Auftakt zum Bürgerforum
Klimaschutz als Gesellschaftsaufgabe

Münster -

Im Rathausfestsaal startete am Freitagnachmittag das Bürgerforum „Klimaschutz 2050“. Der Potsdamer Wissenschaftler Stefan Rahmstorf appellierte eindringlich, dass die Menschheit schnell handeln muss.

Freitag, 31.03.2017, 21:03 Uhr

Eröffneten am Freitag das Bürgerforum „Klimaschutz 2050“ im voll besetzten Rathausfestsaal: Umweltdezernent Matthias Peck (l.) und Gastredner Dr. Stefan Rahmstorf.
Eröffneten am Freitag das Bürgerforum „Klimaschutz 2050“ im voll besetzten Rathausfestsaal: Umweltdezernent Matthias Peck (l.) und Gastredner Dr. Stefan Rahmstorf. Foto: Oliver Werner

Draußen auf dem Prinzipalmarkt zeigt das Thermometer 23 Grad an. Das ist für Ende März eine Menge, aber nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist hingegen, dass die fünf wärmsten Jahre seit 1500 zwischen 2002 und 2010 lagen. „Das ist kein Zufall mehr“, sagt Prof. Stefan Rahmstorf , der im Rathausfestsaal als Gastredner das Bürgerforum Klimaschutz 2050“ eröffnet. Für ihn steht fest: Der Klimawandel ist da, die Menschheit muss handeln.

Der Potsdamer Klimaforscher präsentiert 45 Minuten lang Messwertreihen, die an seiner Einschätzung keine Zweifel lassen. Die Erde wird wärmer, der Wasserspiegel wird höher, die Gletscher schmelzen – mit einer Unmenge an Zahlen und Daten belegt Rahmstorf seine Aussagen.

Kyrill im Münsterland

1/38
  • Am 18. Januar 2007 schlug Kyrill im Münsterland zu.

    Foto: Drunkenmölle
  • Damals hieß der münsterische Schlossplatz noch Hindenburgplatz.

    Foto: Oliver Werner
  • Hunderte Bäume wurden entwurzelt und fielen auf Autos und Häuser.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Feuerwehr hatte an diesem Abend alle Hände voll zu tun.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Baumstämme mussten für den Abtransport zunächst zersägt werden.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Die Aufräumarbeiten an der münsterischen Promenade dauerten eine Weile.

    Foto: Oliver Werner
  • Von oben war das Ausmaß der Schäden ersichtlich.

    Foto: Oliver Werner
  • An Parken war auf dem Platz vor dem Schloss tagelang nicht zu denken.

    Foto: Oliver Werner
  • Nach dem Sturm beruhigte sich das Wetter über dem Schloss relativ schnell.

    Foto: Oliver Werner
  • In Burgsteinfurt wurden ganze Dächer von dem Sturm abgedeckt.

    Foto: Drunkenmölle
  • Die Bismarckschule traf es besonders hart.

    Foto: Drunkenmölle
  • Auf dem Wilhelmsplatz lagen ebenfalls umgestürzte Bäume.

    Foto: Drunkenmölle
  • Dieses Exemplar hatte besonders stattliche Ausmaße...

    Foto: Drunkenmölle
  • ... und wurde samt Wurzelwerk herausgerissen.

    Foto: Drunkenmölle
  • Das Chaos am Tag danach war groß.

    Foto: Drunkenmölle
  • Das Bushaltestellen-Schild an der Bismarckschule blieb unbeschädigt.

    Foto: Drunkenmölle
  • Das Dach jedoch musste komplett saniert werden.

    Foto: Drunkenmölle
  • Solche Bilder ist man sonst nur nach einem Hurricane in den USA gewöhnt.

    Foto: Drunkenmölle
  • Für die Aufräumarbeiten rückte schweres Gerät an.

    Foto: Drunkenmölle
  • Ich Ochtrup sichert die Feuerwehr das beschädigte Kupferdach der St. Dionysius-Kirche.

    Foto: privat
  • Sogar vor dem Friedhof in Lüdinghausen macht der Sturm keinen Halt.

    Foto: ing
  • Schäden an Stromleitungen waren an diesem Tag keine Seltenheit.

    Foto: ing
  • Bis die kleineren Straßen und Wirtschaftswege alle freigeräumt waren, hat es eine Weile gedauert.

    Foto: ing
  • Die große Anzahl der umgeknickten Bäume war für die Feuerwehr vielerorts eine große Herausforderung.

    Foto: ing
  • Der Bahnhof von Appelhülsen glich am Tag nach Kyrill einem Trümmerfeld.

    Foto: Dieter Klein
  • Besonders schlimm trifft es in Drensteinfurt die 1726 erbaute Loreto-Kapelle. Eine Pappel stürzte auf das Dach des historischen Gebäudes.

    Foto: Dietmar Jeschke
  • An der Aa stauten umgestürzte Bäume teilweise die Wassermassen.

    Foto: Oliver Werner
  • Hier musste viel Gehölz aus dem Wasser gefischt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Schlossgarten lagen jede Menge entwurzelter Bäume

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Zur Sicherheit wurde das Areal für den Durchgangsverkehr gesperrt.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Wege waren ohnehin unpassierbar.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Mit jüngeren Bäumen hatte der Sturm leichtes Spiel.

    Foto: Oliver Werner
  • Doch auch so manch alter und entsprechend großer Baum knickte ein wie ein Streichholz.

    Foto: Oliver Werner
  • Auf dem Bohlweg in Münster deckte Kyrill ein Dach ab.

    Foto: Oliver Werner
  • Kein Einzelfall in der Domstadt.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Die Werse führte Hochwasser.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch an dem Fluss hatte die Feuerwehr einiges zu tun.

    Foto: Oliver Werner
  • Wo der Sturm abgeflaut war, richtete der über die Ufer tretende Fluss weitere Schäden an.

    Foto: Oliver Werner

Wenn nichts passiert, warnt er, dann sterben bis Ende des Jahrhunderts Korallenriffe und Muscheln, dann werden Spanien und Portugal zu Wüsten, dann wird es weltweit mehr Extremwetterereignisse geben. „Es liegt in unserer Hand, das zu verhindern“, stellt er klar. Doch es bleibe nicht mehr viel Zeit, ein paar Jahre nur noch – sonst ist es zu spät.

Für den münsterischen Umweltdezernenten ist es „eine Frage der Gerechtigkeit“, dass die Menschheit den Kampf gegen den Klimawandel intensiviert – zumal der reiche Westen seinen energieintensiven Lebensstil nicht nur auf Kosten anderer Länder, sondern auch auf Kosten nachfolgender Generationen führe. Zwar werde in Zukunft nicht die Welt untergehen – „aber Bangladesch“, das als eines der am tiefsten gelegenen Länder akut von einem Anstieg des Meeresspiegels bedroht ist.

Zukunftsperspektive für ein klimaneutrales Münster

Die Schuld an der Erderwärmung, das stellen sowohl Rahmstorf als auch Peck klar, liegt beim Menschen. „Es ist sozial geboten, ökologische notwendig und ökonomisch vernünftig, die Erderwärmung zu stoppen“, betont Peck. Klimaschutz sei aber nicht nur eine Aufgabe der Akteure auf nationaler und internationaler Ebene – Klimaschutz sei eine Gesellschaftsaufgabe. Die Stadt Münster sieht Peck als Motor, gemeinsam mit Wirtschaft, Vereinen und Initiativen sowie den Bürgern Maßnahmen in die Wege zu leiten, die die bereits begonnenen Entwicklungen abbremsen und am Ende stoppen.

Mehr zum Thema

Interview mit Klimaforscher Prof. Stefan Rahmstorf:  Erde erwärmt sich immer schneller

Klimawandel:  2050 Wetter wie in La Coruña

Kyrill 2007 Orkan mit verheerender Bilanz

China will Zusagen einhalten:  Trump wendet sich radikal vom Klimaschutz ab

Webseite: Klimaschutz 2050

...

Was genau vor Ort getan werden kann, auch darüber wurde auf dem Bürgerforum diskutiert. Wo steht die Stadt Münster schon jetzt beim Klimaschutz? Kann Münster 2050 klimaneutral werden – und welche Anstrengungen sind dafür notwendig? Antworten auf solche Fragen soll der Masterplan „Klimaschutz 100 Prozent“ geben, der unter Beteiligung der Stadtgesellschaft in den kommenden Monaten entwickelt werden soll. Dessen Ziel soll es laut Stadt sein, eine umsetzbare Zukunftsperspektive für ein klimaneutrales Münster zu entwickeln.

Bürgerforum bis zum 8. April

Dem Auftakt des Bürgerforums „Klimaschutz 2050“ folgen bis zum 8. April mehrere Werkstatt-Veranstaltungen. Am Montag (3. April) geht es ab 17 Uhr um Mobilität, am Dienstag (4. April) ab 17 Uhr um die solare Stadt, am Mittwoch (5. April) ab 17 Uhr um Haushalte. Am Donnerstag (6. April) folgt eine Projektwerkstatt (16 Uhr), am Samstag (8. April) eine Zukunftswerkstatt (14 Uhr), in die die Ergebnisse der vorherigen Werkstatt-Veranstaltungen einfließen. Anmeldung und weitere Informationen im Internet. 

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4739153?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847808%2F4847809%2F
Nachrichten-Ticker