer schön.“

Und so soll es auch bleiben: Bürgerstiftung und Stadt wollen an dem Konzept festhalten. Warum auch nicht: „Das ist einfach ein Selbstläufer“, geben sich alle Beteiligten rundum zufrieden. Sie sorgen dafür, dass Tische und Bänke aufgebaut sind, wenn die Brunch-Besucher anrücken. Die Brötchentüten sind gefüllt, auf jedem Tisch liegt als Morgenlektüre auch noch die Wochenendzeitung der Westfälischen Nachrichten.

Und für Tafelmusik ist auch gesorgt: Das „Duo flexibile“ heißt nicht nur so, sondern ist auch so: Martin Gehrmann und Matthias Fleige wandeln mit Posaune und Akkordeon zwischen allen Tischen und spielen auf Zuruf, was die Bruncher hören möchten: Ob „Wochenend und Sonnenschein“ oder „Rote Lippen soll man küssen“ – alles ist möglich. Den Besuchern gefällt’s super – sie geizen nicht mit Beifall.

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