Domkammer schließt wegen baulicher Mängel
Vorerst letzte Blicke auf den Domschatz

Münster -

Die Domkammer des St.-Paulus-Doms, in der der Domschatz gezeigt wird, wird am 2. Juli schließen. Das gaben Dompropst Kurt Schulte und der Direktor der Domkammer, Dr. Udo Grote, jetzt in einer Pressemitteilung bekannt. Grund für die Schließung sind gravierende bauliche Mängel, die ein bauphysikalisches Gutachten Ende letzten Jahres ans Licht gebracht hat.

Dienstag, 23.05.2017, 19:47 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 23.05.2017, 19:15 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 23.05.2017, 19:47 Uhr
Zum münsterischen Domschatz zählen herausragende Exponate wie etwa dieses goldenes Pauluskopfreliquiar aus der Mitte des 11. Jahrhunderts.
Zum münsterischen Domschatz zählen herausragende Exponate wie etwa dieses goldene Pauluskopfreliquiar aus der Mitte des 11. Jahrhunderts. Foto: Stephan Kube

Die Exponate werden in einem Kunstlager aufbewahrt werden. Bis Mitte kommenden Jahres soll es ein Konzept geben, wie der Domschatz künftig gezeigt werden kann. Vor der Schließung gibt es im Juni zahlreiche besondere Aktionen, Führungen und Workshops. So soll die Domkammer in den ersten Wochen der Skulptur-Projekte länger (bis 18 Uhr) geöffnet sein, es gibt kostenlose Führungen an den Juniwochenenden und am ersten Juliwochenende. Der Eintritt wird ab dem 10. Juni frei sein. Zudem sind Workshops, besondere Angebote für Kinder sowie Führungen in leichter Sprache und für sehbehinderte und blinde Menschen geplant. Bücher gibt es zu reduzierten Preisen.

Zum Domschatz zählen herausragende Exponate wie etwa ein goldenes Pauluskopfreliquiar aus der Mitte des 11. Jahrhunderts, ein goldenes Reliquienkreuz (um 1090), eine Reliquienfigur der heiligen Agnes sowie wertvolle Messgewänder und liturgische Geräte.

Dompropst Kurt Schulte erläutert, dass das bauphysikalische Gutachten vor allem gezeigt habe, dass die Klimatechnik der Domkammer marode und nicht zu reparieren sei. Von daher habe das Domkapitel die Schließung der Domkammer beschlossen. Zugleich wolle das Domkapitel aus der Not eine Tugend machen und die Schließung zum Anlass nehmen, um grundsätzlich zu überlegen, wie ein modernes Konzept für eine künftige Präsentation des Domschatzes aussehen könne.

Dabei, so betont Domkammer-Direktor Udo Grote, müsse es vor allem darum gehen, den Menschen über den Domschatz Zugänge zum Glauben zu ermöglichen. „Die Domkammer ist ein Museum, das aber zugleich ein Ort der Verkündigung sein muss“, sagt er. Aktuell informiere man sich, wie in anderen Bischofsstädten museumspädagogische Konzepte aussähen.

Damit die Menschen nicht völlig auf den Domschatz „verzichten“ müssten, werde zudem überlegt, ob man Teile in anderen Museen präsentieren könne. 

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