Türmerin im Lambertikirchturm
Räder-Blockade vor der Türmerstube

Münster -

Vor der Tür abgestellte Fahrräder könnten Münsters Türmerin im Lambertikirchturm zur Gefangenen machen - eine kuriose Geschichte mit ernstem Hintergrund.

Mittwoch, 26.04.2017, 07:04 Uhr

Türmerin Martje Saljé hat es manchmal nicht leicht, wenn sie in luftige Höhe steigen will: Fahrräder stehen von der Tür, schlimmstenfalls machen sie den Ausgang unmöglich.
Türmerin Martje Saljé hat es manchmal nicht leicht, wenn sie in luftige Höhe steigen will: Fahrräder stehen von der Tür, schlimmstenfalls machen sie den Ausgang unmöglich. Foto: privat/hpe

„Zugeleezt“ – mit dieser Wortschöpfung münsterischen Zungenschlags beschreibt Martje Saljé das, was sie häufig auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz erlebt: Sobald nämlich das Semester beginnt, nimmt die Zahl der abgestellten Fahrräder – in der münsterischen Geheimsprache Masematte Leezen genannt – rund um die Lambertikirche schwunghaft zu. Ein Zustand, der der Türmerin bisweilen jedoch Schwierigkeiten bereitet.

Türmerin Martje Saljé

Türmerin Martje Saljé Foto: hpe

Denn der mit einer kleinen Holztür verriegelte Zugang zur Türmerstube am Fuß von St. Lamberti ist nicht selten komplett zugeparkt. So wie am Montag, als Saljé schnell das Handy zückt – und das Foto in den sozialen Netzwerken Furore macht. Anscheinend habe es sich bei den neuen Studenten noch nicht herumgesprochen, dass dies der Eingang zur Türmerstube sei, mutmaßt Saljé.

Gefangen im Turm

Ein kleines Sandstein-Relief neben der braunen Tür gibt zumindest einen dezenten Hinweis. Hilfreicher wäre wohl ein Schild an dieser Stelle – das wiederum sei aus Denkmalschutzgründen problematisch, so Saljés Kenntnisstand.

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Dabei geht es der städtischen Angestellten mit ihrem launigen Klagelied über die Parkmoral der Leezen-Ritter nicht um Bequemlichkeit. Zwei, drei Fahrräder sind schnell zur Seite gestellt, wenn die Türmerin abends gegen halb neun in luftige Höhe aufbricht. Die Sache hat einen ernsten Hintergrund: Weil die Eingangstür nach außen aufgeht, könnten schlimmstenfalls die Fahrräder in der Nacht den Ausgang blockieren – und Saljé wäre im Turm gefangen.

„Wenn ich drin bin, komme ich dann nicht heraus.“ Passiert sei ihr das zum Glück noch nicht. „Aber mein Vorgänger erzählte, er habe schon einmal Freunde anrufen müssen.“

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Seit 2014 bläst Saljé auf dem Kirchturm von St. Lamberti das Horn – zwischen 21 Uhr und Mitternacht. Nur am Dienstag ist Ruhetag, „der Trümer-Sonntag“. Schließlich soll auch eine Türmerin mal in Ruhe durchatmen dürfen.

Münster bekommt erstmals eine Türmerin

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  • Martje Salje ist Münsters erste Türmerin: Erstmals urkundlich erwähnt wurde die heutige Touristenattraktion im Jahr 1379.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Arbeitsplatz von Martje Salje im Turm der Lamberti-Kirche liegt 298 Stufen über dem Prinzipalmarkt.

    Foto: Oliver Werner
  • Wolfram Schulze geht nach 20 Dienstjahren Ende dieses Jahres in den Ruhestand.

    Foto: Oliver Werner
  • Die 33-jährige Martje Salje ist die erste Türmerin von St. Lamberti. Nach Angaben der Stadt Münster hat die Oldenburgerin in Deutschland noch zwei weibliche Kolleginnen: in Bad Wimpfen (Landkreis Heilbronnn) und in Lübben im Spreewald.

    Foto: Oliver Werner
  • „Das ist da oben der beste Ausblick der Welt“, sagte Martje Salje, die neue Türmerin von St. Lamberti, bei ihrer Vorstellung über ihren neuen Arbeitsplatz.

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  • Martje Salje übernimmt das Türmeramt von Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht.

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  • Mit dem täglichen Aufstieg wird die sportliche Martje Salje, hier neben ihrem Vorgänger Wolfram Schulze, keine Probleme haben: In ihrer Freizeit läuft die Musikdozentin Marathon.

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  • „Das ist da oben der beste Ausblick der Welt“, sagte Martje Salje bei ihrer Vorstellung über ihren neuen Arbeitsplatz.

    Foto: Oliver Werner
  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

    Foto: Oliver Werner
  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

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  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

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  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

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  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

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  • Martje Salje übernimmt das Türmeramt von Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht.

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  • Martje Salje spricht Englisch, Französisch und neben ein wenig Niederländisch auch Norwegisch. Damit ist sie aus Sicht der Stadt Münster die ideale Besetzung für diese touristische Aufgabe.

    Foto: Oliver Werner
  • Alle 30 Minuten muss Martje Salje in den Abendstunden in ein kupfernes Horn blasen.

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  • Der Arbeitsplatz von Martje Salje im Turm der Lamberti-Kirche liegt 298 Stufen über dem Prinzipalmarkt.

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  • Martje Salje setzte sich im Bewerbungsverfahren gegen fünf Frauen und 40 Männer durch.

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  • Der Arbeitsplatz von Martje Salje im Turm der Lamberti-Kirche liegt 298 Stufen über dem Prinzipalmarkt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die heutige Touristenattraktion im Jahr 1379.

    Foto: Oliver Werner
  • Auf die Einsamkeit im Turm freut sich Martje Salje: „Ich bin genau der Typ, der am Abend seine Ruhe haben will. Ich bin gerne alleine.“

    Foto: Oliver Werner
  • Auf die Einsamkeit im Turm freut sich Martje Salje: „Ich bin genau der Typ, der am Abend seine Ruhe haben will. Ich bin gerne alleine.“

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  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

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