Bürgerbeteiligung unerwünscht?
Bürgerinitiative gegen WLE-Bahn unzufrieden

Münster -

„Von einer möglichen WLE-Reaktivierung Betroffene, mit denen wie bei anderen Verkehrsprojekten zu reden wäre, gibt es in Münsters Südosten genug“, stellte Michael Eßer, einer der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) gegen die Reaktivierung des Personennahverkehrs auf der WLE-Trasse, jetzt im Gremmendorfer Friedenskrug fest. Etwa 120 interessierte Bürger waren der Einladung der BI gefolgt.

Montag, 20.03.2017, 06:03 Uhr

Zahlreiche Interessierte waren der Einladung der Bürgerinitiative zu ihrer Informationsveranstaltung gefolgt.
Zahlreiche Interessierte waren der Einladung der Bürgerinitiative zu ihrer Informationsveranstaltung gefolgt. Foto: BI Gremmendorf

Im Gegensatz zum Projekt „Tecklenburger Nordbahn“ hätte es bisher seitens der Behörden oder Politik keine öffentliche Informationsveranstaltung zu den Plänen gegeben, heißt es in einer Mitteilung der Initiative. Eine Informationsveranstaltung der FDP in Wolbeck sei eine positive Ausnahme gewesen, betonte Eßer und fügte hinzu: „Wir haben das Gefühl, eine Bürgerbeteiligung ist aufgrund der zahlreichen Planungslücken, Widersprüche und des doch erheblich gewachsenen Widerstandes in der Bevölkerung von Wolbeck, Angelmodde und Gremmendorf nicht erwünscht.“

"Noch keine konkreten Pläne"

Stattdessen „tourten“ Vertreter von WLE und Zweckverband für den Personennahverkehr durch Münster , Albersloh und Sendenhorst , um mit immer noch nicht öffentlich gemachten „neuen Zahlen“ Werbung für die Reaktivierung zu machen, hieß es weiter. „Ist es tatsächlich geplant, dass eine kilometerlange Lärmschutzwand unseren Stadtteil zukünftig zerschneidet?“, wollte eine Gremmendorferin wissen. Eßer konnte nur bestätigen, dass es dazu zwar entsprechende Aussagen gäbe, aber noch keine konkreten Pläne.

"Unser Geld wird verschwendet“

Anders als bei anderen Verkehrsprojekten hätten die Planer kein Konzept vorbereitet, wie das Busnetz mit der reaktivierten Bahnlinie verknüpft werden soll. „Pauschale Aussagen, dass man ein bedarfsgerechtes Angebot an Busverbindungen einrichten werde, ersetzen kein Konzept zur Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsmittel“ kritisierte Eßer. Ein Konzept für Park & Ride oder für Bike & Ride gebe es ebenfalls nicht. Die Planer hätten sich allein auf die Reaktivierung der Bahnlinie konzentriert. Ein ganzheitlicher Plan zur sinnvollen Verknüpfung der Bahn sei nicht erstellt worden. „Angesichts der kaum vorhandenen Vorteile einer Reaktivierung der Bahnstrecke wird hier unser Geld verschwendet.“

Die Kosten für den Busbetrieb trügen die Städte Münster und Sendenhorst, die für die Bahn das Land NRW. „Beide Töpfe sind unsere Steuergelder“, fügte Rechtsanwalt Eßer hinzu.

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