Neues Preußen-Stadion
Das Eichamt will nicht weichen

Münster -

Preußen Münster träumt von einem neuen Stadion. Ein moderner Fußballtempel soll an der Nieberdingstraße entstehen. Aber es gibt handfeste Probleme dabei.

Mittwoch, 09.11.2016, 08:11 Uhr

Neues Preußen-Stadion : Das Eichamt will nicht weichen
Das großflächige Gelände an der Nieberdingstraße wird als Standort für ein neues Preußen-Stadion in Betracht gezogen Foto: Matthias Ahlke

Einem neuen Stadion am Standort Nieberdingstraße steht das dortige Eichamt buchstäblich im Wege. Die Behörde mit der postalischen Adresse Nieberdingstraße 14-16 gehört offiziell zum Landesbetrieb Mess- und Eichwesen Nordrhein-Westfalen , das Gebäude fällt in die Zuständigkeit des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB).

Deren Pressesprecherin Rebecca Keller weist darauf hin, dass der BLB von einem „langfristigen Verbleib“ des Eichamtes an der Nieberdingstraße ausgehe. Der bestehende Mietvertrag für das knapp 12 000 Quadratmeter große Gelände gehe bis 2027, eine Beendung des Mietverhältnisses sei weder im Interesse des BLB, noch im Interesse des Eichamtes.

Keine konkrete Anfrage

Die Pressesprecherin wies auch darauf hin, dass das Gebäude im Jahr 2013 saniert worden sei und unter anderem neue Fenster erhalten habe. Auch das spreche gegen eine Verlagerung des Gebäudes. Das Eichamt beschäftigt rund 20 Mitarbeiter. Ihre Aufgabe ist es, Messgeräte aller Art zu eichen. Die Pläne der Stadt, die Fläche an der Nieberdingstraße perspektivisch als Standort für ein Preußen-Stadion zu benutzen, seien dem BLB bekannt.

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Der Stadt Münster gehört an der Nieberdingstraße bislang weniger als ein Drittel der Fläche. Foto: Stadt Münster

Konkrete Anfragen der Stadt, ob der BLB das Gelände des Eichamtes aufgeben wolle, habe es aber nicht gegeben, so Keller.

Vorkaufsrecht für Lappe

Widerstand kündigt sich auch von anderer Seite an: Seit 42 Jahren ist der inzwischen zum Eventausstatter avancierte Getränkehandel Lappe an der Niederdingstraße auf dem Gelände einer früheren Limonadenfabrik ansässig – und möchte hier weiter seine Geschäfte betreiben. „Unser Pachtvertrag läuft bis 2030“, sagt Junior-Chef Falko Lappe.

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Frank Lappe will mit seiner Firma vor Ort bleiben. Foto: Dirk Anger

Nur im Fall eines öffentlichen Interesses könnte die Stadt dort vorher zum Zug kommen, sagt Lappe. Am liebsten würde das Unternehmen ohnehin das Gelände „sehr gerne“ selbst von der Bundesanstalt für Immobilienanaufgaben erwerben: „Wir haben ein Vorkaufsrecht.“

Erst kürzlich habe man von der Stadt die Baugenehmigung für den Umbau einer 340 Quadratmeter große Halle bekommen. Vom plötzlichen Kursschwenk der Preußen in Sachen Stadion-Standort wurde man nahe dem Dortmund-Ems-Kanal kalt erwischt – „auch wenn immer klar war, dass das Gelände reserviert ist“.

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Aus freien Stücken will Lappe aber nicht weichen. Schließlich können man die Event-Locations nicht einfach an einen anderen Standort verfrachten. „Wir haben hier eine Existenz zu verlieren“, sagt der Junior-Chef unter Verweis auf die weiteren 16 Betriebe, an die er untervermietet. „Das wird nicht leicht, hier ein Stadion hinzusetzen.“ 

Viele Baustellen

Das Stadion-Projekt an der Nieberdingstraße hat viele Baustellen: Die ungelöste Grundstücksfrage steht an erster Stelle. Der Stadt gehört nur ein knappes Drittel der Flächen, der Rest liegt bei Bund, Land und einem Privateigentümer. Einige Gebäude werden als Wohnraum genutzt, andere Flächen sind von Unternehmen in Beschlag genommen. Auch das Thema Verkehr könnte problematisch werden bei 30 000 Zuschauern.

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