Weltberühmter Chirurg
Patenonkel von Karl Lagerfeld

Münster -

Prof. Dr. Conrad Ramstedt hat einst in der Raphaelsklinik gewirkt und eine OP-Technik entwickelt, die noch heute angewandt wird. Der Chirurg ist der Patenonkel des Modeschöpfers Karl Lagerfeld.

Mittwoch, 01.02.2017, 10:02 Uhr

Schwester Reginfrieda, Verena Katterbach und Prof. Dr. Matthias Hoffmann (v.l.) neben der Büste von Prof. Dr. Conrad Ramstedt, zu dessen 150. Geburtstag der Konferenzraum der Raphaelsklinik in „Conrad-Ramstedt-Saal“ umbenannt wurde.
Schwester Reginfrieda, Verena Katterbach und Prof. Dr. Matthias Hoffmann (v.l.) neben der Büste von Prof. Dr. Conrad Ramstedt, zu dessen 150. Geburtstag der Konferenzraum der Raphaelsklinik in „Conrad-Ramstedt-Saal“ umbenannt wurde. Foto: Bührke

Er gehört zu den bekanntesten Chirurgen des Landes: Prof. Dr. Conrad Ramstedt , von 1909 bis 1947 Chefarzt an der Raphaelsklinik . 1911 führte er erstmals ein von ihm entwickeltes Operationsverfahren durch, um bei einem Säugling die angeborene Verengung des Magenausgangs zu beheben, die nach ihm benannte Weber-Ramstedt-Operation.

„Ramstedt hat diese OP-Technik, die bis heute angewendet wird, vollkommen neu entwickelt“, erläutert der heutige Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Prof. Dr. Matthias Hoffmann.

Weltberühmt durch Operation

Dass ein Operationsverfahren über einen derart langen Zeitraum nahezu unverändert angewendet wird, ist nach Meinung des Chirurgen außergewöhnlich. Ebenso wie das Instrument, mit dem Ramstedt anfangs operierte, einem präparierten Silberlöffel aus dem Besteckkasten seiner Frau.

Ramstedt wurde am 1. Februar 1867 in Hamersleben geboren. Nach dem Medizinstudium in Heidelberg, Berlin und Halle und der Fachausbildung an der chirurgischen Universitätsklinik Halle führte ihn der Wunsch nach einer militärischen Laufbahn 1901 zum westfälischen Kürassierregiment Nr. IV nach Münster, wo er zudem eine „Privatklinik für schwere Fälle“ gründete. 1909 wechselte er an die Raphaelsklinik, wo er zwei Jahre später die Operation durchführen sollte, die ihn weltberühmt machte.

Schallende Ohrfeige für Modedesigner

„Professor Ramstedt wusste, was er wollte, und er sprach die Dinge aus, wie sie waren“, erinnert sich Schwester Reginfrieda. Er gab wenig auf seine Berühmtheit, sagt seine Urenkelin Verena Katterbach. Ein sehr ruhiger Mann sei er gewesen, der gerne mit seinem Freund „Herrn Becker“ über die Promenade wanderte.

Mit der Ruhe war es vorbei, als ihn sein zehnjähriges Patenkind Karl beim Spaziergang nach der Bedeutung des Straßennamens Freiligrathstraße fragte und damit seine Unkenntnis über die deutschen Dichter und Denker offenbarte.

Es folgte eine schallende Ohrfeige. Inzwischen ist der weltberühmte Modedesigner Karl Lagerfeld auch als profunder Kenner der Literatur und Lyrik bekannt. Seinen Vornamen verdankt er der Empfehlung des Patenonkels, den er sehr geliebt habe.

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