Autofreie Siedlung Weißenburg
Mieter fühlen sich übergangen

Münster -

Übergangen fühlen sich manche Mieter von der LEG. Andere sprachen von „Respektlosigkeit“ seitens der Vermieterin und Bauherrin den Bewohnern gegenüber. Gefordert wurde sogar, die Erweiterung der autofreien Siedlung Weißenburg notfalls einzustellen.

Montag, 19.12.2016, 07:12 Uhr

Welcher Weg soll es werden? Die Bauherrin, die LEG, will einen schmalen Fußweg als Zufahrt zur Baustelle nutzen. Bewohner (kleines Foto) warnen, dass Kinder und Erwachsene gefährdet sowie Weg und Wohnungen beschädigt werden könnten
Welcher Weg soll es werden? Die Bauherrin, die LEG, will einen schmalen Fußweg als Zufahrt zur Baustelle nutzen. Bewohner (kleines Foto) warnen, dass Kinder und Erwachsene gefährdet sowie Weg und Wohnungen beschädigt werden könnten Foto: klm

Emotionsgeladen von Seiten der Mieter war ein Treffen mit Mitarbeitern der LEG am Samstag im Café „Geistreich“ auf dem Gelände. Der Bewohnerverein will, dass die Zufahrt zur Baustelle nicht über den Haupt-Fußweg führt (wir berichteten).

„Einen Tag, bevor die Lastwagen losfuhren, bekamen wir einen Brief, was es mit der Baustelle in Zukunft auf sich hat“, betonte eine Mieterin. „Sie haben Fakten geschaffen, um uns mundtot zu machen“, warf sie der LEG vor, die vom Niederlassungsleiter NRW , Christian Mengler und Projektleiter Jörg Kern vertreten wurde.

Kommentar

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Zu dem Zeitpunkt hatten die beiden dargelegt, dass „während der Rohbauphase“ mit durchschnittlich 20 Anlieferfahrten pro Tag zu rechnen sei. Jeweils plus Rückfahrt. Ein leerer Mischwagen zum Beispiel wiege 13 Tonnen, ein voller bis zu 38.

„Lebensgefahr“ vor allem für Kinder könne der monatelange Pendelverkehr über den mit gut drei Metern sehr schmalen Weg bedeuten, kritisierten Eltern. Auch Menschen etwa mit Behinderung seien trotz eines geplantem Schritttempos des Schwerverkehrs und Baustellenlotsen, wie sie die LEG-Verantwortlichen ankündigten, gefährdet.

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Mengler und Kern erklärten, dass eine anfangs noch als alternativ gedachte Strecke über die Tiefgarage der Johanniter-Akademie hinweg am Gewicht schwerer Fahrzeuge scheitere. „Wir müssen vier Meter Abstand halten“, sagte Mengler. Schäden seien „unkalkulierbar.“ Mieter forderten, dass die LEG diese gegebenenfalls bezahlen solle. „Dort geht es um Sachwerte. Bei uns geht es um Menschenleben und die Wohnungen, in denen wir leben“, hieß es. Kern brachte „Gas-, Wasser- und Telefonleitungen“ dort ins Spiel, die ebenfalls Schaden nehmen könnten. „Und was ist mit unseren Leitungen?“, wollte ein Mieter wissen.

Kritisiert wurde auch, dass die Tiefgarage der Johanniter sowie eine private Tiefgarage in der möglichen Zufahrtsrichtung Metzer Straße von der Stadt genehmigt worden seien, obwohl der zu erweiternde Bereich der Siedlung „seit 15 Jahren als Bauerwartungsland“ gelte.

Bewohner und LEG wollen wegen der Zufahrt und anderer für Bewohner ungeklärter Fragen weiterdiskutieren – am 28. Januar ab 10 Uhr im Café „Geistreich“. Die Lkw rollen aber schon.

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