Crowdfunding
„The Late Night Call“ aus Münster wollen ihr erstes Album veröffentlichen

Münster -

„The Late Night Call“ sind eine Band aus Münster, die im Alleingang ihr Album aufgenommen hat. Eine bunte Mischung aus verschiedenen Stilen. Jetzt fehlt der entscheidende Schritt, aber für den braucht das Quintett Unterstützung.

Donnerstag, 20.07.2017, 15:07 Uhr

„The Late Night Call“: (v.l.) Christopher Kintrup, Jonas Chrobak, Frederike Kerner, Sergej Udarcev und Tobias Kintrup.
„The Late Night Call“: (v.l.) Christopher Kintrup, Jonas Chrobak, Frederike Kerner, Sergej Udarcev und Tobias Kintrup. Foto: Linus Hagedorn

Was tun, wenn sich eine Band kurz vor einem geplanten Gig trennt? Zwei der Mitglieder gründen einfach kurzerhand eine neue: Noch direkt in der Nacht werden Telefonate geführt und Wildfremde als Musiker engagiert. Über den Bandnamen müssen die Musiker dann auch nicht lange sinnieren: „The Late Night Call“ passt perfekt.

Genau das ist Bassist Christopher Kintrup und Schlagzeuger Jonas Chrobak vor drei Jahren passiert. Tatsächlich aber stimmte von Beginn an die Chemie in dem Quintett, das durch Tobias Kintrup (Keyboard), Sergej Udarcev (Gitarre) und Sängerin Frederike Kerner komplettiert wurde.

„Kennengelernt haben wir uns alle erst am darauffolgenden Tag im Auto auf dem Weg zur Konzert-Vorbesprechung und uns direkt super verstanden“, erinnert sich Jonas.

Alternative Pop-Rock

Eine bunte Mischung ist das: Die Altersspanne reicht von 21 bis 32 Jahren. Beruflich bewegen sie sich zwischen Informatik über Physiotherapie bis hin zur sozialen Arbeit. Einmal die Woche wird im Keller des Elternhauses der Kintrup-Brüder geprobt – im ehemaligen Zimmer von Tobias.

Und genauso vielfältig wie ihre Interessen klingen „The Late Night Call“. Eigentlich ist es hilfreich, die Musik mit einem Etikett zu versehen. Aber die Band macht es einem nicht leicht: „Früher haben wir es Synth-Rock genannt, aber selbst der Mischer, dem wir die Songs geschickt haben, fand sie schwierig zu kategorisieren,“, sagt Tobias, der mal Musik studiert hat. Alternative Pop-Rock trifft es vielleicht ganz gut.

Sängerin Frederike Kerner ist Autodidaktin. Keine Gesangsschule, kein -training. Mal klingt ihre Stimme wuchtig und straight wie die von Linda Perry („4 Non Blondes“), mal sanft und soulig oder auch so intensiv wie Amy MacDonald.

Das Glück der Tüchtigen

Ungewöhnlich ist, dass alle fünf gleichberechtigt das Songwriting betreiben. Es wird munter diskutiert, und zwar solange, bis alle mit dem Ergebnis zufrieden sind. Einen Bandleader gibt es nicht. Einmal drohte die Stimmung zu kippen, doch Jonas ermahnt die anderen: „Stress können wir heute gar nicht gebrauchen.“ Seitdem ist der Spruch das Leitmotiv der Band – „entspannt bleiben“ lautet das Motto.

Elf Songs haben „The Late Night Call“ für ihr Debütalbum aufgenommen. Bisher hatten sie immer Glück: Sowohl das Cover-Design (bereits auf ihrer Webseite zu bewundern) als auch die Videos für zwei ihrer Songs haben Freunde und Bekannte gemacht. Kostenlos. Weil ihnen die Musik so gut gefallen hat. Jetzt aber ist man auf Hilfe angewiesen, weil das Album noch gemischt und gemastert werden muss. „Der Unterschied zu den Aufnahmen aus dem Proberaum ist enorm“, sagt Sergej. Da so was nicht kostenlos zu bekommen ist, hat die Band sich dafür entschieden, auf Crowdfunding zu setzen.

Wer bekannt werden will, muss auftreten. Wenn alles klappt, wie erhofft, wollen die fünf Musiker mehr Konzerte geben. Beim Stadtfest sind sie aufgetreten und vorm Schloss. Aber mal im Gleis aufzutreten, das wäre was. Und wenn das Glück nicht abreißt, dann steht dem Auftritt vor großem Publikum mit eigenem Album im Gepäck nichts mehr im Weg.  

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