Architektenbund verteidigt scharfe Worte
Hafenkäserei: Kritik war „ein Treffer“

Münster -

Der BDA hat am Mittwoch seine Kritik an den Malereien an der Hafenkäserei-Fassade verteidigt. So sei es gelungen, eine Diskussion über Fassadenmalereien anzustoßen.

Mittwoch, 24.05.2017, 20:05 Uhr

Heftig umstritten: bunte Malereien an der Fassade der „Hafenkäserei“
Heftig umstritten: bunte Malereien an der Fassade der „Hafenkäserei“ Foto: Oliver Werner

Für den Bund Deutscher Architekten ( BDA ) gibt es keinen Grund, von seiner Kritik an den Malereien an der Hafenkäserei-Fassade abzurücken.

Ziel der Anmerkungen sei es gewesen, eine öffentliche Diskussion über die zunehmende Zahl an Fassadenmalereien in Münster anzustoßen. Das sei gelungen, konstatiert der münsterische BDA-Vorsitzende Peter Bastian . Insofern sei die Anfang der Woche verbreitete Pressemitteilung „ein Treffer“ gewesen.

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Mit Übertreibung auf Reaktionen aus

Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung hatte die große Mehrheit der User die BDA-Kritik zurückgewiesen und die bunten Malereien an der Fassade verteidigt. Der BDA hatte diese unter anderem als Verschandelung, Verhunzung und vollkommenen Käse kritisiert. „Wir haben sicherlich ein wenig übertrieben“, räumt Bastian ein, „doch diese Übertreibung hat immerhin Reaktionen ausgelöst.“ Reaktionen, die der BDA gewollt habe, „denn zur Baukultur einer Stadt gehört ein öffentlicher Diskurs“.

Reaktionen auf die Fassade der Hafenkäserei

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  • Carolin Scho: „Auf dem Bild sieht man viel Käse, aber auch maritime Elemente. Diese Mischung gefällt mir. Sie passt gut zum Hafen.“

    Foto: Lisa Uekötter
  • Kathrin Müller: „Mir ist das Bild erst gar nicht aufgefallen. Es ist so filigran gemalt, dass einzelne Elemente von der anderen Seite nicht erkennbar sind.“

    Foto: Lisa Uekötter
  • Lars Röwemeier: „Im Gegensatz zu anderen finde ich das Bild nicht schlimm. Es peppt die graue Betonfassade auf. Die Farben sind schön bunt.“

    Foto: Lisa Uekötter
  • Janet Jung: „Das Bild ist kein Eye-Catcher, weil es nicht markant genug ist. Der Schriftzug ,Hafenkäserei‘ fällt viel eher ins Auge als das eigentliche Bild.“

    Foto: Lisa Uekötter
  • Jörg Hartmann: „Ich habe das Bild von der gegenüberliegenden Seite aus angeschaut. Es ist handwerklich gut gemacht und lockert das Hafenbild auf.“

    Foto: Oliver Werner

Gestaltungsbeirat als Entscheidungsinstanz gefordert

In seiner Pressemitteilung hatte der BDA auch vorgeschlagen, Fassadenbemalungen künftig dem Gestaltungsbeirat vorzulegen. Eckhard Scholz, Vorsitzender des Gestaltungsbeirates, hat sich am Mittwoch hinter diese Forderung gestellt. „Würde uns die Stadt darum bitten, dann würden wir Fassadenbemalungen auch behandeln“, sagt Scholz – gerade dann, wenn diese an öffentlichkeitswirksamen Objekten und städtebaulich wichtigen Stellen erfolgen sollen. Die bunten Bilder an der Hafenkäserei schaden nach seiner Einschätzung dem Gebäude, „sie setzen es auf ein kindliches Niveau herab“. Man hätte vorher über die Fassaden-Pläne sprechen sollen, meint der Architekt.

Ein Blick in die Hafenkäserei

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  • Ann-Paulin Söbbeke baut im münsterischen Mittelhafen die Hafenkäserei auf.

    Foto: Günter Benning
  • Ann-Paulin Söbbeke mit ihrem eigenen Käse.

    Foto: Günter Benning
  • Ann-Paulin Söbbecke baut im Hafen ihre Schaukäserei auf. Foto: Günter Benning
  • Ann-Paulin Söbbeke baut im münsterischen Mittelhafen die Hafenkäserei auf.

    Foto: Günter Benning
  • Ann-Paulin Söbbecke baut im Hafen ihre Schaukäserei auf. Foto: Günter Benning
  • Ann-Paulin Söbbeke baut im münsterischen Mittelhafen die Hafenkäserei auf.

    Foto: Günter Benning
  • Ann-Paulin Söbbeke baut im münsterischen Mittelhafen die Hafenkäserei auf.

    Foto: Günter Benning
  • Blick in die Produktionshalle.

    Foto: Günter Benning
  • Ann-Paulin Söbbeke baut im münsterischen Mittelhafen die Hafenkäserei auf.

    Foto: Günter Benning
  • Blick aus dem Fenster in den Hafen.

    Foto: Günter Benning
  • Hier wird die Milch deponiert.

    Foto: Günter Benning
  • Ann-Paulin Söbbeke baut im münsterischen Mittelhafen die Hafenkäserei auf.

    Foto: Günter Benning
  • Ann-Paulin Söbbeke baut im münsterischen Mittelhafen die Hafenkäserei auf.

    Foto: Günter Benning
  • Blick in die Produktionshalle.

    Foto: Günter Benning
  • Hier entsteht der Besucherbereich.

    Foto: Günter Benning
  • Das Käselager, in dem der Käse monatelang reift.

    Foto: Günter Benning
  • Blick in die Produktionshalle.

    Foto: Günter Benning
  • Blick aus dem Fenster in den Hafen.

    Foto: Günter Benning
  • Ann-Paulin Söbbeke baut im münsterischen Mittelhafen die Hafenkäserei auf.

    Foto: Günter Benning

Kritik kommt auch vom Architekten der Hafenkäserei

Ebenfalls nicht einverstanden mit den Fassadenmalereien ist der Architekt des Gebäudes, Jochen Hartig vom Büro Hartig/Meyer/Wömpner. „Mit uns war das so nicht vereinbart worden“, sagt Hartig, der sich am Mittwoch ebenfalls hinter die Kritik des BDA stellte. „Das passt schon“, so der Architekt. Hartig betont, dass man inzwischen mit dem Bauherren im Gespräch sei, um eine Lösung zu finden. Wie die aussehen könnte, dazu macht er keine Angaben. Jochen Hartig ist selbst Mitglied des Bundes Deutscher Architekten.

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