Kreisverband Gartenbau wird 150 Jahre alt
Grüne Oasen in der Innenstadt

Münster -

Der Kreisverband Gartenbau setzt zu seinem 150-jährigen Bestehen ein Zeichen und schenkt der Stadt 150 Bäume. Auch soll das Projekt „Grüne Oasen in der City“ neue Lebensräume in Münster erschließen.

Dienstag, 28.03.2017, 12:03 Uhr

Ein Frühlingsgruß von den Gärtnern für den Oberbürgermeister im Jubeljahr (v.l.): Ralf Pohlmeyer, Martin Dahlmann, Markus Lewe, Volker Hatt und Grünflächenamtschef Heiner Bruns.
Ein Frühlingsgruß von den Gärtnern für den Oberbürgermeister im Jubeljahr (v.l.): Ralf Pohlmeyer, Martin Dahlmann, Markus Lewe, Volker Hatt und Grünflächenamtschef Heiner Bruns. Foto: hpe

Es soll „ein Impuls für die Bürgerschaft sein, die ihre grüne Stadt liebt“: Zum 150-jährigen Bestehen schenkt der Kreisverband Gartenbau der Stadt 150 Bäume und holt eine alte Idee aus der Schublade. „Wir wollen die Westfalenmetropole noch ein Stück lebenswerter machen“, so Kreisgärtnermeister Martin Dahlmann .

Statt eine Hochglanzbroschüre mit netten Grußworten aufzulegen, möchte man zum Vereinsgeburtstag lieber ein „ökologisches Zeichen setzen“, meint Dahlmann. Für Oberbürgermeister Markus Lewe gab es am Montag zum Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten quasi als Frühlingsgruß schon mal einen kleinen Feldahorn im Topf. Standorte für die anderen 149 Gewächse sollen jetzt in Zusammenarbeit mit dem städtischen Grünflächenamt gesucht werden. „Baumgruppen mit jeweils 20 oder 30 Gehölzen wären ideal“, so Dahlmann.

Auch soll ein Vorschlag, der vor Jahrzehnten schon mal Thema bei den Kreisgärtnern war und dann in Vergessenheit geriet, neu geprüft werden: „Grüne Ruhezonen in der City, die temporär in der warmen Jahreszeit zum Relaxen einladen, wären für Münster eine zusätzliche Bereicherung“, meinen Lewe und Dahlmann.

Der Verband selbst beobachtet seit Jahren ein Sterben der alteingesessenen Gärtnereien, immer häufiger ersetzt lukratives Bauland die einst für den Pflanzen- und Gemüseanbau genutzten Flächen an den Stadträndern. „Zuwächse im Service beim Garten- und Landschaftsbau, immer weniger eigenständige Gärtnereien mit regional erzeugten Produkten“, zieht Martin Dahlmann ein Fazit. Besonders der Internethandel mit Baumschulpflanzen habe der „Branche hart zugesetzt“, sagt der Kreisverbands-Chef.

Ein „sensibles Thema“, so die Gartenbau-Lobby, sei die Verdichtung in einer wachsenden Stadt wie Münster. „Große Gebäudekomplexe, aber ganz wenig Grüngestaltung“, so Vorstandsmitglied Volker Hatt. Auch deshalb sei eine Baumschutzsatzung „wichtiger denn je“, meinen die Kreisgärtner. Dahlmann: „Viele Investoren sehen nur die Fläche und nicht, was gerade draufsteht.“ Grüne Flächen, die Münster wohltuend von anderen Metropolen abheben, sollen deshalb „unbedingt erhalten bleiben“, fordern die Gärtner. Mit mehreren Aktionen will man im Jubiläumsjahr für ein grünes Münster werben. Am 3. September soll es ein großes Sommerfest auf Gut Havichhorst geben.

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