Wohnungsmarkt in Münster
Markus Lewe: „Die Trendwende ist erreicht“

Münster -

Das Programm „Sozialgerechte Bodennutzung“ weist nach Einschätzung des Oberbürgermeisters erste Erfolge auf. Dem Ziel, bezahlbaren Wohnraum für alle bereit zu halten, sei die Stadt bereits ein Stück näher gekommen.

Mittwoch, 01.03.2017, 21:03 Uhr

Wohnungsmarkt in Münster : Markus Lewe: „Die Trendwende ist erreicht“
Die Zahl der neuen Wohnungen schwankte in den vergangenen Jahren deutlich. Das Programm „Sozialgerechte Bodennutzung“ will sicher stellen, dass künftig jedes Jahr mindestens 2000 neue Wohnungen auf den Markt kommen. Foto: Lisa Stetzkamp

Kaum ein Bauprojekt war in den vergangenen Jahren so umstritten wie die „Klostergärten“ am Bohlweg. Heute würde ein solches Projekt – knapp 100 Wohnungen wurden hier zu Luxuspreisen verkauft oder vermietet – nicht mehr genehmigt werden. Seit 2014 gibt es das Programm „Sozialgerechte Bodennutzung “, und das verpflichtet Investoren, bei Projekten in der Innenstadt 30 Prozent öffentlich geförderten und 30 Prozent öffentlich förderfähigen Wohnraum zu schaffen.

Bezahlbare Grundstücke und Wohnungen für alle – das ist das Ziel der sozialgerechten Bodennutzung. Eine positive Zwischenbilanz des vor drei Jahren einstimmig von der Politik beschlossenen Programms zog am Mittwoch Oberbürgermeister Markus Lewe : „Es wirkt, die Rahmenbedingungen finden bei Investoren und Eigentümern breite Akzeptanz.“ Eine Trendwende sei erreicht.

"Modernste Projekt seiner Art"

Und das nicht nur bei Projekten in der Innenstadt, sondern auch in den Außenbereichen. Hier werden Bauvorhaben nur noch genehmigt, wenn sich mindestens die Hälfte der Fläche im Eigentum der Stadt befindet. „Das versetzt die Stadt mittel- und langfristig in die Lage, preiswertere Wohnbauflächen zur Verfügung zu stellen“, so Lewe. Seit Anfang 2014 habe die Stadt 330.000 Quadratmeter Fläche angekauft, die für den Wohnungsbau geeignet seien. „Es laufen viele Gespräche mit Eigentümern und Investoren. Nur wenige der bisher angesprochenen Eigentümer möchten nicht veräußern“, betont Lewe.

Ein weiteres Steuerungsinstrument kommt beim Verkauf von Grundstücken für Mehrfamilienhäuser zum Tragen. Sie gehen nicht mehr an den Höchstbietenden, sondern an denjenigen, der die geringste Startmiete verlangt. So sei es bei Projekten gelungen, die Startmiete im frei finanzierten Bereich von 9,50 auf unter 6,80 Euro zu drücken.

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„Die sozialgerechte Bodennutzung ist das modernste Projekt seiner Art in Deutschland“, sagt Lewe. Nach Einschätzung von Stadtrat Matthias Peck verhindert es „Verhältnisse wie im Mittelalter, wo sich nur reiche Kaufleute Häuser in der Innenstadt leisten konnten“.

Die Stadt geht davon aus, dass sie ab 2017 das Ziel von 300 neuen öffentlich geförderten Wohnungen sowie 2000 neuen Wohnungen insgesamt erreichen wird. Münster könnte in Zukunft nicht nur die „deutsche Großstadt mit dem höchsten Zuwachs an Wohnungsneubauten sein“ ( PostbankWohnatlas 2016 ), sondern auch die Stadt, die die Trendwende zu bezahlbarem Wohnraum geschafft hat, hofft der Oberbürgermeister.

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