„Jüppi“ als treuer Begleiter
Hauptzollamt: Beamtenlaufbahn bei jungen Leuten wieder angesagt

Münster -

„Jüppi“ heißt das Maskottchen vom Hauptzollamt in Münster. Der „standhafte“ Kollege begleitet Alina Goldenstein und Stefan Staubermann bei ihrer jeweiligen Ausbildung im Hauptzollamt Münster. Beide sind neu in der Behörde. Das Imageproblem von Beamten ist ihnen nicht fremd, aber damit, sagen die jungen Leute übereinstimmend, hätten sie kein Problem.

Freitag, 25.08.2017, 10:08 Uhr

Maskottchen „Jüppi“ begleitet Alina Goldenstein und Stefan Staubermann bei der Beamtenlaufbahn im Hauptzollamt Münster.
Maskottchen „Jüppi“ begleitet Alina Goldenstein und Stefan Staubermann bei der Beamtenlaufbahn im Hauptzollamt Münster. Foto: gh

Im Gegenteil: Alina Goldenstein und Stefan Staubermann sehen für sich die Zukunftschancen in der Beamtenlaufbahn, die sie jetzt einschlagen. Außerdem, sagen sie, verdienen sie bereits Geld.

Ihre erste Amtshandlung haben die neuen Mitarbeiter auch schon hinter sich. Die Leiterin des Hauptzollamtes Münster, Astrid Scholz , vereidigte 36 Anwärter des mittleren und gehobenen Zolldienstes. Alina Goldenstein und Stefan Staubermann gehören zu diesem Kreis der Beamten auf Widerruf.

Die Imagefrage ist für die beiden jungen Leute kein Problem. Neben ihren Karrierechancen, sehen die Auszubildenden den Vorteil ihrer Berufswahl darin, dass sie später nach Abschluss der Ausbildung und des dualen Studiums keine befristeten Anstellungsverträge haben werden.

Beamtenlaufbahn bei jungen Leuten wieder im Trend

Ein Volltreffer für die beiden Hobbyfußballer? Offensichtlich ist eine Beamtenlaufbahn bei jungen Leuten wieder im Trend, bestätigt auch Britta Flothmann, Sprecherin des Hauptzollamtes Münster. Sie berichtet von aktuell 1000 bis 1100 Bewerbungen, aus denen zunächst nach Noten, dann nach einem Test und einem Gespräch gesiebt wurde.

Alina Goldenstein ist glücklich, dass sie diese Hürden für den gehobenen Dienst genommen hat. Ihre Eltern habe sie mit dem sicheren Arbeitsverhältnis überzeugen können. Ihre Freunde seien geteilter Meinung, sagt die 18-Jährige: „Aber Vorurteile gibt es halt überall.“ Dabei seien viele aus ihrem Abiturjahrgang noch im Ausland unterwegs oder leisteten ein Freiwilliges Soziales Jahr. Viele wüssten nicht, welchen Weg sie einschlagen sollen. Alina Goldenstein studiert dagegen am Fachbereich Finanzen der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Münster. Ab Februar beginnt die Praxis im Zollamt.

Einige Hürden sind zu nehmen

Für Stefan Staubermann ist der Zoll ein Glücksfall. Der 30-Jährige spricht von einem sicheren Job. Er habe den Zoll früher nie so auf der Schiene gehabt.

Staubermann ist gelernter Einzelhandelskaufmann im Bereich der Telekommunikation. Dort sah er keine Perspektiven mehr. Nach zehn Jahren im Vertrieb eines Anbieters wechselte er und setzte alles auf die Karte Zoll.

Für den Test musste er büffeln, das Bewerbungsgespräch lag ihm mehr. Am Tag danach kam die gute Nachricht, dass er für den Weg geeignet sei. „Das hat mich super gefreut“, zieht Stefan Staubermann Bilanz. Der Gesundheitscheck und das Sportabzeichen in Bonze, das für ihn im mittleren Dienst Pflicht ist, waren nur noch reine Formsache. Jetzt besucht er mit allen Anwärtern des mittleren Dienstes, die bundesweit beim Zoll eingestellt worden sind, die Einführungslehrgänge in Münster. Mitte Januar geht es in die Zwischenprüfung, dann folgt die einjährige Praxis.

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