Rund 80.000 Zuschauer beim Rosenmontagszug
Zwei Prinzen werfen den Narren Rosen zu

Münster -

Was für ein gelungener Rosenmontag! Über 80.000 Menschen feierten unbeschwert Karneval in Münsters Innenstadt. Das Wetter spielte mit, ohne Wind und ohne Regen zogen die 82 bunten, aber nicht ganz so frechen Wagen, 23 Fußgruppen und zwölf Spielmannszüge durch die vollen Straßen.

Dienstag, 28.02.2017, 16:46 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 27.02.2017, 19:23 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 28.02.2017, 16:46 Uhr
Der Höhepunkt einer langen Session: Prinz Ingo Veltmann erreicht mit seinen Adjutanten Frank Hoffmann (l.) und Ulf Imort den Prinzipalmarkt. Es gibt reichlich Rosen für das närrische Volk.
Der Höhepunkt einer langen Session: Prinz Ingo Veltmann erreicht mit seinen Adjutanten Frank Hoffmann (l.) und Ulf Imort den Prinzipalmarkt. Es gibt reichlich Rosen für das närrische Volk. Foto: Oliver Werner

Robert Erpenstein, Präsident des Coerder Carnevals Clubs, steht oben auf seinem Umzugswagen auf dem Schlossplatz und koordiniert gut eine Stunde vor dem Start noch mal die Beladung. Pullover mit dem Aufdruck „Bayern Südkurve“ müssen ebenso raus wie Schlüsselanhänger vom FC Schalke 04 , Harlekinhüte und Schokoladentäfelchen.

Politische Themen des letzten Jahres

Der Liveticker zum Nachlesen:

Rosenmontag in Münster: Der bunte Liveticker

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„Wir haben noch viel vom vergangenen Jahr, als der Zug ja leider ausfiel. Das muss jetzt raus“, meint Erpenstein. Das Motto „Münster, immer die gleiche Leier“ am Gefährt mahnt den Neubau des Preußen-Stadions und den Lärmschutz an der Umgehung B 51 an. „Schon erschreckend, aber die politischen Themen vom letzten Jahr sind immer noch aktuell. Es tut sich wenig in Münster“, meint er.

Ein paar Meter weiter steigt Lisa Düffels , Lady Carneval 2016 aus Amelsbüren, in ihrem pinken Kostüm auf den Zusatzwagen des alten Prinzen Bernard Homann . Vorne am Trecker steht „Zugende 2016“ dran. „Diesmal wird unser Highlight nicht vom Winde verweht. Und ich bin sehr gespannt auf meinen ersten Umzug“, so Düffels. Homann hat frische Rosen an Bord. Den Ornat hat er aber mit Rücksicht auf den aktuellen Prinzen im Schrank gelassen.

Warten auf Kamelle

Und die Witterung ist für Ende Februar optimal. Kaum Wind, über zehn Grad, kein Regen. Dennoch kommen nach Bürgerausschuss-Schätzung nur gut 80.000 Menschen, an manchen Straßenzügen stehen die Leute nur einreihig und warten auf Kamelle. „Die ganze Debatte um die Sicherheit hat wohl viele abgeschreckt“, meint Bürgerausschuss-Präsident Rolf Jungenblut.

Rosenmontag in Münster (4): Die Party vor dem Rathaus

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  • Vor dem Rathaus feierten vor allem Jugendliche Party. Unter ihnen auch viele Migranten, für die der Karneval doch etwas ungewohnt war.

    Foto: Günter Benning
  • Vor dem Rathaus feierten vor allem Jugendliche Party. Unter ihnen auch viele Migranten, für die der Karneval doch etwas ungewohnt war.

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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
  • Vor dem Rathaus feierten vor allem Jugendliche Party. Unter ihnen auch viele Migranten, für die der Karneval doch etwas ungewohnt war.

    Foto: Günter Benning
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Zugkommandant Gerd Meier freut sich über einige recht originelle Wagen. Die Schlossgeister haben einen Knast nachgebaut und nehmen die marode Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße auf die Schippe, beim Trump-Wagen der Schlossgeister halten als Mexikaner verkleidete Akteure Schilder mit „Münster first“ hoch.

Multikulti-Münster

Die närrischen Weiber vom Bürgerausschuss stimmen mit tollen Figuren auf die Skulptur-Projekte ein. Die Schweine-Schinken-Münster ärgern sich über das Verbot an verkaufsoffenen Sonntagen und rollen als Burgmänner mit der „Festung Münster“ im Zug. Originell auch die gezeichnete Preußen-Arena „Münster in 50 Jahren“ auf dem Obergeister-Wagen.

„Münster ist wirklich multikulti, so viele Nationen habe ich noch nie beim Umzug erlebt“, meint Meier. Hoch oben vom Kommandowagen sind aber auch die quer gestellten Lastwagen als Straßensperren und die vielen Polizisten unübersehbar. „Das muss heutzutage wohl leider dazu gehören“, meint Meier. Die Fußgruppen aus Losser bringen rheinisches Flair.

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