Rettungsdienst
Ende des Feuerwehr-Monopols - Notfallrettung jetzt auch mit Hilfsorganisationen

Münster -

Erstmals dürfen sich die vier Hilfsorganisationen in Münster an der städtischen Notfallrettung mit einem größeren Kontingent beteiligen. Bislang hat das die Feuerwehr mit wenigen Ausnahmen in Eigenregie erledigt.

Samstag, 26.11.2016, 15:00 Uhr aktualisiert: 26.11.2016, 16:00 Uhr
In der Notfallrettung werden ab 2017 auch die Hilfsorganisationen stärker eingebunden.
In der Notfallrettung werden ab 2017 auch die Hilfsorganisationen stärker eingebunden. Foto: hpe

Darauf haben die Hilfsorganisationen seit Jahren gewartet: Ab 2017 werden Deutsches Rotes Kreuz , Arbeiter-Samariter-Bund, Malteser und Johanniter mit hauptamtlichen Personal in die bislang nahezu ausschließlich von der Berufsfeuerwehr geleistete Notfallrettung einsteigen, zunächst sollen vier Rettungswagen täglich von morgens bis abends in den Einsatz gehen. An Bord sind Rettungs- und Notfallsanitäter aus den Hilfsorganisationen.

Der Hauptgrund für diese Kehrtwende weg vom Monopol der Feuerwehr sind steigende Einsatzzahlen. Waren es 2010 noch 23 338 Alarmfahrten, sind es nun über 30 000 Rettungswagen-Einsätze im Jahr. Ein Grund ist die demografische Entwicklung, weil Menschen immer älter werden und die Notfallrate steigt. Dazu kommt, dass Münster eine wachsende Stadt mit immer mehr Einwohnern ist.

Die stärkere Einbindung der Hilfsorganisationen, die schon lange mit Ehrenamtlichen bei größeren Einsatzlagen die Feuerwehr unterstützen und bislang an Wochenenden einen Rettungswagen besetzen durften, ist im neuen Rettungsdienstbedarfsplan festgeschrieben. Für Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer die beste Möglichkeit, um die Hilfsorganisationen langfristig mit gut ausgebildeten und praxiserfahrenen Personal in die lokale Notfallrettung einbinden zu können. Die vier Fahrzeuge bezahlt die Stadt.

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Kommentar zum Thema:  Ein konsequenter Schritt

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Erstmals wird die Stadt auch zwei Vollzeitstellen für Notärzte einrichten. Bislang war diese Aufgabe von Krankenhausärzten im Bereitschaftsdienst auf Honorarbasis wahrgenommen worden. Zusätzliche Kosten entstehen der Stadt durch die Aufstockung des medizinischen Personals nicht, weil sie durch Gebührenzahlungen der Krankenkassen refinanziert werden.

Udo Schröder-Hörster, Johanniter und Sprecher der Hilfsorganisationen, begrüßt die Entwicklung: „Das freut uns riesig und ist für unsere Leute Motivation, sich weiter zu qualifizieren. Gleichzeitig wird das Ehrenamt gestärkt.“

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