Lärmaktionsplan wird erst in der zweiten Jahreshälfte vorgestellt
Verwaltung bremst bei Tempo 30

Münster -

Auf welchen Straßen Münsters gilt zukünftig nur noch Tempo 30? Die Stadtverwaltung wollte den Lärmaktionsplan, der die neuen Höchstgeschwindigkeiten beinhaltet, längst vorgelegt haben.

Freitag, 12.05.2017, 12:05 Uhr

Tempo 30 wird in der Innenstadt ausgerollt.
Tempo 30 wird in der Innenstadt ausgerollt. Foto: dpa

Die großflächige Ausweisung von Tempo 30 in der Innenstadt wird kommen. Davon gehen die Umwelt-, aber inzwischen auch die Verkehrsexperten im Stadthaus aus die sich beide in dieser Frage überhaupt nicht grün waren. Die große Frage ist nur wann. „Vor der Landtagswahl werden sie dazu bestimmt nichts hören. Die CDU wird nicht erzählen, welche Zusagen sie den Grünen bereits gemacht hat“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Jung .

Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck (Grüne) hatte den Lärmaktionsplan mit dem Schwerpunkt Tempo 30, der die Lärmimmissionen für 6000 Innenstadt-Anwohner herunterfahren soll, ursprünglich im letzten Quartal 2016 vorlegen sollen. Doch die umfangreiche Sitzungsvorlage lässt auf sich warten – seit Monaten. Nicht nur Jung fragt sich, auf welchen der großen vierspurigen Hauptstraßen innerhalb Münsters zukünftig nur noch Tempo 30 erlaubt ist. „Denn um die geht es ja hauptsächlich“, sagt er.

Wichtig: größtmögliche Rechtssicherheit

Peck hält sich in dieser für viele Berufspendler so spannenden Frage bedeckt. Und das hat Gründe: Denn nachdem die Stadt in einer ersten Beurteilung der Verkehrsplanung von der Bezirksregierung gebremst worden war, geht es Peck nun um eine größtmögliche Rechtssicherheit für den Lärmaktionsplan. Der soll auch mögliche Klageverfahren überstehen. „Hier geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Wir führen Gespräche mit der Bezirksregierung bis hin zum Ministerium“, sagt Peck.

Große Hauptstraßen sind dabei

Um die Lärmimmissionen für Innenstadt-Anlieger zu reduzieren, will die Stadt die zulässige Richtgeschwindigkeit auf vielen Straßen auf Tempo 30 reduzieren. Im Gespräch sind unter anderem die Wolbecker Straße vom Ring bis Servatiiplatz, die Hammer Straße von der Geiststraße bis zum Ludgerikreisel oder die Nordstraße im Kreuzviertel. Der Tempo-30-Abschnitt auf dem Bült soll vom Mauritztor bis zum Neutor erweitert werden.

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Ursprünglich wollte der frühere Stadtbaurat Hartwig Schultheiß Tempo 30 als ein Modellprojekt in Münster installieren. Eine Unsicherheit sei, dass eine neu gewählte Landesregierung die Frage nach Temporeduzierungen in Innenstädten plötzlich ganz anders beurteilen könnte.

Hier soll Tempo 30 gefahren werden

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  • Wolbecker Straße - vom Ring bis zum Servatiiplatz.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Bült gilt heute schon Tempo 30. Im Lärmaktionsplan steht, dass Münzstraße und Mauritztor hinzukommen.

    Foto: Günter Benning
  • Die Hammer Straße soll von der Geiststraße bis zum Ludgierkreisel verlangsamt werden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Nordstraße führt durch das Nordviertel. Auch hier soll testweise Tempo 30 gelten.

    Foto: Matthias Ahlke

Umweltgedanke steht nicht mehr im Vordergrund

Münsters Nachhaltigkeitsdezernent plant, den Lärmaktionsplan in der zweiten Jahreshälfte vorzulegen. Innerhalb der Verwaltung sei inzwischen Einigkeit erzielt worden. Zwischen Umweltamt und Straßenverkehrsbehörde habe es unterschiedliche Auffassungen gegeben, räumt Peck ein. Zu hören ist, dass der Umweltgedanke ein Stück weit zurückgefahren worden sei.

Nun geht es um die technische Umsetzung. Verkehrsflüsse und Ampelschaltungen werden berechnet. Dann können faktisch die Straßen benannt werden, wo Tempo 30 gelten soll. „Uns geht es um praktikable Ausweisungen“, sagt Peck.

Hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass es weniger Straßen als ursprünglich mal vorgesehen seien. Die Anzahl sei aber immer noch beträchtlich. Die Geiststraße ist zum Beispiel nicht mehr dabei, weil die Feuerwehr dort erhebliche Probleme bei Rettungseinsätzen gesehen hat.

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