Schiffsprojekt zum Thema Flucht
„Flucht“ an den Kreativkai

Münster -

Im Hafen ankert am 23. August ein echtes Flüchtlingsboot. An Bord ist ein Kunstwerk: 70 Statuen, die für Flüchtlinge stehen. Ein Projekt, das zum Nachdenken anregen will.

Mittwoch, 05.07.2017, 16:07 Uhr

Die 70 Figuren des dänischen Künstlers Jens Galschiøt ankern am 23. und 24. August im münsterischen Hafen. Allerdings sind sie dann auf einem echten ehemaligen Flüchtlingsboot montiert.
Die 70 Figuren des dänischen Künstlers Jens Galschiøt ankern am 23. und 24. August im münsterischen Hafen. Allerdings sind sie dann auf einem echten ehemaligen Flüchtlingsboot montiert. Foto: Outlaw

Vor vier Jahren wurde die nur binnenschifffahrtstaugliche „Al-hadj Djumaa“ vor der Küste Lampedusas von der italienischen Küstenwache beschlagnahmt. 282 Flüchtlinge, 217 Eritreer und 65 Äthiopier, drängten sich an Bord.

Wenn das Schiffchen am 23. August am münsterischen Kreativkai vor dem Speicher des Coppenrath-Verlags anlegt, sind neben der kleinen Crew 70 weitere Passagieren an Deck. Es sind Figuren des dänischen Künstlers Jens Galschiøt . Sie zeigen Menschen auf der Flucht.

In der kommenden Woche starten die Figuren in Bremen ihre von der Stiftung „Outlaw“ gesponserte Tournee durch 22 Orte in Deutschland, die ersten sechs Häfen, darunter auch auf der Nordseeinsel Norderney, laufen die Statuen auf dem seetauglichen Schiff MS Anton an. In Papenburg wird das Kunstwerk auf das ehemalige echte Flüchtlingsschiff „Al-hadj Djumaa“ montiert, um die Reise über Flüsse und Kanäle fortzusetzen. Endpunkt ist am 1. Oktober Berlin.

Die Vertreter der lokalen Initiativen aus Münster, die das Rahmenprogramm am 23. August gestalten, präsentierten im Hafen das Projekt.

Die Vertreter der lokalen Initiativen aus Münster, die das Rahmenprogramm am 23. August gestalten, präsentierten im Hafen das Projekt. Foto: Karin Völker

Der Sinn des sozial-kulturellen Schiffsprojekts „Mit Sicherheit gut ankommen“: „Menschen sollen sich auf andere Weise mit dem Thema Migration und Flucht beschäftigen“, skizzierte Dr. Friedhelm Höfener, Geschäftsführer des Jugendhilfe-Trägers „Outlaw“. Vor Ort hat die Outlaw-Stiftung mehr als zehn Projektpartner, Vereine und Initiativen aus Münster, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, sie alle kamen am Mittwochvormittag zur Vorstellung des Projekts in den Hafen. Der Coppenrath-Verlag, auf dessen Gelände am Hafenweg 28 das Rahmenprogramm am 23. August stattfindet, ist einer der Unterstützer der Aktion.

In zwei Jurten präsentiert die Stiftung Outlaw eine Wanderausstellung zum Thema, die auch noch am 24. August dort tagsüber zu sehen sein wird. Am 23. August gibt es unter anderem um 16 Uhr eine Buchvorstellung zum Thema „Islam 2030“, Münsterische Politiker aus dem Bundestag und Vertreter der Parteien diskutieren über Flüchtlingspolitik. Um 20 Uhr werden Politiker, darunter die Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel (Linke) und Maria Klein Schmeink (Grüne) eine szenische Lesung mit Musik halten.

Beteiligte Initiativen und Vereine

Diese lokalen Initiativen unterstützen die Aktion und gestalten das Rahmenprogramm: AKI (Arbeitskreis International); ASB Münster; VSE (Verein sozialtherapeutischer Einrichtungen NRW); VPI (Verein integrativer Projekte); Diakonie Münster/Caritas Münster (Fachbereich Migration); AFAQ (Verein für kulturelle und gesellschaftlich Zusammenarbeit); MUM (Mehrgenerationenhaus und Mütterzentrum); Eine-Weltforum Münster e. V.; InnoSozial Ahlen; Der Paritätische Münster; Münster – Stadt der Zuflucht; Hospizstiftung Münster; Initiative Menschenrechte; Outlaw

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