WLE-Trasse
IHK plädiert für Reaktivierung

Münster -

Die Reaktivierung des Personennahverkehrs auf der WLE-Trasse zwischen Münster und Sendenhorst ist umstritten. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord-Westfalen plädiert dafür.

Mittwoch, 28.09.2016, 11:09 Uhr

Die Gleise der WLE-Trasse erschließen nicht nur Wolbeck und Gremmendorf, sondern führen direkt auch an der Halle Münsterland vorbei.
Die Gleise der WLE-Trasse erschließen nicht nur Wolbeck und Gremmendorf, sondern führen direkt auch an der Halle Münsterland vorbei. Foto: Günter Benning

„Wenn das Projekt unter finanziell akzeptablen Bedingungen realisierbar ist, dann sollte sich Münster diese Chance nicht entgehen lassen.“

Joachim Brendel , Verkehrsexperte bei der Industrie- und Handelskammer ( IHK ) Nord-Westfalen, plädiert für eine Reaktivierung des Personennahverkehrs auf der WLE-Trasse zwischen Münster und Sendenhorst. Die neue Zugverbindung könne helfen, die Erreichbarkeit Münsters insbesondere für Berufs- und Ausbildungspendler zu sichern.

Brendel begründet das „Ja“ der IHK damit, dass im Südosten Münsters und in den angrenzenden Umlandgemeinden keine Zugverbindung existiere. Wegen der steigenden Bevölkerungszahl und dem steigenden Arbeitsplatzangebot in Münster sei aber auch mit steigenden Pendlerzahlen zu rechnen, „die wir allein über die bestehenden Straßenverbindungen nicht abwickeln können“. Brendel spielt dabei auf den bereits jetzt überlasteten Albersloher Weg an. Perspektivisch, so der IHK-Verkehrsexperte, müsse das Ziel sein, eine Zugverbindung bis Neubeckum zu schaffen. Der verkehrliche Wert der vorhandenen, aber derzeit für den Personennahverkehr nicht genutzten Trasse, sei für die Wirtschaft „unbestritten“.

Nach Auskunft von Georg Hundt , Betreiber der Radstation und Mitglied im IHK-Verkehrsausschuss, hat sich das Fahrgastaufkommen auf der Nachverkehrsstrecke Münster-Enschede innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Eine solche Entwicklung seit auch für die WLE-Trasse nicht ausgeschlossen. Bereits heute sei für viele Menschen, die im Speckgürtel von Münster ansässig werden möchten, die Verfügbarkeit einer Bahnverbindung nach Münster „ein zentrales Kriterium bei der Standortwahl“. In München, so Hundt weiter, seien Immobilien in der Nähe einer S-Bahn-Station „besonders wertvoll“.

Brendel und Hundt zeigte zwar Verständnis für den Widerspruch von Anwohnern aus Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck, „deren Gärten an die Bahntrasse stoßen“.

In der Abwägung stehe das Allgemeinwohl aber über den individuellen Befindlichkeiten. Ein Verzicht auf den neu geplanten Zugverkehr sei um den Preis eines noch weiter wachsenden Verkehrs auf dem Albersloher Weg und der Wolbecker Straße zu erzielen. Auch die Bedürfnisse der dortigen Anwohner müssten in die Abwägung mit einfließen.

Hundt und Brendel hoffen, dass sich die Ratsparteien jetzt klar pro WLE-Trasse positionieren.

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