Porr AG erwirbt Bauunternehmen
Österreicher kaufen Oevermann

Münster -

Zehn Jahre nach seinem Verkauf an einen niederländischen Baukonzern wechselt das münsterische Traditionsunternehmen Oevermann erneut den Besitzer – und der sitzt künftig in Österreich. 60 Millionen Euro zahlt die Wiener Porr AG nach eigenen Angaben an den holländischen Branchenriesen Heijmans.

Dienstag, 07.03.2017, 19:03 Uhr

Das vor 110 Jahren in Münster gegründete Bauunternehmen Oevermann wechselt den Besitzer. Die österreichische Porr AG will Oevermann erwerben – wenn die zuständigen Wettbewerbsbehörden zustimmen. Von den derzeit rund 700 Mitarbeitern arbeiten etwa 400 am Standort Münster.
Das vor 110 Jahren in Münster gegründete Bauunternehmen Oevermann wechselt den Besitzer. Die österreichische Porr AG will Oevermann erwerben – wenn die zuständigen Wettbewerbsbehörden zustimmen. Von den derzeit rund 700 Mitarbeitern arbeiten etwa 400 am Standort Münster. Foto: Matthias Ahlke

Wie eine Sprecherin von Porr am Dienstag mitteilte, soll der Kaufvertrag in der kommenden Woche unterschrieben werden, wobei die Transaktion unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden stehe.

Betroffen sind rund 700 Mitarbeiter, die an sieben Standorten in Deutschland arbeiten. Das Unternehmen ist vor allem in Nordrhein-Westfalen , Hessen, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt im Verkehrswege- und Hochbau tätig sowie an sechs Asphaltmischwerken beteiligt.

700 Mitarbeiter betroffen

Oevermann-Geschäftsführer Joachim Segeth hatte am Montagabend offiziell vom anstehenden Gesellschafterwechsel erfahren. „Überrascht war ich nicht – es war ja bekannt, dass Heijmans neue Gesellschafter sucht.“ Er sei froh, dass diese Suche so schnell zu einem Ergebnis führte. „Mit Porr gehen wir optimistisch in die Zukunft“, sagt Segeth.

Zukunft für Beschäftigte unklar

Dass die in den vergangenen Jahren von rund 1000 auf 700 Mitarbeiter geschrumpfte Belegschaft noch kleiner werden könnte, glaubt er zum jetzigen Zeitpunkt nicht – ganz im Gegenteil: „Ich denke, dass wir eher wieder organisch wachsen werden.“ Bei Porr wollte man sich am Dienstag noch nicht dazu äußern, wie es mit den Beschäftigten weitergeht.

2007 hatte der niederländische Heijmans-Konzern Oevermann für rund 14,5 Millionen Euro übernommen. In den Folgejahren entwickelte sich das münsterische Unternehmen gut – 2016 erzielte es laut Heijmans einen Umsatz von rund 215 Millionen Euro, das Ergebnis war mit knapp acht Millionen Euro fast vier Mal so hoch wie 2014.

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Anders der Mutterkonzern: 2016 fuhr Heijmans einen Verlust in Höhe von 110 Millionen Euro ein – „ein drastisches Ergebnis“, so CEO Tom Hillen. Heijmans entschied daraufhin, sich auf die Niederlande zu konzentrieren und Unternehmensanteile im Ausland zu verkaufen.

Zu 100 Prozent im Besitz von Porr

Oevermann soll zu 100 Prozent in den Besitz von Porr übergehen, betonen die Österreicher. Nach niederländischen Medienberichten will Heijmans mit dem Geld aus dem Verkauf Schulden abbauen. In einer niederländischen Zeitung wird ein Heijmans-Mitarbeiter mit dem Satz zitiert, dass man beim Oevermann-Verkauf einen „guten Preis“ erzielt habe – schließlich lag er um das Vierfache über dem einstigen Kaufpreis.

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