Münster ist erst der Anfang
Verdi nimmt auch die Sonntage im Münsterland in den Blick

Münster -

Der Bürgerentscheid von Münster, bei dem sich die Mehrheit gegen weitere verkaufsoffene Sonntage ausgesprochen hat, wird nach Einschätzung des örtlichen Einzelhandelsvertreters eine Signalwirkung in die Region haben. „Das Ergebnis wird eine Lawine auslösen“, sagt Matthias Lückertz, der Vorsitzende der Initiative Starke Innenstadt.

Montag, 07.11.2016, 20:11 Uhr

Vertreter der Gewerkschaft Verdi und der Kirchen feiern das Ergebnis des Bürgerentscheids in Münster.
Vertreter der Gewerkschaft Verdi und der Kirchen feiern das Ergebnis des Bürgerentscheids in Münster. Foto: Oliver Werner

Die Gewerkschaft Verdi , die gemeinsam mit kirchlichen Institutionen die Sonntagsfrage in Münster angestrengt hatte, hat bereits die vier Landräte angeschrieben, wie mit den über 100 verkaufsoffenen Sonntagen im Münsterland in Zukunft umzugehen sei. Antworten stehen bislang aus.

Und: Die Verdi-Landesarbeitsgruppe Sonntagsöffnung wollte zunächst das Abstimmungsergebnis in Münster abwarten, um nun in Köln, Düsseldorf, Dortmund und Bochum die verkaufsoffenen Sonntage auf den Prüfstand zu stellen.

Die Stadtverwaltung in Münster hat derweil entschieden, dass drei verkaufsoffene Sonntage in den Stadtteilen, die nicht vom Bürgerentscheid betroffen sind und bislang über eine „Dauerverordnung“ genehmigt wurden, auf den Prüfstand kommen. Für sie müssen neue, rechtskonforme Anträge gestellt werden.

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In der Detailanalyse zeigt sich derweil, dass die gut 55.000 Münsteraner, die zur Wahlurne gegangen sind, sehr unterschiedlich abgestimmt haben – je nachdem, in welchem Stadtteil sie wohnen. Die Menschen in den city-nahen Quartieren stimmten ganz überwiegend gegen den Sonntagverkauf, bei den Anwohnern am Stadtrand war es umgekehrt.

Das lässt den Rückschluss zu, dass zugkräftige verkaufsoffene Sonntage in der City sehr unterschiedlich wahrgenommen werden – von den Innenstadt-Bewohnern als Belastung, von den anderen als Bereicherung.

Reaktionen auf den Bürgerentscheid

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  • »Ich bin wahnsinnig enttäuscht. Osnabrück hat sechs Verkaufstage mehr. Das tut Münster doch weh. Für Münster ist es furchtbar schade.« - Petra Pottmeyer

    Foto: Matthias Ahlke
  • »Die verkaufsoffenen Sonntage waren eine Bereicherung für Münster. Und zwei, drei Sonntage zerstören das Familienleben nicht.« - Julia Uler

    Foto: Matthias Ahlke
  • »Viele meiner Kolleginnen kommen nicht aus Münster. Wir sind davon betroffen, wieso durften wir nicht abstimmen?« - Katharina Bürhaus und Tochter Mia

    Foto: Matthias Ahlke
  • »Ich habe nichts gegen verkaufsoffene Sonntage, aber dann sollen sie für alle Branchen gelten, nicht nur für den Einzelhandel.« - Ralf Koring

    Foto: Matthias Ahlke
  • »Wir arbeiten gerne und da ist es egal, ob es jetzt ein Sonntag ist oder nicht. Wir wären dafür gewesen, dass der Sonntag offen bleibt.« - Judith Roski

    Foto: Matthias Ahlke
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