Nach dem Bürgerentscheid
Gravierende Konsequenzen für den Einzelhandelsstandort Münster

Münster -

Für den Einzelhandel sei das Ergebnis des Bürgerentscheids „eine Katastrophe“, sagt Matthias Lückertz von der Initiative Starke Innenstadt.

Dienstag, 08.11.2016, 06:11 Uhr

Enttäuscht: Matthias Lückertz (r.) und Michael Radau.
Enttäuscht: Matthias Lückertz (r.) und Michael Radau. Foto: Oliver Werner

"Für den Einzelhandelsstandort Münster ist das Ergebnis des sonntäglichen Bürgerentscheids eine Katastrophe", sagt Matthias Lückertz . Der Chef der Initiative Starke Innenstadt (ISI) spricht durch den Wegfall der verkaufsoffenen Sonntage von gravierenden Konsequenzen vor allem für die größeren Geschäfte. „Zumal es um uns herum mit dem Sonntagsverkauf erst mal weitergeht“, sagt Lückertz.

Daher erneuert auch Michael Radau als Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes seine Forderung nach einer klaren landespolitischen Gesetzgebung. Viele Kaufleute seien laut Radau enttäuscht vom Engagement der Kirchen. „Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum kommerzielle Weihnachtsmärkte auf kirchlichem Grund an Sonntagen möglich sind“, sagt Radau.

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Verdi-Geschäftsführer Bernd Bajohr betont, dass es der Gewerkschaft nach wie vor um die Neufassung der rechtlichen Rahmenbedingungen gehe. Er erneuert sein Gesprächsangebot an Kaufmannschaft und Politik. „Wir wollen nicht die verkaufsoffenen Sonntage in Münster kaputtmachen“, sagt Bajohr. Das gelte auch für die Region. Gleichwohl wackeln auch dort angesichts der unsicheren Rechtslage die verkaufsoffenen Sonntage.

Reaktionen auf den Bürgerentscheid

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  • »Ich bin wahnsinnig enttäuscht. Osnabrück hat sechs Verkaufstage mehr. Das tut Münster doch weh. Für Münster ist es furchtbar schade.« - Petra Pottmeyer

    Foto: Matthias Ahlke
  • »Die verkaufsoffenen Sonntage waren eine Bereicherung für Münster. Und zwei, drei Sonntage zerstören das Familienleben nicht.« - Julia Uler

    Foto: Matthias Ahlke
  • »Viele meiner Kolleginnen kommen nicht aus Münster. Wir sind davon betroffen, wieso durften wir nicht abstimmen?« - Katharina Bürhaus und Tochter Mia

    Foto: Matthias Ahlke
  • »Ich habe nichts gegen verkaufsoffene Sonntage, aber dann sollen sie für alle Branchen gelten, nicht nur für den Einzelhandel.« - Ralf Koring

    Foto: Matthias Ahlke
  • »Wir arbeiten gerne und da ist es egal, ob es jetzt ein Sonntag ist oder nicht. Wir wären dafür gewesen, dass der Sonntag offen bleibt.« - Judith Roski

    Foto: Matthias Ahlke
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