Fördermittel vom Land
Teilhabeforschung wird gefördert

Münster -

Die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und Menschen im Alter wird schon lange an der katholischen Hochschule erforscht. Jetzt ist dafür ein Institut gegründet worden.

Montag, 13.02.2017, 19:02 Uhr

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze freute sich über die Eröffnung des Instituts für Teilhabeforschung – und befindet das Thema selbst als „sehr wichtig“.
NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze freute sich über die Eröffnung des Instituts für Teilhabeforschung – und befindet das Thema selbst als „sehr wichtig“. Foto: Anna Spliethoff

Er hat keine Unterarme. Trotzdem ist er Tischtennisspieler. Er nimmt die Einschränkung mit Humor – denn Rainer Schmidt ist auch noch Kabarettist. Er gab den amüsanten Einstieg bei der Eröffnung des neu gegründeten Instituts für Teilhabeforschung am münsterischen Standort der Katholischen Hochschule NRW (KatHO). Zu Gast war dort unter anderem auch NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze .

Doch nicht nur ohne Unterarme, auch mit nur einem Unterschenkel kam Rainer Schmidt auf die Welt. Hauptberuflich ist er evangelischer Pfarrer – der Auftritt in der Katholischen Hochschule sei „der Höhepunkt seiner Karriere“. Er betonte aber auch: „Ich habe meine Lektion ‚ Teilhabe ‘ gelernt – man muss auch daran teilhaben.“

Prof. Dr. Friedrich Dieckmann ist Leiter des neu gegründeten Instituts an der Hochschule. Zwölf Professoren und elf wissenschaftliche Mitarbeiter arbeiten dort. Bereits seit 2005 gibt es an der KatHo Forschungen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und von Menschen im Alter. In dem Institut werden beide Forschungsrichtungen jetzt verknüpft, so Dieckmann.

Aus dem Förderprogramm „FH Kompetenz“ des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung bezieht die KatHO 1,25 Millionen Euro. Dieckmanns Dank ging deshalb vor allem an Ministerin Schulze: „Sie bauen Stein für Stein die Strukturen der Fachhochschulen auf.“ Seinen Wunsch für das Institut benennt er klar: „Das Leben von Menschen positiver und selbstverständlicher gestalten.“

Svenja Schulze – tags zuvor noch den Bundespräsidenten in Berlin gewählt – machte deutlich: „Teilhabe ist etwas, was uns alle angeht.“ Deutschland habe die zweitälteste Bevölkerung der Welt. Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit müssen demnach „feste Bestandteile“ sein. Teilhabe sei jedoch eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, die durch die Forschung in Münster nun so viel Aufmerksamkeit bekomme, wie sie verdiene. Schulze betonte: „Es geht darum, das Land sozialer, gerechter und lebenswerter zu machen.“ Forschung für einen solchen Zweck zu fördern, sei „sehr wichtig“.

Rainer Schmidt betonte im Anschluss: „Ich bin stolz darauf, dass wir so alt sind. Menschen, die alt sind oder die eine Behinderung haben, haben bei uns eine Chance.“

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