Erreger in der Wasserleitung
Legionellenbefall: Acht-Parteien-Haus am Hansaring betroffen

Münster -

Wenn Wasserleitungen nicht regelmäßig mit heißem Wasser gespült werden, droht Legionellenbefall. Bewohner eines Hauses am Hansaring wurden jetzt vor den Erregern gewarnt.

Donnerstag, 24.08.2017, 17:08 Uhr

Wenn Legionellen in der Wasserleitung nachgewiesen wurden, heißt  es Vorsicht beim Duschen.
Wenn Legionellen in der Wasserleitung nachgewiesen wurden, heißt  es Vorsicht beim Duschen. Foto: colourbox.com

Delano Graf verzichtet schon seit einer Woche auf die Dusche in seiner Wohnung am Hansaring 27. Nicht freiwillig, in den Wasserleitungen des Acht-Parteien-Hauses wurde mittlerer Legionellenbefall festgestellt. Am Freitag wurde den Bewohnern der Befund mitgeteilt.

Die Hausverwaltung machte in einem Brief darauf aufmerksam, dass jegliche Tätigkeit, bei der warmes Wasser fein zerstäubt wird, nach Möglichkeit vermieden werden solle. Immungeschwächte Personen und Menschen mit Lungenerkrankungen sollten sich mit ihrem Arzt beraten, bei akuten Atemwegsbeschwerden ein Arzt aufgesucht werden.

Am Freitag sollen die Wasserleitungen im Haus am Hansaring mit 70 Grad heißem Wasser durchspült werden, danach sollten keine Legionellen mehr nachweisbar sein, meint auch Dr. Michael Lürwer vom städtischen Gesundheitsamt. Dort gehen alle paar Tage Meldungen über Legionellenbefall in Wasserleitungen ein, der Fall am Hansaring sei also gar nichts Besonderes für die Behörde, so Lürwer.

Nach dem Urlaub heißes Wasser laufen lassen

Nach der Trinkwasserverordnung müssen Eigentümer größerer Wohnobjekte regelmäßig das Trinkwasser überprüfen lassen. „Die meisten beauftragen damit Sanitär- und Heizungsfirmen“, so Lürwer. Wird eine erhöhte Konzentration von Legionellen gemessen, müssen die Leitungen in der Regel heiß durchgespült werden. Manchmal sei es auch nötig, ein Desinfektionsmittel für die Spülung zu benutzen.

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„Legionellen fühlen sich wohl bei Temperaturen von 35 bis 50 Grad“, so Lürwer. Die Temperatur des Warmwassers sollte also mindestens auf 60 Grad eingestellt werden. Allen, die nach einem Urlaub wieder nach Hause kommen, empfiehlt er, zunächst einmal heißes Wasser aus den Leitungen laufen lassen, um die Erreger abzutöten. Das Einatmen von mit Legionellen verseuchtem Wasserdampf kann Atemwegsbeschwerden und Fieber hervorrufen.

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