Verdi und die verkaufsoffenen Sonntage
Klagewelle bleibt in Bielefeld noch aus

Münster/Bielefeld -

In Münster gibt es nach der Klagewelle und dem Bürgerentscheid kaum noch verkaufsoffene Sonntage. Im Wirtschaftsraum Bielefeld soll zunächst im Dialog nach Lösungen gesucht werden. „Das wäre auch in Münster möglich gewesen“, sagt Bernd Bajohr von Verdi.

Montag, 29.05.2017, 19:05 Uhr

Eine volle Innenstadt gibt es in Münster nur wochentags.
Eine volle Innenstadt gibt es in Münster nur wochentags. Foto: Oliver Werner

Im benachbarten Wirtschaftsraum Bielefeld / Paderborn scheint es auch in naher Zukunft große verkaufsoffene Sonntage in den Innenstädten zu geben, während in Münster damit bis auf wenige Ausnahmen nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid im vergangenen Jahr bis zum November 2018 Schluss ist.

Die Gewerkschaft Verdi , die gleich gegen eine ganze Reihe von verkaufsoffenen Sonntagen in Münster erfolgreich geklagt hatte, wird in Ostwestfalen zunächst den Dialog mit den Städten abwarten, die die Rechtssicherheit darlegen müssen. „Wir sind mit vielen Kommunen im Gespräch“, sagt die dortige Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Martina Schu. Sie stellt aber klar: „Wir behalten uns aber auch jederzeit vor, sämtliche verkaufsoffene Sonntage in der Region rechtlich zu prüfen und dagegen zu klagen.“

Den Bielefelder Weg, bislang nicht durch die Instanzen zu gehen, hätte sich der örtliche Verdi-Bezirksgeschäftsführer Bernd Bajohr gut für Münster vorstellen können. „In Rheine hat ein solches Miteinander ja auch funktioniert“, sagt er.

In Münster habe Bajohr, nachdem die ausreichende Zahl an Unterschriften für den Bürgerentscheid vorgelegen habe, vorgeschlagen, zwar die vom Rat beschlossenen zusätzlichen Sonntage zu streichen, aber dafür alle gerichtlichen Anträge zurückzuziehen, wenn sich alle Parteien gemeinsam über eine mögliche Liste von verkaufsoffenen Sonntagen verständigt hätten. „Dieses Gesprächsangebot wurde abgelehnt“, so Bajohr. Bis heute.

Mehr zum Thema

Kommentar zu verkaufsoffenen Sonntagen: Zweierlei Maß

Kampf gegen Onlinehandel: Warenhäuser wollen an Sonntagen häufiger öffnen

Nach dem Bürgerentscheid: Viel mehr Sonntage auf der Kippe  [07.11.2016]

Keine verkaufsoffenen: Sonntage Kaufleute und Kirchen im Clinch  [09.11.2016]

...

Doch es gibt zarte Annäherungsversuche in der Sonntagsfrage. Bajohr und der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes, Michael Radau, trafen sich informell zu einem „konstruktiven Gespräch“. Auch Vertreter des Vereins der Kaufmannschaft um den 1. Vorsitzenden Matthias Lückertz tauschten sich mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn aus. Beide Kirchen hatten sich gegen die verkaufsoffenen Sonntage positioniert. Mit Verdi sieht Lückertz aktuell keinen Gesprächsbedarf. 

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4889203?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Freundschaft, Religion und Vaterland
Justus Beisenkötter (l.) und Tobias Milzarek in der Hausbar ihrer Verbindung.
Nachrichten-Ticker