Mitglieder entscheiden über die Zukunft von Parteichef Josef Rickfelder
Showdown in der CDU

Münster -

Münsters CDU entscheidet am Montagabend über die Zukunft von Parteichef Josef Rickfelder. Bei der durch eine Unterschriftenliste einberufenen Kreismitgliederversammlung geht es vornehmlich um eine Aussprache über die Organisationspannen bei den Aufstellungsverfahren der Bundes- und Landtagskandidaten.

Montag, 28.11.2016, 09:11 Uhr

Die CDU entscheidet über die Zukunft von Parteichef Josef Rickfelder (M.). Markus von Diepenbroick-Grüter fordert personelle Konsequenzen. Sybille Benning könnte am Ende Plan B sein.
Die CDU entscheidet über die Zukunft von Parteichef Josef Rickfelder (M.). Markus von Diepenbroick-Grüter fordert personelle Konsequenzen. Sybille Benning könnte am Ende Plan B sein.

Bleibt Josef Rickfelder der Kreisvorsitzende der CDU Münster ? Nach all den Querelen der vergangenen Wochen rund um die mit organisatorischen Pannen beladenen und am Ende getrennten Aufstellungsversammlungen der Bundes- und Landtagskandidaten werden die Mitglieder am Montagabend darüber entscheiden, ob es in der Folge zu einer Neuwahl des Kreisvorstandes kommt. Dass die Partei in der Mensa am Ring (19.30 Uhr) zusammenkommt, geht auf die Initiative des unterlegenen Landtagskandidaten Markus von Diepenbroick-Grüter zurück. Er legte eine Liste mit 113 Unterschriften von Parteimitgliedern vor, mit der satzungskonform und als echtes Novum die Kreismitgliederversammlung einberufen werden musste.

Markus von Diepenbroick-Grüter geht es um eine Aussprache zum Nominierungsverfahren und letztlich um personelle Konsequenzen an der CDU-Spitze. Ob die Mitglieder so weit gehen, wird sich am Montagabend zeigen. Sie entscheiden darüber, ob sie einen neuen Vorstand wählen wollen.

Sollte das der Fall, wird die Luft für Rickfelder dünn. Parteistrategen rechnen damit, dass der Kreisvorsitzende im Fall einer gewollten Neuwahl nicht kandidieren würde. Die Bundestagsabgeordnete Sybille Benning wäre dann der Plan B – auch um Marc Würfel-Elberg, der von Diepenbroick-Grüter bei der Unterschriften-Aktion unterstützt hatte und dem Ambitionen auf den Vorsitz nachgesagt werden, zu verhindern. Während Benning Rickfelder demonstrativ den Rücken stärkt („Es gibt keinen Grund, ihm das Vertrauen zu entziehen“), betont Würfel-Elberg, nicht an irgendwelchen Stühlen zu sägen. Im Notfall aber würde er bereitstehen, Ehrenämter zu übernehmen, sagt er.

Entscheidend wird am Montag sein, welches Lager größer ist. Mit 250 Mitgliedern wird in der Mensa mindestens gerechnet, über 100 hatten mit ihrer Unterschrift für die Einberufung der Kreismitgliederversammlung gestimmt. Dennoch gehen viele inzwischen davon aus, dass der Vorstand wenige Monate vor zwei wichtigen Wahlen nicht fallen wird. Dafür werben die aktuellen und früheren Mandatsträger der Partei ebenso in einem Schreiben, wie einige Ortsunionsvorsitzende in Briefen an die Mitglieder. Rickfelder selbst ist nach einem Wochenende im Familienkreis ganz entspannt. „Ich bin selbst gespannt, was am Montag passiert“, sagt er.

Markus von Diepenbroick-Grüter weht inzwischen ebenfalls ein scharfer Wind ins Gesicht – auch in der Ortsunion Nienberge, dessen Vorsitzender von Diepenbroick-Grüter ist. Dort krachte es bei einer außerordentlichen Vorstandssitzung, ein Beisitzer ist zurückgetreten. Wie es bei der CDU Nienberge weitergeht, entscheidet sich bei einer weiteren Vorstandssitzung am Dienstag.

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