Kommentar
Pro und Contra: 30-Zone in der Hammer Straße

Münster -

CDU und Grüne planen einen Antrag, um an der Hammer Straße eine 30-Kilometer-Zone mit Fahrradnutzung entstehen zu lassen. Macht das Sinn? Zwei Kommentare.

Samstag, 11.02.2017, 12:02 Uhr

Kommentar : Pro und Contra: 30-Zone in der Hammer Straße
Foto: Oliver Werner

Pro: Automatisch auf Angriff

Günter Benning

Wenn Sie bei Facebook unbedingt was auf die Jacke haben wollen, schreiben Sie folgenden Satz: „Ja, ich finde es okay, wenn an einem Teilstück der Hammer Straße Tempo 30 gelten und Radler auf der Straße fahren sollen.“

Beim Thema Tempo 30 legt nämlich das Autofahrerhirn automatisch den Angriffsgang ein. Als ob man zwischen Geiststraße und Ludgeriplatz jemals real 50 Sachen fahren könnte? Außer nachts um vier. Aber wen interessieren eigentlich Realitäten?

Real ist auf der Strecke langsam fahren normal. Wegen der Ampeln, des Querverkehrs, der Linksabbieger, der Fußgänger und der Busse.

Warum dann so eine Initiative? Weil man in Tempo-30-Zonen auch Radler auf die Fahrbahn lassen kann. So wie in jedem Wohngebiet der Stadt. Das aber würde die Sicherheit der Radler und Fußgänger an der Hammer Straße wesentlich erhöhen. Dort nämlich sind die Radwege so eng, dass schnelles Radeln fast nicht möglich ist.

Auf der Straße schafft ein flotter Radler locker Tempo 25. Damit kann er leicht mit den meisten Pkw mithalten. 

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Contra: Rücksicht regelt vieles

Von Gabriele Hillmoth

Jetzt setzt die Regelungswut auch auf der Hammer Straße ein.  Tempo 30 wird dort gefordert. An sich ist eine Temporeduzierung ja eine gute Idee, aber nicht auf der Hammer Straße. Denn schneller als 30 km/h kann dort ohnehin aufgrund der beidseitig geparkten Fahrzeuge nicht gefahren werden.

Neue Verkehrsschilder kann sich die Stadt an dieser Stelle sparen. Und im Ernst, wer kontrolliert denn eigentlich die vielen 30er-Zonen in der Stadt Münster? Niemand, denn dafür fehlt das Personal – und das Geld, um welches einzustellen.

Die besten Beispiele sind Temporeduzierungen vor Schulen und Kindergärten. Aber die Radfahrer auf der Hammer Straße könnten auch selbst erheblich zur eigenen Sicherheit beitragen, dafür bedarf es keiner Regelung, sondern etwas mehr Rücksicht.

Ein Tempolimit für manche Fahrradfahrer wäre auf der Hammer Straße durchaus angebracht, wenn sie in unglaublicher Geschwindigkeit über den schmalen Radweg flitzen. Warum müssen aber immer Radfahrer vor Autofahrern geschützt werden? In Münster wäre es schon manchmal besser umgekehrt.

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