Vizekanzler trifft preisgekrönte Lehrerin Ghanbari
Sigmar Gabriel im Farbtopf

Münster -

(Aktualisiert) Außenminister Sigmar Gabriel besuchte am Freitag die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU). Grund ist der Erfolg einer Dozentin.

Freitag, 12.05.2017, 13:05 Uhr

Außenminister Sigmar Gabriel besucht am heutigen Freitag die Universität Münster.
Herausforderung für das Minister-Outfit: Sigmar Gabriel verewigte sich bei seinem Besuch an der Universität per Handabdruck auf einem Skateboard des Sportpatenprojekts, das Marie-Christine Ghanbari (l.) initiiert hat. Foto: Oliver Werner

Sport gilt nicht gerade als Kernkompetenz des Politikers Sigmar Gabriel . Und am Freitagmittag sinniert der Außenminister in aller Öffentlichkeit darüber nach, dass auch er „früher so einen Sportparten gut hätte gebrauchen können“.

Die Sportpaten, das sind 30 allesamt kernige junge Leute, mit denen Gabriel jetzt das Gespräch aufnimmt. Auf den Stühlen vor den Studentinnen und Studenten im Seminarraum Ho 1 des Instituts für Sportwissenschaft der Uni Münster sitzen ihre Schützlinge – die kleinen Mädchen und Jungen der Hermannschule, die von jeweils einem der Studierenden einmal wöchentlich betreut werden. Initiiert hat das Marie-Christine Ghanbari , Dozentin am Institut und Sportlehrerin in Gescher.

Ghanbari ist beim Wettbewerb „Global Teacher Prize“ mit 20 000 Teilnehmern unter die letzten zehn gekommen, in Dubai wurde sie im März geehrt.

Sigmar Gabriel, hat das schwer beeindruckt. Er hat die Lehrerin angerufen, um mehr über ihre Arbeit zu erfahren. Jetzt sitzt er hier im Stuhlkreis. Die kleine Malak neben ihm erzählt ihm gerade, dass sie mit ihrer Patin am liebsten Schwimmen geht. Malak gehört zu den Kindern, die mit ihren Familien in der Nachbarschaft der Schule im Südviertel in einer Flüchtlingsunterkunft wohnen. Viele von ihnen werden von den Paten gefördert, aber auch andere Kinder, die Unterstützung nötig haben – einmal pro Woche treiben sie Sport mit „ihrem“ Paten. Ein ganzes Jahr lang, oft auch länger, „weil sich enge persönliche Beziehungen entwickeln“, wie Ghanbari sagt. „Total geile Idee“, zollt Gabriel Respekt – „das kann doch auch woanders gehen“.

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Eine Steilvorlage für Marie-Christine Ghanbari. Sie wird dem Minister in den nächsten Tagen einen Förderantrag für eine Ausweitung des Patenprojekts schicken.

Das grau-neon-grüne T-Shirt des Sportpatenprojekts in seiner Größe zieht Gabriel dann vor den viele Fotografen doch nicht an. Leichtsinnig, denn die praktische Übung am Ende gerät zur Herausforderung für den schwarzen Minister-Anzug und das blütenweiße Hemd. Es gilt, sich per Farb-Handabdruck auf einem Skateboard zu verewigen.

Mit Lehrerinnen wie Ghanbari verbindet Gabriel, so sagt er, das „Ziel, die Gesellschaft zusammenzuhalten“. Pädagogik interessiert ihn abseits der Politik als studierter Lehrer, der allerdings nie an einer staatlichen Schule arbeitete. „Die CDU hätte sich vieles erspart wenn sie mich damals als Lehrer hätte arbeiten lassen“, flachst Gabriel bevor er in die Dienstlimousine steigt. Es geht in den Wahlkampf nach Duisburg. 

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