Keime im Trinkwasser
Legionellen-Konzentration oft zu hoch

Münster -

Legionellen sind gefährliche Bakterien, die über das Trinkwasser verbreitet werden können. In 23 Fällen musste die Stadt im vergangenen Jahr Sofortmaßnahmen einleiten. Wer die Keime einatmet, kann im schlimmsten Fall schwer erkranken.

Samstag, 29.10.2016, 09:10 Uhr

So sehen sie aus: Legionellen unter dem Mikroskop.
So sehen sie aus: Legionellen unter dem Mikroskop. Foto: dpa

In 23 münsterischen Einrichtungen war das Trinkwasser im vergangenen Jahr so stark mit gefährlichen Legionellen-Bakterien belastete, dass das Gesundheitsamt umgehend Maßnahmen zur „direkten Gefahrenabwehr“ einleiten musste. Betroffen waren Turnhallen, Krankenhäuser, aber auch Mehrfamilienhäuser, berichtet Amtsleiter Dr. Norbert Schulze Kalthoff.

Insgesamt knapp 10 000 Proben waren untersucht worden, in 1124 Fällen lag die Legionellen-Konzentration über dem festgelegten Grenzwert, 209 Mal sogar deutlich darüber. Für dieses Jahr rechnet das Gesundheitsamt mit 1120 positiven Proben bei 11 000 Untersuchungen.

Legionellen-Bakterien vermehren sich besonders gut in Wassersystemen wie Rohrleitungen und Hausin­stallationen, wenn die Wassertemperatur zwischen 25 und 45 Grad liegt. Über 60 Grad sterben die Keime ab. Wenn Wassersysteme schlecht gewartet werden, die Wasserzirkulation stagniert oder die Wassertemperatur von den Nutzern reduziert wird, um Energie zu sparen, steigt das Risiko eines Legionellen-Befalls deutlich, warnt das Gesundheitsamt.

Werden die Bakterien , zum Beispiel beim Duschen, eingeatmet, kann es zu zwei verschiedenen Legionellosen kommen. Das Pontiac-Fieber macht sich durch Muskelschmerzen und Fieber bemerkbar, heilt aber in der Regel ohne Behandlung aus, so das Gesundheitsamt. Die Legionärskrankheit kann zu schweren Lungenentzündungen führen und tödlich enden.

In 209 Fällen forderte die Behörde im vergangenen Jahr von den Betreibern der Wasseranlagen unter anderem, unverzüglich eine Desinfektion nachzuweisen. In 23 Fällen wurden Maßnahmen wie Duschverbot, sofortige Information aller Nutzer und eine Desinfektion veranlasst.

Die Zahl der im Labor nachgewiesenen Legionellen-Erkrankungen war mit zwei Betroffenen gering. Die Dunkelziffer für Lungenentzündungen sei jedoch hoch, betont das Gesundheitsamt.

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