Känguru-Junges im Zoo
Kleine „Sonne“ lässt Nacke strahlen

Münster -

Tierpfleger Ralf Nacke hat es fast geschafft. Seit knapp drei Monaten zieht er ein Känguru-Waise in einem Rucksack groß. Nun soll das Beuteltier bald in die Gruppe der hüpfender Artgenossen im Zoo integriert werden.

Dienstag, 15.08.2017, 10:08 Uhr

Selfie mit „Alinga“: Tierpfleger Ralf Nacke und der hüpfende Nachwuchs waren auch beim letzten Kängurutreff am Montag im Allwetterzoo wieder ein Besucher-Highlight.
Selfie mit „Alinga“: Tierpfleger Ralf Nacke und der hüpfende Nachwuchs waren auch beim letzten Kängurutreff am Montag im Allwetterzoo wieder ein Besucher-Highlight. Foto: Helmut P. Etzkorn

„Alinga“ macht inzwischen schon große Sprünge und der Tag rückt näher, wo es seine „Kinderstube“ im Rucksack des Zoopflegers Ralf Nacke endgültig verlassen muss.

„Noch ein paar Tage, dann kommt es in die Freianlage. Unser Waisenkind soll sich mit der Bennettdame ,Pandora´ anfreunden“, sagt Zoo-Sprecherin Steffi Heeke am Montag beim letzten „Kängurutreff“ im Tierpark am Aasee. Wieder waren viele hundert Besucher gekommen, um das Jungtier in seinem kleinen Auslauf beobachten und fotografieren zu können.

"Alinga" lebt im Rucksack

„Alinga“ lebt seit knapp drei Monaten im künstlichen Beutel und wird von Nacke während der täglichen Arbeit im Vogelrevier auf dem Rücken spazieren getragen. „Dem Känguru ist es egal, ob der Beutel vorn oder hinten ist. Hauptsache warm und kuschelig“, so Nacke.

Nachdem „Alinga“, wie das Kängurumädchen von den Lesern dieser Zeitung getauft wurde, Ende April erstmals aus dem Beutel der Mutter schaute, spielte sich wenig später ein tierisches Drama ab. Die Mutter hatte eine Entzündung im Kieferbereich und musste eingeschläfert werden.

Kurzerhand nahm Nacke das Waisentier bei sich auf, daheim übernachtet „Alinga“ in einem Wäschekorb. Anfangs brauchte es alle zwei Stunden eine laktose­freie Spezialmilch, inzwischen ist der kleine Hüpfer schon weitgehend auf feste Nahrung wie Haferflocken, Möhren und Äpfel umgestiegen.

Tierpfleger Ralf Nacke kümmert sich um verwaistes Känguru

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  • Die Mutter dieses kleinen Kängurus, das vor zwei Monaten im Allwetterzoo Münster geboren wurde, musste wegen einer schweren Entzündung eingeschläfert werden.

    Foto: hpe
  • Seitdem zieht Tierpfleger Ralf Nacke das verwaiste Jung-Känguru groß.

    Foto: hpe
  • Er transportiert die kleine Känguru-Dame in einer Umhängetasche.

    Foto: hpe
  • Auch in diesem Beutel fühlt sich das Jungtier wohl.

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  • Ralf Nacke gibt dem kleinen Hüpfer die Milchflasche.

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  • Die Aufzucht des Kängurus per Hand sei nur „zweite Wahl“, in diesem Fall aber unvermeidbar gewesen.

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  • Jetzt soll das Jungtier langsam an die Känguru-Gruppe gewöhnt werden.

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  • Wie soll das kleine Känguru heißen? WN-Leser können Vorschläge einreichen.

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  • Vorschläge können per E-Mail an redaktion.ms@zeitungsgruppe.ms oder Online-Formular eingereicht werden. Es gibt Zoo-Jahreskarten zu gewinnen.

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  • Bei erfolgreichem „Rasentraining“ soll der noch namenlose Nachwuchs künftig auch ohne Pfleger in der begehbaren Känguru-Außenanlage zu sehen sein.

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Der „bewegende Rucksack“ ist immer wieder ein Thema, wenn Nacke einkaufen geht oder im Biergarten sitzt. „Auf die Frage, was sich denn dort im Rucksack bewege, kommt immer wieder ein ungläubiges Staunen, wenn ich vom Känguru rede“, sagt der Pfleger.

Rucksack sorgt für Erstaunen

Allerdings öffnet er den Beutel niemals und überlässt es der Fantasie der Passanten, was denn wohl drin ist im Leinenbeutel. Und amüsiert sich so ganz nebenbei köstlich über die Vermutungen, die vom Kaninchen bis zum Papagei reichen.

Inzwischen steckt „Alinga“, die in einem Handtuch eingewickelt die meiste Zeit des Tages im Rucksack döst, schon mal vorwitzig den kleinen Kopf aus dem zehn Zentimeter geöffneten Reißverschluss des Beutels. „Dann ist das Erstaunen schon groß“, schmunzelt ­Nacke.

Tiere im Allwetterzoo Münster

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  • Pelikane, Tiger, Erdmännchen & Co.: Entdecken Sie mit unseren Bildern den Allwetterzoo!

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Noch gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Schnee? Der Gepard trägt es mit Fassung.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht braun, so ein syrischer Braunbär...

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tiger Fedor kam im Juli 2017 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein lustiges Outfit tragen die Bongos.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ist das bequem? Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Bad in der Sonne: ein amerikanischer Nasenbär.

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  • Hier fürchtet ihn niemand: Der Wolf ist im Zoo willkommen.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nein, das juckt nicht: Ein Vogel ist auf dem Nashorn-Horn gelandet . . .

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • . . . und fliegt wieder weg.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Zwei Pelikane.

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  • Ein Pelikan.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Eine stolze Pracht trägt der Kronenkranich.

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  • Er ist klein, und dann duckt er sich auch noch: ein junger Straß.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Im Afrika-Berich gibt es auch Defassa-Wasserböcke.

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  • Tigerin Nely wundert sich, dass das Wasser in ihrem Gehege zugewuchert ist.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Auch sie landen im Zoo: Störche.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Immer auf der Hut: Erdmännchen.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein durstiger Defassa-Wasserbock.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Geduckt: ein Strauß.

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  • Kronenkranich.

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  • Diese Wildkatze hat Punkte - also ist es ein Gepard.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Brillenpinguine leben eigentlich an der afrikanischen West- und Südküste, deshalb finden sie es in Münster nicht viel zu warm.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Bongos sehen komisch aus.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gänsegeier im Schnee

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gepard

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  • Brillenpinguine

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  • Ein Trampeltier mit Schnee-Schnute.

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  • Ein Wolf.

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  • Syrischer Braunbär.

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  • Gepard im Schnee.

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  • Ein Wolf lugt hervor.

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  • Wer erkennt die Unterschiede? Die Tiger Nely (links) und Fedor.

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  • Bauchlandung: zwei Brillenpinguine.

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  • Kaum bekannt, aber auch niedlich: ein chinesischer Muntjak.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Oran Utan

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner

Im Auto werden Beutel samt Bewohner auf dem Rücksitz angeschnallt, lieber allerdings ist „Alinga“ als Begleiter mit dem Fahrrad unterwegs. „Der frische Fahrtwind gefällt ihr“, so Nacke. Als er einmal im Biergarten saß und Buchenblätter abzupfte, die dann langsam im Rucksack verschwanden, war eine Bedienung schon fast etwas geschockt. „Ich habe sie dann aufgeklärt, aber gelaubt hat die junge Frau das wohl bis heute nicht“, so der Pfleger.

Der Abschied wird schwer

Seit dem 27. Mai, als die ungewöhnliche Mensch-Tier-Beziehung begann, hat „Alinga“ kräftig zugenommen. Statt 680 wiegt sie nun 1800 Gramm und „der Rucksack wird langsam schwer“, so Nacke.

Trotzdem wird ihm und besonders den beiden Töchtern daheim der Abschied von kleinen und kuscheligen Beuteltier schwer fallen. „Das muss aber sein, schließlich soll sich „Alinga“ in unsere Kängurugruppe eingewöhnen“, so Heeke.

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