Präparat im Naturkundemuseum
Toter Tiger „Rasputin“ ausgestopft

Münster -

(Aktualisiert) Vor fast genau einem Jahr wurde der Sibirische Tiger Rasputin im Allwetterzoo eingeschläfert, weil er unheilbar krank war. Nun ist der Amur-Tiger wieder zu sehen – als Präparat.

Donnerstag, 23.02.2017, 12:02 Uhr

Über den ausgestopften Rasputin freuen sich (v.l.) Präparator Markus Ranft, Zoo-Direktor Thomas Wilms und Museumsleiter Jan Ole Kriegs.
Über den ausgestopften Rasputin freuen sich (v.l.) Präparator Markus Ranft, Zoo-Direktor Thomas Wilms und Museumsleiter Jan Ole Kriegs. Foto: Oliver Werner

Der Tiger liegt vollkommen entspannt auf dem Tisch, die Pfoten weit von sich gestreckt, den Blick in die Ferne gerichtet – allein, er bewegt sich nicht. „Rasputin“ ist seit einem Jahr tot. Weil er unheilbar krank war, wurde er im Allwetterzoo eingeschläfert.

Das Schicksal eines gewöhnlichen Tierkadavers blieb ihm jedoch erspart. Der Tiger wurde stattdessen präpariert. Seine neue Heimat liegt nur einen Steinwurf von seiner alten entfernt – „Rasputin“ ist jetzt Bestandteil der Sammlung des LWL-Naturkundemuseums.

„Der Zoo ist froh, dass Rasputin in Münster bleibt, er war sehr beliebt“, so Zoo-Direktor Dr. Thomas Wilms. Doch der Tiger sorgte auch für Negativschlagzeilen. 2013 tötete er einen Pfleger durch einen Biss ins Genick. Der 56-Jährige hatte vergessen, eine Käfigluke zu schließen. Im Naturkundemuseum soll er daher nur als „Sibirischer Tiger“ und nicht als „Rasputin“ präsentiert werden – „schließlich wollen wir mit dem Präparat keine Sensationsgier bedienen“, sagt Museumsleiter Dr. Jan Ole Kriegs. Im Übrigen habe es für die Präparation gute Gründe gegeben. Rund um den Globus seien die rund 3000 noch lebenden Tiger vom Aussterben bedroht – ein ausgestopfter Rasputin sei hervorragend geeignet, auf diese Gefahr aufmerksam zu machen.

Knapp sechs Wochen Arbeit

Knapp sechs Wochen Arbeit investierte Präparator Markus Ranft in den Tiger. Das Tier wurde gehäutet, sein Fell gegerbt und danach in der Museumswerkstatt weiterbehandelt. Danach zog es Ranft über eine vorgefertigte Form, setzte Glasaugen ein. Nun wiegt Rasputin nur noch 15 Kilo – vor seinem Tod brachte das 13 Jahre alte Tier rund 170 Kilogramm auf die Waage. Ranft präparierte zum ersten Mal einen Tiger, „eine imposante Katze“, schwärmt er. 

Das Naturkundemuseum verfügt damit nun über die Präparate von drei erwachsenen Tigern . Rasputin wird bei der „Langen Nacht“ am 4. März erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert – allerdings nur für einen Tag. Doch auch in Zukunft soll er immer wieder, zum Beispiel für Sonderausstellungen, das Archiv verlassen. „Denn sein Wert für Wissenschaft und Bildung ist groß“, unterstreicht Zoo-Direktor Wilms.

Besuch bei den Tigern im Allwetterzoo

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Carin Fels leitet das Revier "Katzenhaus" im Allwetterzoo Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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  • Carin Fels leitet das Revier "Katzenhaus" im Allwetterzoo Münster.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Carin Fels leitet das Revier "Katzenhaus" im Allwetterzoo Münster.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier

„Seit vielen Jahren besteht eine Kooperation zwischen dem Museum und dem Allwetterzoo. Beeindruckende Tiere wie dieser Tiger sind wichtig, um die Menschen auf Umweltthemen aufmerksam zu machen“, erklärte Museumsdirektor Kriegs. So kommen immer wieder besondere Tiere wie Rasputin in die Werkstatt der zoologischen Präparation, wo die LWL-Fachleute sich um deren Erhalt kümmern.

Auf das Gesicht kommt es an

„Die große Herausforderung ist es, das Tier möglich lebensecht darzustellen. Vor allem das Gesicht ist wichtig“, sagte Markus Ranft, der den Tiger präpariert hat. „Das Tier hat einen Bezug zu Münster“, so Ranft und erläutert: „Viele Besucher kennen es, und gerade die Tierpfleger wissen genau, wie er ausgesehen hat.“ Der Präparator hat sich bei seiner Arbeit deshalb an Fotos orientiert, um die Besonderheiten auch zu treffen.

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Das Präparatorenteam hatte das Tier bereits im Veterinäramt abgehäutet. Seine Präparation war erstaunlich leicht, da sich der Fachmann eines Tricks bediente: Er erwarb eine vorgefertigte Form für den Körper, der nur geringfügig an Rasputins Fell angepasst werden musste. Dadurch dauerte es nur wenige Tage, nachdem das Fell gegerbt vorlag, um den Tiger zu präparieren. Das komplette Skelett ist nicht erhalten geblieben, wohl aber der markante Kopf von Rasputin.

„Das Museum wird im Rahmen von Sonderausstellungen dieses einzigartige Exponat präsentieren“, so Kriegs. Vorab wird Rasputin am 4. März im Rahmen der Langen Nacht im Museum zu bewundern sein.

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