Mangel an bezahlbarem Wohnraum
Pflegekräfte von Preisniveau abgeschreckt: UKM mietet Wohnungen an

Münster -

Der knappe Wohnraum in Münster stellt auch das Uniklinikum Münster vor Probleme. Vor allem Pflegekräfte ziehen andere, günstigere Standorte vor. Jetzt mietet das UKM Wohnungen an.

Donnerstag, 02.03.2017, 15:03 Uhr

Derzeit stehen die Baukräne noch an den Bettentürmen – bald schon konnte auch Wohnraum für Mitarbeiter am Albert-Schweitzer-Campus gebaut werden.
Derzeit stehen die Baukräne noch an den Bettentürmen – bald schon konnte auch Wohnraum für Mitarbeiter am Albert-Schweitzer-Campus gebaut werden. Foto: Matthias Ahlke

Das Uniklinikum Münster (UKM) ist auf der Suche nach Wohnraum für Mitarbeiter. Es sollen mehrere Appartements angemietet werden, um vor allem Pflegekräften bezahlbaren Wohnraum zu bieten, so heißt es in einer Mitteilung.

Wohnraummangel betrifft auch das UKM

„Der derzeitige Wohnraummangel in der Stadt Münster wird zunehmend auch für uns ein Problem, denn er erschwert die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Die Erfahrung zeigt, dass sich nicht wenige Bewerber letztlich für andere Standorte entscheiden, an denen es sich günstiger leben lässt“, bringt Dr. Christoph Hoppenheit , Kaufmännischer Direktor des UKM, die Gemengelage auf den Punkt.

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Nicht nur für alle Münsteraner, sondern auch für den nach eigenen Angaben größten Arbeitgeber der Region sei der umkämpfte Wohnungsmarkt ein Problem. Es brauche kreative Lösungen, um qualifizierte Kräfte zu halten und vor allem zusätzliche anzuwerben. Hoppenheit: „Deswegen sind wir zurzeit dabei, eigene Maßnahmen zu ergreifen.“

Wohnraum für UKM-Pflegekräfte

Konkret hat sich das UKM im neuentstehenden Wohnkomplex am „Sentruper Tor“ (Ring/Ecke Hüfferstr.) Wohnungen für Mitarbeiter gesichert. Zu April werden dort sieben Appartements angemietet, im Herbst sollen dort noch 13 folgen.

Außerdem gibt es Überlegungen, Wohnraum für Mitarbeiter durch einen Investor bauen zu lassen. Das sei aber eine langfristige Maßnahme. Hoppenheit macht in der Mitteilung deutlich, dass das UKM sogar prüft, ob es zukünftig in bestimmten Fällen Mitarbeitern einen Mietkosten-Zuschuss zusätzlich zum Gehalt zahlt.

Geeignetes Personal wird knapp

UKM-Pflegedirektor Michael Rentmeister erläutert: „Wenn Pflegekräfte keinen bezahlbaren Wohnraum finden, dann hat das auch Auswirkungen auf den Krankenhausbetrieb und damit auf die Krankenversorgung. Wir können zeitweise auf einigen Intensivstationen nur 90 Prozent unserer Betten auslasten, weil geeignetes Personal knapp ist.“

Hoppenheit und Rentmeister richten ihren Appell auch an die Stadtspitze: „Eine wachsende Stadt ist eine große Chance. Vor die Herausforderungen, die das mit sich bringt, sehen wir uns schon heute gestellt und werden weiter darüber nachdenken, was wir von unserer Seite aus beitragen können, damit unsere Möglichkeiten die wachsende Bevölkerung zu versorgen, entsprechend mitwachsen.“

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