Sahra Wagenknecht in der Stadthalle Hiltrup
Rezepte gegen den „entfesselten Kapitalismus“

Münster -

Sahra Wagenknecht las am Samstag in der Stadthalle Hiltrup aus ihrem Buch über den Kapitalismus vor. 320 Zuhörer erlebten den Auftritt der Linken-Politikerin live mit.

Sonntag, 27.08.2017, 19:08 Uhr

In der Stadthalle Hiltrup: Die Linken-Politikerin und Volkswirtin Sahra Wagenknecht.
In der Stadthalle Hiltrup: Die Linken-Politikerin und Volkswirtin Sahra Wagenknecht. Foto: Oliver Werner

Reichtum ohne Gier – wie funktioniert das? Rund 320 aufmerksam lauschende Zuschauer waren am Samstag in die Stadthalle Hiltrup zu einer Lesung der Agentur Weverinck gekommen, um die Vorschläge der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht zu diesem Thema zu hören. Eigentlich sollte sie schon im März stattfinden, doch da war Wagenknecht erkrankt. Die promovierte Volkswirtin hat ein Buch geschrieben, das sogar in der konservativen Frankfurter Allgemeinen Zeitung großes Lob gefunden hat. Sie sieht unsere Zeit als völlig aus den Fugen geraten an. Ursache: Der entfesselte Kapitalismus.

„Die reichsten ein Prozent der Weltbevölkerung besitzen inzwischen mehr als alle anderen auf der Erde lebenden Menschen zusammen“, las Wagenknecht vor. Weder Fleiß, Qualifikation noch Zweit- und Drittjobs seien Garant dafür, sich und seiner Familie ein sorgenfreies Leben sichern zu können: „Die Flut, die einst alle Boote heben sollte, trägt nur noch die Luxusjachten.“

Was also tun? Wagenknecht stellte im Gespräch mit Moderatorin Claudia Kramer-Santel , Politik-Redakteurin unserer Zeitung, ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor: von neuen kollektiven Unternehmensformen bis hin zur Umstrukturierung des Finanzwesens. Skeptisch sieht die Fraktionsvorsitzende der Linken die EU und auch den Euro in den bestehenden Formen, was viele ihr als einen eher rechten Kurs ankreiden: Wagenknecht akzentuiert in der Tat besonders nationalstaatliche Lösungen, weil sie fürchtet, große supranationale Institutionen seien Einfallstor für Lobbyismus. Auch das bedingungslose Grundeinkommen, das ihre Partei fordert, sieht sie alles andere als erstrebenswert an. Kontroverse Einsichten, die in einer regen Diskussion vertieft wurden. Zum Schluss signierte Wagenknecht noch Bücher – bevor es weiterging Richtung Berlin . . .

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5106430?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Wiedersehensfreude in Albachten
Große Wiedersehensfreude in Albachten: Mama Honorata und Christian Schlichter von den Maltesern mit Agata. Dem polnischen Mädchen geht es dank der Operation in Münster erheblich besser.
Nachrichten-Ticker