Die neuen Planungen für die Ostseite
Das neue Tor zum Hansaviertel

Münster -

Im Osten geht die Sonne auf: Die Schmuddelecke des Bahnhofs wird neu gestaltet. Stadt und Investoren präsentierten am Donnerstag die Pläne für die Bahnhofs-Ostseite.

Donnerstag, 03.08.2017, 17:53 Uhr

In Sachen Hauptbahnhof-Ostseite versucht Hartwig Schultheiß den Spagat. „Wir sind noch nicht so weit, dass die Tinte trocken ist“, warnt der Stadtdirektor. Die Politik habe dem Entwurf noch nicht zugestimmt, ein Vertrag sei längst nicht unterschrieben. Und dennoch: „Das Projekt ist reif für die Öffentlichkeit.“ Der Planungsausschuss werde dem Rat empfehlen, es genau so umzusetzen.

Am Bremer Platz soll demnach ein neues Bahnhofsgebäude entstehen, dessen Grundfläche, 7800 Quadratmeter, etwa seinem Gegenstück auf der Innenstadtseite entspricht – mit dem es eine architektonische Klammer bilden wird. Herzstück des 60-Millionen-Euro-Projekts ist das verglaste, extra hohe Erdgeschoss, das zwei geräumige Eingänge zu den beiden Bahnhofstunneln bietet, ferner den Eingang zur Radstation, die Einfahrt zur öffentlichen Tiefgarage und bahnhofstypische Geschäfte, unter anderem einen Supermarkt.

Dieses Erdgeschoss wird mit einem schwungvollen Dach gedeckelt. Und darauf wiederum entstehen, umgeben von begrünten Innenhöfen, drei voneinander unabhängige, individuelle Baukörper, über deren Nutzung noch zu diskutieren wäre. Denkbar sind etwa ein Hotel links, ein Wohngebäude mit anspruchsvollen Single-Wohnungen in der Mitte und Büroflächen rechts. Bei diesem starken Standort sei es überhaupt kein Problem, Mieter zu finden, betont Norbert Hermanns vom Vorstand des Investors, der Landmarken AG aus Aachen. Die ersten Interessenten hätten sich schon vor Monaten gemeldet: „Der Bedarf ist groß.“

Foto: Heinrich Weßling

Architekt Kilian Kada erläutert die Details – besonders die Anbindung an den Bremer Platz, dessen 80er-Jahre Park-Architektur mit Pergola und Brunnen nicht nur erhalten bleibt, sondern durch den eleganten neuen Bahnhof erst recht zur Geltung kommen soll: „Der Bremer Platz ist ein Entree ins Hansaviertel. Er soll auch ein Entree in die Altstadt sein.“ Die Bremer Straße, die als wichtige Durchfahrt erhalten bleibt, soll zu einer gemeinsamen Fläche für Fußgänger, Radfahrer, Fernbusse und den „Kiss-and-Ride“-Verkehr werden. Taxis und Linienbusse hingegen finden ihr Revier eher auf der Innenstadtseite.

Die Radstation mit über 2000 Stellplätzen – die im Idealfall gemeinsam mit der bereits bestehenden Station betrieben wird – war eine verbindliche Vorgabe der Stadt an die Planer. Durch den Neubau werden freilich viele freie Stellflächen verdrängt. Hartwig Schultheiß deutet an, dass es dafür an der Kleinen Bahnhofstraße, auf dem Bremer Platz selbst und eventuell auch im Hamburger Tunnel Ausweichflächen geben könnte.

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