Bundestagswahl
Wahlplakate gestohlen, zerrissen, angesteckt - Parteien erstatten Anzeigen

Münster -

Im gesamten Stadtgebiet häufen sich die Angriffe auf Wahlwerbung. Keine der größeren Parteien wurde dabei verschont. Immerhin: Der Polizei gelang es, einen 21-jährigen Täter zu stellen.

Freitag, 25.08.2017, 21:00 Uhr
Beschädigtes SPD-Plakat an der Kanalstraße
Beschädigtes SPD-Plakat an der Kanalstraße Foto: Oliver Werner

Der 21-Jährige kommt nicht mal aus Münster – dennoch riss der Nordhorner an der Warendorfer Straße Wahlplakate mit dem Konterfei des münsterischen SPD-Bundestagskandidaten Robert von Olberg ab. Die Polizei bekam das mit – und schrieb eine Strafanzeige.

Diese Attacke auf Wahlplakate ist kein Einzelfall. In den vergangenen Wochen wurde Werbung aller größeren Parteien Ziel von Vandalismus – ohne dass die Täter gestellt werden konnten.

Frust bei den Grünen

Die CDU hat bereits mehrere Anzeigen erstattet. Es wurden Köpfe aus Plakaten geschnitten, Plakate zertreten und angesteckt, berichtet die Partei. Eine Stellwand an der Mecklenbecker Straße sei wiederholt beschädigt worden.

Plakate der SPD wurden in Gievenbeck gleich straßenweise wieder entfernt, an der Kanalstraße wurde eine Stellwand beschädigt. Eine Anzeige sei erstattet worden, berichtet die Partei. Der Vandalismus sei „frustrierend“, da man „viel Geld und Zeit“ in Plakatierungen stecke.

Auch bei den Grünen macht sich Frust breit. Ein Großplakat an der Ecke Kolde-Ring/Von-Witzleben-Straße werde immer wieder beschädigt, sobald es die Partei wieder in Schuss gebracht hat. „Das hält nicht eine Nacht“, so eine Sprecherin. Nächste Woche werde man Anzeige erstatten.

Auch bei Plakaten der Linkspartei sei bereits „ziemlich zugelangt“ worden, so ein Sprecher. Die Partei hat den Eindruck, dass die Situation diesmal schlimmer ist als bei den letzten Wahlkämpfen.

AfD plakatiert nicht im Zentrum

„Erheblichen Vandalismus“ gab es bei der FDP. Innerhalb von zwei Wochen wurde jedes fünfte Großplakat beschädigt, umgetreten oder zerstört, außerdem wurden unzählige kleine Plakate beschmiert, be­schädigt oder abgerissen, berichtet die Partei. Der Sachschaden bewege sich in Münster bereits im vierstelligen Euro-Bereich.

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Die AfD plakatiert gar nicht erst im Zentrum, um Vandalismus aus dem Weg zu gehen. Bei den letzten Wahlkämpfen seien 80 Prozent der AfD-Plakate be­schädigt worden, heißt es.

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