Eltern-Klage erfolgreich
„Undurchsichtige Verteilung von Kita-Plätzen“ in Münster hat ein Ende

Münster -

Nach einer mehr als einjährigen erfolglosen Odyssee in der Kita-Landschaft Münsters wurde es Aref Kaup und Kadisha Grosvenor zu bunt. Als die Suche nach einem Betreuungsplatz für ihren mittlerweile fast 18 Monate alten Sohn Leon Felix trotz intensiver Bemühungen erfolglos geblieben war, zogen sie als erste Eltern gegen die Stadt vor Gericht. Mit Erfolg: Die Stadt wurde per einstweiliger Anordnung angewiesen, ihnen einen zumutbaren Platz zu geben.

Freitag, 21.07.2017, 19:00 Uhr

Seit der kleine, jetzt fast eineinhalb Jahre alte Leon Felix auf der Welt ist, suchen seine Eltern für ihn ohne Erfolg einen Kita-Platz. Dann zogen sie als erste Eltern gegen die Stadt Münster vor Gericht.– mit Erfolg.
Seit der kleine, jetzt fast eineinhalb Jahre alte Leon Felix auf der Welt ist, suchen seine Eltern für ihn ohne Erfolg einen Kita-Platz. Dann zogen sie als erste Eltern gegen die Stadt Münster vor Gericht.– mit Erfolg. Foto: Matthias Ahlke

Der kleine Leon Felix, geboren am 18. Februar 2016, war gerade drei Tage auf der Welt, da trugen seine Eltern ihre Bewerbung um einen Kita-Platz in das städtische Online-Portal Kita-Navigator ein. Sieben Wunscheinrichtungen im Umkreis ihrer Wohnung in der Innenstadt gaben sie an und hörten darauf lange nichts. Nach vielen Monaten klapperten der selbstständig tätige Geschäftsmann und die in Hamm arbeitende Ärztin die angegeben Kitas persönlich ab. „Wir erfuhren, dass die meisten überhaupt keine Plätze zu vergeben hatten“, erzählt Aref Kauf.

Unakzeptables Angebot der Stadt

In einem zweiten Anlauf versuchten sie es bei weiteren sieben Kitas, wieder ohne Erfolg. Nur ein Platz, den die Stadt der Familie anbot, erfüllte die wichtigste Anforderung des Paares. Es benötigt eine Betreuung bis mindestens 16.30 Uhr. Kadisha Grosvenor kommt täglich erst um 16.15 Uhr mit dem Zug von der Arbeit wieder nach Münster, der Vater ist oft geschäftlich unterwegs. Die von der Stadt angebotene Betreuung bei einer Tagesmutter, die dieses Kriterium erfüllte, war in der Nähe von Sprakel angesiedelt – „unakzeptabel weit entfernt“, sagt Aref Kaup.

„Undurchsichtige Verteilung von Kita-Plätzen“

Die Stadt Münster vertröstete die Eltern des Jungen immer wieder und verwies auf eine vermeintliche Kapazitätsauslastung der Kita-Plätze in der Innenstadt. „Wir erfuhren aber von anderen Bewerbern, die uns aus nicht nachvollziehbaren Gründen vorgezogen wurden“, erzählt der Vater. Der von dem Elternpaar eingeschaltete Anwalt Henning Schulte im Busch freut sich, „dass mit der undurchsichtigen Verteilung von Kita-Plätzen durch die Stadt jetzt Schluss“ sei.

Trotz des Sieges vor Gericht hat Leon Felix, der von seiner Großmutter betreut wird, nun immer noch keinen Kita-Platz sicher. Die Aufnahme in eine Kita in Bahnhofsnähe wurde ihnen von der Einrichtung in Aussicht gestellt, sei aber noch unsicher, so der Vater.

Stadt prüft Urteil

Die Stadt, die Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen kann, äußerte sich am Freitag nicht zur Sache, kündigte lediglich an, die Frage sorgfältig zu prüfen. Im zuständigen Amt und Dezernat der Verwaltung war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5026343?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Alleinunfall: Motorradfahrer erleidet schwerste Verletzungen
29-Jähriger zwischen Lengerich und Tecklenburg-Leeden verunglückt: Alleinunfall: Motorradfahrer erleidet schwerste Verletzungen
Nachrichten-Ticker