Vor zehn Jahren
Sturm gegen Studiengebühren in Münster

Münster -

Vor zehn Jahren formierte sich an der Universität massiver Studenten-Protest. Die Uni wollte Studiengebühren beschließen – Rückblick auf turbulente Tage im Januar 2007.

Donnerstag, 19.01.2017, 18:01 Uhr

Am Mittwoch, den 17. Januar 2007, stürmten einige Hundert Studierende den Senatssaal im Schloss. Die Sitzung wurde abgebrochen und am Samstag (20. Januar 2007) auf einem abgesperrten Gelände bei Handorf neu anberaumt. Auch dort wurde heftig demonstriert (kleines Bild).
Am Mittwoch, den 17. Januar 2007, stürmten einige Hundert Studierende den Senatssaal im Schloss. Die Sitzung wurde abgebrochen und am Samstag (20. Januar 2007) auf einem abgesperrten Gelände bei Handorf neu anberaumt. Auch dort wurde heftig demonstriert (Bild unten im Text). Foto: Oliver Werner

Fortgesetzter Massenprotest , ein gestürmtes Schloss, riesiges Polizeiaufgebot auf dem Hochschulgelände, schließlich eine ausgelagerte Uni-Senatssitzung auf einem abgesperrten ehemaligen Kasernengelände weitab der Innenstadt: Die Universität Münster erlebte genau vor zehn Jahren unruhige Zeiten.

Grund für den massiven Protest war die geplante Einführung der Studiengebühren . Bis zu 500 Euro, so das Landesgesetz, konnten die Hochschulen von ihren Studierenden pro Semester erheben.

Vor zehn Jahren: Protest gegen die Einführung von Studiengebühren

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  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner
  • Vor zehn Jahren, im Januar 2007 eskalierte der studentische Protest gegen Studiengebühren. das Schloss wurde während einer Sentassitzung gestürmt, später tagte der Senat auf einem ehemaligen Kasernengelände weit vor den Toren der Stadt. Foto: Oliver Werner

Widerstand eskalierte

Rückblende: Nachdem es schon seit Beginn des Wintersemesters im Oktober 2006 Proteste gegen die Umsetzung des Landesgesetzes gegeben hatte, eskalierte der Widerstand im neuen Jahr. Den feierlichen Neujahrsempfang im Schloss hatte die damalige Rektorin, Prof. Dr. Ursula Nelles, bereits wegen der angekündigten Demonstrationen abgesagt. Am 17. Januar trat der Senat zusammen, um den Beschluss zu fassen.

Doch es kam erst gar nicht zur Sitzung. Vor dem Schloss waren mehrere Tausend Demonstranten aufgezogen, ein riesiges Polizeiaufgebot schützte das Gebäude. Als die Sitzung beginnen sollte, stürmte die Menge das abgeriegelte Schloss und besetzte den Senatssaal. Eine Diskussion wurde unmöglich, die Sitzung aufgelöst.

Senat zog in eine Kaserne um

Am Wochenende darauf, am Samstag, den 20. Januar, unternahm der Senat den nächsten Versuch. Nicht auf dem Uni-Gelände, sondern in einer Kaserne des Technischen Hilfswerkes auf einem früheren abgesperrten Nato- Gelände zwischen Münster und Telgte. Der frühe Beginn um 8 Uhr und der entlegene Ort schreckte die Gegner der Gebühren wieder nicht ab. Einige Hundert protestierten vor dem erneut mit großem Polizeiaufgebot gesicherten Gelände.

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Foto: Oliver Werner

Zum Beschluss der Gebühren kam es auch bei dieser denkwürdigen Sitzung nicht. Nach erneuten Gesprächen und Aufstellung einer Satzung über die Verwendung der Gebühren wurde im Senat schließlich im März abgestimmt. Beschlossen wurde mit knapper Mehrheit ein Semesterbetrag in Höhe von 275 Euro. Der erneute Sturm von Demonstranten in den Senatssaal half nicht mehr.

Rot-Grün schaffte Studienbeitrag wieder ab

Drei Jahre zahlten die Studierenden der WWU den Studienbeitrag, wie die Gebühren offiziell hießen. Dann schaffte die neue rot-grüne Landesregierung das Bezahlstudium wieder ab. Ebenso wie Schritt für Schritt auch die anderen Bundesländer, die Gebühren eingeführt hatten. Heute ist das Studium an deutschen staatlichen Hochschulen wieder kostenfrei.

Dass die WWU ihren Studierenden statt der möglichen 500 „nur“ 275 Euro abnahm, zahlte sich später für die Uni aus. Das Land erstattete den Hochschulen als Kompensation für die entgangenen Gebühren einen höheren Betrag als 500 Euro pro Studierendem.

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