Verständigung
Brückenbauer zwischen Kulturen

Münster -

Ein neuer Verein in Münster will Brücken bauen zwischen verschiedenen Kulturne und Religionen. Jetzt hat er seine Arbeit vorgestellt.

Montag, 26.12.2016, 15:12 Uhr

Marc Würfel-Elberg (r.) mit seinen Mitstreitern im Verein „Bürgerliche Vielfalt“ (v.r.): Nadya Saidi, Max Neuhaus, Dr. Nader Zahedi, Thomas Overhamm, Hamayon Safi, Mario Wagner, Marvin-Rouven Entz und Payman Keshavarzi.
Marc Würfel-Elberg (r.) mit seinen Mitstreitern im Verein „Bürgerliche Vielfalt“ (v.r.): Nadya Saidi, Max Neuhaus, Dr. Nader Zahedi, Thomas Overhamm, Hamayon Safi, Mario Wagner, Marvin-Rouven Entz und Payman Keshavarzi. Foto: kel

Die schrecklichen Ereignisse an der Berliner Gedächtniskirche vor einer Woche haben die Debatte um die Flüchtlings- und Sicherheitspolitik in Deutschland befeuert. Nicht nur Marc Würfel-Elberg befürchtet angesichts der islamistischen Bedrohung einen Anstieg der Ausländerfeindlichkeit und eine gesellschaftliche Spaltung. Der CDU-Politiker will daher eigene Akzente in der Integrationspolitik setzen und hat Anfang des Jahres 2016 mit anderen Unterstützern den Verein „Bürgerliche Vielfalt“ ins Leben gerufen. Kurz vor Weihnachten stellte dieser auf einer öffentlichen Veranstaltung seine Arbeit vor.

Der Verein entstand ursprünglich aus einer Initiative, die im März an den Wochen gegen Rassismus teilnahm. Würfel-Elberg und seine Mitstreiter verteilten damals Exemplare des Grundgesetzes in der Ludgeristraße, wo gleichzeitig Salafisten ihre Version des Korans unter die Leute brachten. Die Initiative trat anschließend bei den Wahlen zum Integrationsrat an und wurde auf Anhieb zweitstärkste Kraft.

Der Verein will nun Podiumsdiskussionen zum Thema Integration sowie Bildungsreisen nach Bonn und Berlin anbieten.

Wenn es um die Integration von Migranten geht, stehen für Würfel-Elberg vor allem bürgerliche Werte im Vordergrund. „Zentral ist für uns das Leistungsprinzip. Unser Verein soll Menschen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit geben, aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken“, erläutert der 40-jährige Familienvater.

Es sind politisch engagierte Menschen wie Nader Zahedi, die ihren Beitrag dazu leisten wollen. Der gebürtige Iraner ist Vorstandsmitglied im Verein und floh 1979 infolge der islamischen Revolution nach Deutschland. Für ihn besteht Integration vor allem darin, die Sprache zu lernen und motiviert zu sein. „Menschen, die nach Deutschland kommen, müssen selbstständig werden und ein besseres Leben wollen“, sagt der promovierte Chemiker.

Als Tochter einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters versteht sich Nadya Saidi als Brückenbauerin zwischen den Kulturen. Die 31-jährige Textilbetriebswirtin engagiert sich im Verein, weil sie für gegenseitiges Verständnis werben möchte. Dafür will sich auch Payman Keshavarzi einsetzen, der sich als selbstständiger Unternehmer auf den Bau von Kälteanlagen spezialisiert hat. Er ist mit einer deutschen Frau verheiratet und hat einen Sohn, der im Sommer wegen seines Migrationshintergrundes nicht an einer Gesamtschule aufgenommen wurde, wie er sagt. „So hat es der Direktor begründet. Es zeigt, dass es noch viel zu tun gibt in Deutschland“, resümiert Keshavarzi.

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