Afrikanische Gemeinde feiert in der Dominikanerkirche
Traugottesdienst auf Eritreisch: Fünf Stunden für das Jawort

Münster -

In deutschsprachigen Gottesdiensten geht der Trend zur Kürze. Den eritreisch-orthodoxen Christen hingegen kann die Feierlichkeit nicht ausgiebig genug sein: fünf Stunden dauerte die Trauung von Rahwa Aron und Hidray Goitom in der Dominikanerkirche.

Sonntag, 30.07.2017, 19:07 Uhr

Das Brautpaar beim Auszug aus der Dominikanerkirche.
Das Brautpaar beim Auszug aus der Dominikanerkirche. Foto: Maria Conlan

Etliche Schuhpaare säumten das Kirchenportal der Dominikanerkirche. In der Kirche parkten rechts und links vom Eingang zahlreiche Kinderwagen. Alle Stühle zwischen den ausgestellten Skulpturen und dem großen Münsterschaubild waren besetzt. Dabei war langes Stehvermögen nötig: Über fünf Stunden dauerte der Gottesdienst der eritreisch-orthodoxen Gemeinde St. Raphael am Samstagvormittag. Es ging sehr feierlich zu bei der kirchlichen Hochzeit der Münsteraner Rahwa Aron und Hidray Goitom.

In den rechten Kirchenbänken saßen die Frauen, das Haar mit einem Tuch verhüllt, links die Männer. Die meisten Gottesdienstbesucher trugen lange weiße Gewänder, der Chor zusätzlich blau-weiße Kopfbedeckungen und Schärpen. Ganz vorn saß das Brautpaar mit seinen Trauzeugen. Die beiden trugen gelbe Festgewänder und rot-silberne Kopfbedeckungen. Drei Priester aus Köln und Dortmund zelebrierten. Als die Gemeindemitglieder sich nach dem Gottesdienst trommelnd und singend auf dem Kirchvorplatz versammelte, wurden sie von vielen Passanten bestaunt. So etwas bekommen die Münsteraner eher selten zu sehen.

Eritreisch-orthodoxer Hochzeits-Gottesdienst: Fünf Stunden für das Jawort

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  • In deutschsprachigen Gottesdiensten geht der Trend zur Kürze. Den eritreisch-orthodoxen Christen hingegen kann die Feierlichkeit nicht ausgiebig genug sein: Fünf Stunden dauerte die Trauung von Rahwa Aron und Hidray Goitom in der münsterischen Dominikanerkirche. Foto: Maria Conlan
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Dabei wünschen sich die 400 Gemeindemitglieder der eritreischen Gemeinde einen festen Ort für ausführliche Gottesdienste. Momentan können sie sonntags zwei Stunden lang die Dominikanerkirche nutzen, was nur der Hälfte eines regulären Gottesdienstes entspricht. Erstaunlich, wie geduldig die Kinder die Liturgie mitfeierten. Für deutsche Gäste blieb vieles unverständlich: So wurde die Bibel von einem silbernen Tuch umhüllt und mit einem roten Baldachin bedeckt durch die Reihen getragen und jedem Gläubigen ermöglicht, das Buch mit Stirn und Lippen zu berühren. Nach den Säuglingen und Kindern erhielt das Brautpaar die Kommunion. Im Anschluss an die kirchliche Feier wurde traditionell im Gemeindesaal der Geistkirche weitergefeiert.

Der Kölner Priester konnte nur bis zum Hochzeitsessen bleiben, denn er musste zur nächsten Trauung – in Ulm.

Eritreisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche

Die Eritreisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche ist eine christliche altorientalische Kirche in Eritrea. Die Kirche, die sich infolge der Selbstständigkeit Eritreas 1993 von der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche abspaltete, hat laut Wikipedia zwei Millionen Mitglieder – fast ausschließlich in Eritrea. Sie ist die jüngste unter den Orientalisch-Orthodoxen Kirchen. Sie ist erst seit 1998 eine Patriarchatskirche und seitdem jurisdiktionell völlig eigenständig und unabhängig von ihrer Mutterkirche, der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche, von der sie in Liturgie und Lehre aber nahezu ununterscheidbar ist. Die Eritreisch-Orthodoxe Kirche nennt sich selbst „Eritreisch-Orthodoxe Tewahedo Kirche“, womit sie die Einheit der göttlichen und menschlichen Natur in der Person Jesu Christi besonders hervorhebt („Tewahedo“ bedeutet „Einheit“), heißt es bei „cremisan.de“.

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