Streit im Schulausschuss
Inklusion bleibt Zankapfel

Münster -

Inklusion steht im Gesetz, da gibt es nichts zu beschließen. Der Schulausschuss stritt am Dienstag trotzdem heftig über gemeinsames Lernen. Konsens war: Die Ausstattung der Schulen ist unzureichend.

Mittwoch, 26.10.2016, 07:10 Uhr

Streit im Schulausschuss : Inklusion bleibt Zankapfel
Foto: Jonas Güttler/dpa (Symbolbild)

Wie der Schulausschuss entscheiden würde, spielte im Ergebnis ohnehin keine Rolle. Trotzdem debattierten die Mitglieder am Dienstagabend leidenschaftlich darüber, ob an der Hauptschule Hiltrup , dem Schlaun- und dem Annette-Gymnasium dauerhaft das gemeinsame Lernen festgeschrieben werden soll.

Dass dies geschieht, beruhe schon auf der Gesetzeslage, wie Schuldezernent Thomas Paal erläuterte: Kinder mit Förderbedarf haben Anspruch auf Unterricht in einer Regelschule. Die drei Schulen, in den bisher das gemeinsame Lernen nur befristet beschlossen worden war, hatten sich erneut mit Voten der Schulkonferenzen wegen der unzureichenden Ausstattung gegen die Entfristung ausgesprochen. Um, wie Caroline von Ketteler, Schulpflegschaftsvorsitzende des Annette-Gymnasiums und Mitglied der Stadtelternschaft erklärte, „ein politisches Signal zu setzen“.

Niemand im Ausschuss widersprach der Kritik der Schulen, dass die Rahmendingungen der Inklusion unzureichend seien. Da schloss sich auch Christoph Kattentidt , Grüner wie NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann, nicht aus. Ausschussvorsitzende Angela Stähler betonte, dass die mangelhafte Realisierung der Inklusion dazu führe, dass vermehrt Kinder mit Behinderungen von Regelschulen zu Förderschulen wechselten.

Jörg Berens (FDP), der am Ende als einziger im Ausschuss gegen den Verwaltungsvorschlag stimmte, rief dazu auf, mit einem ‚Nein‘ „die Reißleine zu ziehen“, die Inklusion werde zu schnell vorangetrieben. Was Grundschulleiterin Rixa Borns (SPD) verneinte: Gemeinsames Lernen in den Grundschulen funktioniere bereits seit 21 Jahren in Münster: „Dass wir immer noch über die Fortsetzung in der Sekundarstufe diskutieren, ist beschämend“, sagte sie.

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