Spektakulärer Vorschlag der SPD
Stadtbahn soll Gievenbeck mit der City verbinden

Münster -

(Aktualisiert) Münsters SPD hat am Dienstag das Konzept einer Stadtbahn für Münster vorgestellt. Konkret geht es darum, den boomenden Stadtteil Gievenbeck per Schiene mit der City und dem Hauptbahnhof zu verbinden. Die kalkulierten Kosten: 100 Millionen Euro.

Mittwoch, 08.02.2017, 06:02 Uhr

Plädieren für eine Stadtbahn (v.l.): Michael Kleyboldt, Dr. Michael Jung und Thomas Fastermann.
Plädieren für eine Stadtbahn (v.l.): Michael Kleyboldt, Dr. Michael Jung und Thomas Fastermann. Foto: -kb-

Um die Dimension des Projektes zu verdeutlichen, nannte der SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung nur zwei Zahlen: „Wir gehen von Investitionen in Höhe von rund 100 Millionen Euro und einem zeitlichen Vorlauf von rund zehn Jahre aus.“

Was die SPD in einem Rats­antrag anregen möchte: eine Stadtbahn-Verbindung zwischen Münsters Hauptbahnhof und dem boomenden Stadtteil Gievenbeck. Die Trassenführung soll an zwei absoluten Magneten für den ÖPNV vorbeiführen. Die Rede ist vom Coesfelder Kreuz mit der benachbarten Mensa und dem Universitäts-Klinikum.

Bei einem Pressegespräch am Mittwoch betonten neben Jung auch die beiden SPD-Ratsmitglieder Michael Kleyboldt und Thomas Fastermann, wie wichtig es sei, auf der Nord-West-Achse in Münster ein zusätzliches ÖPNV-Angebot zu schaffen. Hier gebe es keinen Bahnhaltepunkt, zugleich aber eine stark wachsende Bevölkerungszahl. „Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um für die nächsten 30 bis 40 Jahren eine umweltgerechte Mobilität ermöglichen zu können“, so Kleyboldt.

Auch wenn keine rasche Umsetzung des Projektes zu erwarten ist, plädieren die drei SPD-Mitglieder dafür, dass die Stadt Münster rasch in die Planung einsteigt. Der Grund: Aktuell übernehme das Land NRW bei derartigen Projekten 90 Prozent der Kosten. Zu einem späteren Zeitpunkt stehe diese hohe Förderquote vielleicht nicht mehr zur Verfügung. Als Betreiber der Stadtbahn wünscht sich die SPD die Stadtwerke Münster.

Bei der Trassenführung durch die Stadt will die Ratsfraktion den konkreten Planungen nicht vorgreifen. Denkbar seien sowohl eine Linienführung über den Bült oder auch über die Achse Aegidiimarkt und Ludgeriplatz. Auf jeden Fall soll eine der beiden Endstationen der Bahnhofsvorplatz sein.

Ein wesentlicher Vorteil einer Stadtbahn müsse für den Nutzer der Zeitvorteil sei. Sprich: Die Bahn soll – soweit eben möglich – auf separaten Fahrspuren durch den Verkehr rollen. Ein „Eingriff in den Autoverkehr“, so Jung, sei deshalb nicht ausgeschlossen.

Da es inzwischen Stadtbahnen gibt, die ohne Oberleitungen auskommen, hält die SPD den Eingriff in das Stadtbild für beherrschbar.

Kommentar

Die Idee einer Stadtbahn ist nicht neu. Doch der Hinweis auf die Bereitschaft der Landesregierung, 90 Prozent der Kosten zu übernehmen, ist interessant, meint Klaus Baumeister in seinem Kommentar .

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