Erstis
5.400 Erstsemester erkunden die Uni und Münster

Münster -

Universität und Stadt sind in diesen Tagen wieder ein Feld für Expedition. Die Erstsemester erkunden ihre neue Umgebung. An die Arbeit geht es erst in der kommenden Woche.

Dienstag, 11.10.2016, 19:10 Uhr

„Erstis“ im Nieselregen:  Das düstere Wetter trübte am Dienstag die Laune der Studienanfänger nicht, die im Schloss vom Rektorat begrüßt wurden.
„Erstis“ im Nieselregen:  Das düstere Wetter trübte am Dienstag die Laune der Studienanfänger nicht, die im Schloss vom Rektorat begrüßt wurden. Foto: Oliver Werner

Ernst wird es ab der nächsten Woche. Dann fangen die Lehrveranstaltungen im Wintersemester an der Universität an. Vorerst steht bei den Studienanfängern des Jahrgangs 2016/17 unterhaltsame Orientierung auf dem Stundenplan. Bibliotheksrundgang, Stadtrallye, Kneipenbummel und Kennenlernspiele, organisiert von den Fachschaften.

Vorläufiges Fazit von Sebastian Kiefl , frisch gebackener Student der Musikwissenschaften: „Echt schön hier in Münster .“ Sebastian Kiefl kommt aus Karlsruhe , seine Freundin aus Bremen hat er bei einem Auslandsaufenthalt in London kennengelernt. Und jetzt studieren beide in Münster. „Hier wollten wir beide hin“, erzählt Sebastian.

Dienstagvormittag im Foyer des Schlosses, draußen nieselt es – Münster macht dem schlechten Ruf seines Wetters alle Ehre. Die Erstsemester drinnen stört es nicht, die Studienanfänger werden mit ihren Fachschaften im Stundentakt von Mitgliedern des Rektorats begrüßt.

Gerade hat Prof. Michael Quante, Prorektor für Internationales, die neuen Musikwissenschaftler begrüßt, gleich geht es weiter mit den Leuten von der Fachschaft. „Genießen Sie jeden Tag ihres Studiums, so viel Freiheit gibt es später nur selten wieder“, legt ihnen der Philosophie-Professor ans Herz, bevor er den „Erstis“ schon mal als erstes Geschenk der Universität ein wichtiges Utensil für den Fahrradverkehr in der Stadt überreicht. Auf den neonfarbenen Westen steht „WWU Münster – Aber sicher“. „Autofahrer aus Münster wissen zwar, wer hier die Herren auf den Straße sind“, sagt Quante – „aber seien Sie auf dem Fahrrad vorsichtig.“

Sechs Fakten über das Studentenleben

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  • Das Studentenleben ist längst nicht mehr so entspannt wie es vielleicht einmal war. Überfüllte Hörsäle, teure Mieten und kaum Zeit für Freizeitaktivitäten - so sieht für viele das Studium 2016 aus. Sechs Fakten über das Studentenleben heutzutage:

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  • Es werden immer mehr:

    Etwa 2,8 Millionen Studenten studieren im Wintersemester 2016/17, überwiegend an den rund 240 Hochschulen in staatlicher Trägerschaft - Tendenz steigend. Seit Jahren strömen jeweils 500 000 Erstsemester an die Unis, darunter immer mehr Ausländer, für die Deutschland ein attraktiver Hochschulstandort ist.

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  • Eine 40-Stunden-Arbeitswoche reicht nicht: 

    Studenten wenden in Deutschland im Schnitt 35 Wochenstunden für Vorlesungen, Seminare, Hausarbeiten und Recherchen an ihrer Uni auf, hinzu kommen etwa sieben Stunden für Nebenjobs. Gut jeder Fünfte muss neben der Hochschule so viel arbeiten, dass er „faktisch Teilzeit“ studiert.

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  • BAföG hilft nicht mal einem Viertel:

    Knapp drei Milliarden Euro ließ sich Vater Staat die Ausbildungsförderung im Vorjahr kosten. Damit wurden nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes 611 000 Studierende gefördert - vor vier Jahren waren es 60 000 mehr. Mit der zum Wintersemester umgesetzten Bafög-Reform wird nun manches besser: Es gibt mehr Geld und der Kreis der Geförderten soll um 110 000 wachsen.

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  • Schuldenmachen ist unbeliebt:

    Trotz steigender Studentenzahlen werden immer weniger Studienkredite in Anspruch genommen. Studenten, die auf Zuschüsse angewiesen sind, suchen sich eher einen Nebenjob, als einen Kredit aufzunehmen. Auf Stipendien kann nur ein kleiner Teil zurückgreifen.

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  • Studentenwohnungen werden zum Luxusgut:

    In Berlin müssen Studenten inzwischen 37% mehr Miete zahlen als vor sechs Jahren. In anderen Städten sieht es ähnlich aus. Besonders in den typischen Studentenstädten muss man sich auf eine lange Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft gefasst machen.  

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  • Studenten-Stress steigt:

    Überfüllte Hörsäle und zu viel Lernstoff überfordern viele Studenten. Dabei gibt es nicht nur geschlechterspezifische Unterschiede sondern auch zwischen den Studienfächern und den verschiedenen Hochschulen. 

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Der neue Uni-Rektor Prof. Johannes Wessels , der eine Stunde später die Studienanfänger im Fach Chemie begrüßt, warnt die Erstis davor, mit dem Rad bei Rot über die Ampel zu fahren. Nicht nur schlecht für die Sicherheit, sondern auch schmerzhaft fürs erfahrungsgemäß schmale studentische Portemonnaie, findet der Rektor.

Charlotte Weirich aus Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg ist noch etwas unschlüssig, ob sie die Weste tragen wird. Sie lebt sich gerade in Münster ein – „ich wollte in den Norden“, erzählt sie. Genauso wie Paulina Rodenwald aus Augsburg, die nun hier Erziehungswissenschaften studiert.

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Nach dem Report der Krankenkasse AOK ist das Studium für viele eine Zeit von Stress und Belastung . Für den neuen Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels ist es „ die beste Zeit des Lebens “ – diese Botschaft sandte er an die neuen Studierenden der Universität Münster.

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Die Wohnungssuche haben die Erstis aus Süddeutschland mit mehr oder weniger Schwierigkeiten gemeistert, wer von so weit herkommt, kann nicht im „Hotel Mama“ bleiben. Henrik Oberhag verteidigt das Modell sehr offensiv. Er will vorerst weiter in seiner Heimatstadt Oer-Erkenschwick wohnen – „mal sehen, wie lange ich die Pendelei aushalte“, sagt er und zieht mit seinen neu gewonnenen Studienkollegen weiter.

Für das kommende Jahr sucht die Universität nach einer Möglichkeit, die „Erstis“, wie in den vergangenen Jahren, wieder mit einer großen, bunten Veranstaltung zu begrüßen, sagt Ninja Schmiedgen, die Referentin des Rektors, die Termine wie die Begrüßung plant. Der größte Hörsaal, wo bislang in zwei Schichten die Begrüßung gefeiert wurde, sei einfach zu klein – und nicht sicher für einen solchen Ansturm.

„Wir wollen unsere neuen Studierenden auch gern in der Universität und nicht in der Halle Münsterland oder im Preußenstadion willkommen heißen“, fügt sie hinzu. Der Schlossplatz wäre an diesem Morgen auch keine Option – bei dem Meimel da draußen . . .

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