Geringes Interesse an Bürgerentscheid
Münster lehnt Verkauf am Sonntag ab

Münster -

Die Geschäfte in Münster bleiben sonntags geschlossen: Beim bundesweit ersten Bürgerentscheid über verkaufsoffene Sonntage hat sich die Initiative „Freier Sonntag Münster“ erfolgreich durchgesetzt. Das von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und kirchlichen Verbänden getragene Bündnis gegen den Sonntagsverkauf erhielt knapp 53 Prozent der Stimmen.

Sonntag, 06.11.2016, 21:47 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 06.11.2016, 20:25 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 06.11.2016, 21:47 Uhr
Geringes Interesse an Bürgerentscheid : Münster lehnt Verkauf am Sonntag ab
Verkaufsoffene Sonntage in der Fußgängerzone: Die Mehrheit der Münsteraner ist dagegen. Foto: Oliver Werner

29 092 Münsteraner der insgesamt gut 247 000 Stimmberechtigten wandten sich gegen einen verkaufsoffenen Sonntag im Advent sowie zehn weitere Termine bis 2019, unter anderem anlässlich von Herbstsend und Hansemahl. Damit wurde die gesetzlich geforderte Stimmenzahl für die Gültigkeit des Bürgerentscheids erreicht. 26 013 Münsteraner sprachen sich allerdings dafür aus, die Läden an den besagten Sonntagen zu öffnen.

Geringe Wahlbeteiligung

Konkrete Folge des Bürgerentscheids: Die zur Abstimmung stehenden Sonntagstermine sind für die kommenden zwei Jahre gesperrt. Allerdings hatten zuvor schon Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht auf Betreiben von Verdi fünf verkaufsoffene Sonntage in Münster vorläufig gestoppt.

Angesichts dessen war die Beteiligung der Münsteraner am Bürgerentscheid mit 22,4 Prozent auch gering. Die Stadtverwaltung will unterdessen der Ratspolitik vorschlagen, alle auch noch gültigen Sonntage aufzuheben.

Verdi-Geschäftsführer jubelt

Jubel herrschte auf Gewerkschaftsseite: „Das Ergebnis ist knapp, aber ein Ergebnis“, so Verdi-Geschäftsführer Bernd Bajohr . Der Vorsitzende des Einzelhandelverbandes, Michael Radau, erklärte mit Blick auf die Wahlbeteiligung: „Es ist schwer für die Politik daraus abzulesen, dass Münster keine verkaufsoffenen Sonntage will.“ Unter Verweis auf die Gerichtsurteile hatte die Kaufmannschaft nur gebremst öffentlich für ihren Standpunkt geworben.

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