Zu Besuch bei Henning Wehland
Der Finder der inneren Ruhe

Henning Wehland ist überpünktlich. Bereits vor der verabredeten Uhrzeit sitzt er in der Lobby des 25hours-Hotels direkt hinter der Gedächtniskirche. Der Sänger, dessen Karriere in Münster begann und der seit 2004 in Berlin lebt, wirkt total tiefenentspannt. Er trägt graue Hose, graue Weste, graue Schuhe, durch seinen Vollbart ziehen sich graue Haare. Herzliche Begrüßung, Wehland bestellt ein Glas Weißwein, sucht einen ruhigen Platz auf der Hotelterrasse.

Sonntag, 30.07.2017, 16:55 Uhr aktualisiert: 06.08.2017, 14:40 Uhr
Zu Besuch bei Henning Wehland : Der Finder der inneren Ruhe
Wahl-Berliner und Münsteraner im Herzen: Henning Wehland in der Hauptstadt Foto: Martin Kalitschke

Wehland , der Wahl-Berliner. Fühlt er sich eigentlich immer noch als Westfale? „Ich bin nach wie vor Münsteraner, durch und durch“, sagt der 46-Jährige. Und was heißt das? „Ich weiß, wo ich hingehöre, bin stolz auf meinen Freundeskreis und liebe meine Heimat.“

Berlin – Münster

In die kehrt er Anfang August zurück, vor dem Schloss wird er an gleich zwei Abenden hintereinander auf der Bühne stehen. Am 5. August begleitet ihn bei den „Schloss Classix“ ein komplettes Symphonieorchester, am Tag darauf bittet er um 12 Uhr mittags zu einem musikalischen Picknick. „Der Letzte an der Bar“ heißt das Album, aus dem er Songs präsentieren wird, dazu das Klappern von Besteck und Geschirr und hoffentlich noch gutes Wetter – man merkt ihm an, wie sehr er sich auf die beiden Konzerte freut.

Ich bin nach wie vor Münsteraner, durch und durch.

Henning Wehland

Teile seiner Familie leben nach wie vor in Münster, gerne kommt er zu Besuch – gerne fährt er aber danach auch wieder nach Berlin zurück. Wehland wohnt in Mitte, nicht weit von der Museumsinsel entfernt, zusammen mit seiner Frau Kira, mit der er seit 2010 verheiratet ist und die ihn heute managt. „Hier in Berlin habe ich alle Möglichkeiten“, sagt Wehland. „Ich kann in die Oper gehen, ein Konzert von U2 anschauen, die Stadt ist ein leeres Blatt Papier, das vollgeschrieben werden will. In Berlin gibt es eine Form von Freiheit, die es nirgendwo sonst in Deutschland gibt.“

Henning Wehland: Von Crossover-Rock bis Deutsch-Soul

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  • Henning Wehland im Gespräch mit Lenz-Show-Reporterin Isabel Reifenrath 2008. Der gebürtige Bonner, wuchs in Münster-Wolbeck auf und spielt bis heute in seiner damals gegründeten Jugend-Band H-Blockx.

    Foto: mt
  • Xavier Naidoo (links) und Henning Wehland von der Band Söhne Mannheims bei Rock im Park in Nürnberg. Seit 2007 ist der Rockmusiker Mitglied der Band.

    Foto: dpa
  • H-Blockx-Sänger Henning Wehland singt bei Rock am Ring 2010. Der Soundtrack zum Kinofilm Bang Boom Bang stammt von der vierköpfigen Band aus Münster.

    Foto: Harald Tittel
  • Henning Wehland in Berlin, seiner Wahlheimat seit 2004. Neben dem Musikmachen, ist er Manager von Pohlmann und The BossHoss und ist Mitgründer der Werbeagentur „Dachboden“ in Münster.

    Foto: kal
  • Dieses Jahr ist Wehland mit seinem neuen Album auf dem Schloss Classix in Münster zu sehen. Am 6. August steht er mit dem diesjährigen Album „Der Letzte an der Bar“ auf der Bühne.

    Foto: Markus Walter
  • Auch Ahlen durfte sich 2017 schon über den Coach der Casting-Show „The Voice Kids“ freuen.

    Foto: Peter Harke
  • Henning Wehland live auf dem Stadtfest in Ahlen 2017. Neun Jahre zuvor landete er mit den Söhnen Mannheims auf Platz 1 der deutschen Singlecharts („Das hat die Welt noch nicht gesehen“).

    Foto: Peter Harke
  • Anfang 2017 erschien Wehlands erstes Soloalbum „Der Letzte an der Bar“.

    Foto: Pascal Hoefig/PD
  • Henning Wehland und Michael Klimers von den Söhnen Mannheims im Münsterland. Auch mit Sarah Connor hat das Multi-Talent bereits Musik aufgenommen.

    Foto: Christiane Nitsche
  • 2013 und 2014 konnte der Sänger mit seinen Teams bei „The Voice Kids“ den Sieg einholen. Zusammen mit Lena Meyer-Landrut und Tim Bendzko besetzte er die Jury.

    Foto: dpa
  • In Zukunft plant der Rockmusiker eine Karriere als Oberbürgermeister von Münster. . In einem Interview mit dem hessischen Radiosender „Hit Radio FFH“ bestätigte Wehland seinen Wunsch.

    Foto: Andre Stephan
  • Wehland bei der Verleihung des Echos 2014. Drei Jahre später erschien das sechste Studioalbum der Söhne Mannheims.

    Foto: Jens Kalaene

Das hört sich an, als wäre er nur unterwegs – doch das ist nur die halbe Wahrheit. „Zuhause ist es ganz ruhig, dort kann ich mich jederzeit zurückziehen.“ Gerade weil es in Berlin so viele Möglichkeiten gibt, muss er sie nicht mehr verzweifelt suchen. „In Berlin habe ich meine innere Ruhe gefunden“, sagt er, Wehland ist angekommen. Das merkt man ihm an: Dieser Mensch ruht in sich selbst.

„Vorbild sein“

Dabei begann seine musikalische Karriere mit einem Knall, H-Blockx, Crossover, nichts für sanfte Gemüter. „Die Phase ist vorbei“, sagt Wehland. Musikalisch sei er im Herzen immer noch Rock‘n‘Roller. „Aber die Inhalte, die sind für mich wichtiger geworden. Bei den H-Blockx war ja die Hauptbotschaft, dass wir keine Botschaft haben.“ Die Zeiten sind vorbei, Wehland sagt, dass er Fußstapfen setzen, Spuren im Sand hinterlassen will. „Das aktuelle Album ist der erste Versuch, das auszudrücken, was mir wichtig ist.“ Vom Leben erzählen, nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Und dann ein ganz großer Satz: „Ich will Vorbild sein.“

Das aktuelle Album ist der erste Versuch, das auszudrücken, was mir wichtig ist.

Henning Wehland

Vor ein paar Wochen erlebte er einen Rückschlag. Wehlands Bandkollege bei den Söhnen Mannheims, Xavier Naidoo , schrieb und sang einen Song, dem Kritiker rechte Tendenzen unterstellten. Man merkt, dass sich Wehland gerne ausführlicher zu dem Song und dem Skandal, der folgte, äußern möchte, doch er bleibt auch in diesem Moment ganz Profi. „Ich bin und bleibe Teil der Söhne Mannheims , ein Kollektiv, auf das ich stolz bin“, sagt der 46-Jährige.

Henning Wehland 2017 bei den "Schloss Classix" in Münster

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  • Henning Wehland spielt am Sonntagmittag, 6. August 2017, ein Open-Air-Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Es ist sein erster Auftritt in Münster, seit sein Album "Der Letzte an der Bar" erschienen ist.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland stammt aus Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Es war das dritte Konzert im Rahmen der "Schloss Classix" auf dem Schlossplatz in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Vorprogramm spielte Jan Löchel, ebenfalls Münsteraner und alter Weggefährte von Henning Wehland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland genoss das Heimspiel sichtlich.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bekannt wurde Wehland als Sänger der H-Blockx.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Das aktuelle Album von Henning Wehland heißt "Der Letzte an der Bar".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das aktuelle Album von Henning Wehland heißt "Der Letzte an der Bar".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Vorprogramm spielte Jan Löchel, ebenfalls Münsteraner und alter Weggefährte von Henning Wehland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Vorprogramm spielte Jan Löchel, ebenfalls Münsteraner und alter Weggefährte von Henning Wehland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Vorprogramm spielte Jan Löchel, ebenfalls Münsteraner und alter Weggefährte von Henning Wehland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Vorprogramm spielte Jan Löchel, ebenfalls Münsteraner und alter Weggefährte von Henning Wehland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Vorprogramm spielte Jan Löchel, ebenfalls Münsteraner und alter Weggefährte von Henning Wehland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Vorprogramm spielte Jan Löchel, ebenfalls Münsteraner und alter Weggefährte von Henning Wehland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Vorprogramm spielte Jan Löchel, ebenfalls Münsteraner und alter Weggefährte von Henning Wehland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Vorprogramm spielte Jan Löchel, ebenfalls Münsteraner und alter Weggefährte von Henning Wehland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Jan Löchel, ebenfalls Münsteraner und alter Weggefährte von Henning Wehland, spielt ebenfalls in der Band.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Henning Wehland beim Konzert in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier

Ein Kollektiv mit Meinungen

Ein Kollektiv, in dem jeder seine Meinung sagen dürfe. Ja, sagt er, Naidoos Song sei „provokativ“. Sofort schiebt Wehland hinterher, wie sehr er Pegida und AfD ablehnt, politisch überhaupt nichts mit Rechts am Hut habe, ganz im Gegenteil. Der Sänger sucht nach Worten, überlegt lange, bevor er antwortet – man spürt, dass ihm diese Erfahrung lieber erspart geblieben wäre.

Zurück nach Berlin, auf die Terrasse des 25hours, wo inzwischen die Sonne verschwunden ist. Das Telefon klingelt, Kira, seine Frau, erkundigt sich, wie lange es noch dauert – nicht mehr lange. Nach einer Viertelstunde holt sie ihn ab, zu Fuß geht es weiter ins Hotel Ellington neben dem KaDeWe, die beiden sind zum Essen eingeladen, halb beruflich, halb privat. „Hier habe ich früher geskatet“, sagt Wehland, als er am Brunnen neben der Gedächtniskirche vorbeigeht. War er gut? „Ja, schon“, sagt Wehland und lächelt. Dann überquert er mit Kira den Ku‘damm und verschwindet zum nächsten Termin.

Schloss Classix - das Programm

4. August, 19.30 Uhr

„Italia, Mi Amore“Die Neue Philharmonie Frankfurt spielt Opernarien und Duette zum Beispiel aus dem „Barbier von Sevilla“, „Rigoletto“ und „Turandot“ sowie im zweiten Teil große italienische Filmmusik aus Klassikern wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „La Strada“.

Tickets ab 60 Euro

5. August, 19.30 Uhr

„Symphonic Rock in Concert“

Queens „Bohemian Rhapsody“, Van Halens „Jump“ oder – ganz modern – „Skyfall“ von Adele: Sie sind nicht nur Songs, sondern opulente Werke im klassischen Sinn. Die Neue Philharmonie Frankfurt präsentiert sie und viele mehr im neuen orchestralen Gewand mit Gesangssolisten und Henning Wehland als Special Guest. Tickets ab 60 Euro

6. August, 12 Uhr

„Der Letzte an der Bar“

Henning Wehland und seine Band spielen die Songs seines aktuellen und gleichnamigen Albums in lässiger Atmosphäre bei einem seltenen Heimspiel.

Tickets ab 29 Euro

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