Neues „Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben“
Inklusion: Ein Gewinn für alle

Münster -

Beim Sportverein Blau-Weiß Aasee in Münster spielen Sportler mit und ohne Behinderung in gemeinsamen Fußballmannschaften. Das ist vorbildlich, sollte aber eigentlich gar nichts Besonderes sein, meint Anke Schwarze. Sie ist Leiterin einer neuen, vom Land geförderten Einrichtung, die der Inklusion – also der Teilhabe behinderter Menschen entsprechend dem in der UN-Menschenrechtskonvention festgeschriebenen Anspruch – auf die Sprünge helfen soll.

Mittwoch, 23.11.2016, 10:11 Uhr

Anke Schwarze (l.) und Ira Middendorf-Kleymann arbeiten im neuen „Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben “ an der Neubrückenstraße.
Anke Schwarze (l.) und Ira Middendorf-Kleymann arbeiten im neuen „Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben “ an der Neubrückenstraße. Foto: kv

Eines der „ Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben“ (KSL), die in allen fünf Regierungsbezirken des Landes vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW gegründet wurden, hat in Münster an der Neubrückenstraße 12-14 sein Büro eröffnet. Die Aufgabe der sechs Mitarbeiter, die sich vier Stellen teilen: Sie beraten, wie Inklusion im öffentlichen Leben, aber auch in der Arbeitswelt vorangebracht werden kann. „In größeren Städten wie Münster gibt es schon viele Fortschritte, sagt Ira Middendorf-Kleymann , Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im KSL Münster. Aber vielen kleinen Kommunen, so ergänzt sie, fehlten die Mittel, die Teilhabe aller Menschen voranzubringen. So reisen die Mitarbeiter des KSL-Büros durch den Regierungsbezirk, werben für „Selbstbestimmtes Leben“ und arbeiten an der Bewusstseinsbildung.

Wichtig ist ihnen dabei vor allem: „Wir wollen den Blick darauf richten, dass die inklusive Gesellschaft ein Gewinn für die ganze Gesellschaft ist“, sagt Anke Schwarze. Beispiel Wohnungsbau: Barrierefreie Badezimmer in Neubauten als Standard seien angenehm für jeden, nicht bloß für Menschen mit Bewegungseinschränkungen.

„Die Kompetenzzentrum haben auch nichts mit Wohltätigkeit und Fürsorge zu tun“, stellt sie klar – dies trage immer die Sichtweise in sich, dass Menschen mit Behinderungen anders, besonders, von der sogenannten Normalität abweichend seien. Doch was ist schon normal? Wo beginnt Behinderung? Die Antwort des KSL-Teams: Die Grenzen sind fließend, die Dinge sollten so organisiert sein, dass sie für möglichst alle Menschen praktikabel und angenehm sein sollten.

Das KSL-Büro in Münster spinnt Netzwerke unter den Akteuren der Inklusion und ist auch auf der Suche nach vorbildlichen Inklusions-Ideen – um sie bekannter zu machen. Die Mitarbeiter unterstützen und beraten Institutionen, Verbände, Vereine aber auch Einzelpersonen.  

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