IT-Ausstattung in Schulen
Pro und Contra: Digitale Technik im Unterricht

Münster -

Der münsterische Jugendrat hat die rückständige IT-Ausstattung der Schulen kritisiert. Aber ist moderne digitale Technik im Unterricht überhaupt nötig?

Sonntag, 26.03.2017, 08:03 Uhr

IT-Ausstattung in Schulen : Pro und Contra: Digitale Technik im Unterricht
Foto: dpa

Pro: Ohne geht es nicht

Guter Unterricht misst sich nicht am möglichst intensiven Einsatz moderner, sprich digitaler Medien – dies vorweg. Aber auch wer die Ansicht vertritt, dass Lernen in der Schule prinzipiell besser mit  Stift und Papier, Kreide und Tafel funktioniere, darf sich der Lebenswirklichkeit nicht verschließen. Schule hat die Aufgabe Kinder fürs Leben fit zu machen – und da ist digitale Bildung elementar wichtig. Gerade weil Computer und Internet  eben nicht nur Segen, sondern auch Gefahr und Fluch bedeuten.

Wer im Beruf und auch nur im Alltagsleben bestehen will, kommt ohne die Dienste und die Bedienung von Computern nicht mehr zurecht. Damit Kinder die digitalen Werkzeuge reflektiert und kritisch nutzen können, müssen sie dies in der Schule lernen können. Das geht nicht, wenn im Unterricht uralte Computer stehen und Schulen nur einen schlechten Zugang zum Netz haben. Es ist darum wichtig und richtig, die städtischen Schulen möglichst schnell technisch so ausstatten, damit sie ihre Aufgabe wahrnehmen können. Stift und Papier müssen darum ja nicht aus dem Unterricht verschwinden.

Karin Völker

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Contra: Weniger ist mehr

Hier spricht jemand, den die Kollegen für computerverrückt halten. Ja, Kinder müssen Chancen und Gefahren der EDV erleben. Ja, Schulen hinken den Innovationszyklen der Computerwelt hinterher. Ja, Lehrkräfte vor allem in Grundschulen wissen oft wenig von Bits und Bytes. Ja, selbst in Münster ist da nicht alles okay. Aber es muss auch noch etwas anderes geben. Lernen mit Büchern ist gar nicht so schlecht.

Recherchieren in der Stadtbücherei oder in der Uni kann mehr bringen als Copy-Paste bei Google . Beim Lernen geht es nicht um die Menge der Such-Treffer und die kopierten Häppchen, sondern auch mal um langes Lesen, Anstreichen, Durchstreichen, Selbstdenken. All das geht mit so herkömmlichen Dingen wie Büchern und Blättern. Und all das darf in der Hektik unserer Digital-Welten nicht unter den Tisch fallen. Der berühmte Designer Colani hat in Münster mal vor Design-Studenten erzählt, er habe als Kind nur Bauklötze besessen. Das reichte für seine Fantasie. Ähnliches darf man heute auch für Computer sagen. Wer spät anfängt, kann immer noch weit kommen.

Günter Benning

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