Reaktionen münsterischer Politiker
Ein Duell – oder nur ein Duett?

Münster -

Wie kam das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Martin Schulz am Sonntag bei münsterischen Politikern an? Unsere Zeitung hat nachgefragt.

Montag, 04.09.2017, 18:09 Uhr

Das TV-Duell zwischen Kanzlerin Merkel und Herausforderer Schulz lockte am Sonntagabend im Marktcafé zahlreiche Zuschauer an.
Das TV-Duell zwischen Kanzlerin Merkel und Herausforderer Schulz lockte am Sonntagabend im Marktcafé zahlreiche Zuschauer an. Foto: Matthias Ahlke

Mehr als 16 Millionen Menschen verfolgten am Sonntagabend das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Martin Schulz . Wer hinterließ den besseren Eindruck? Bei Münsters Bundestagskandidaten und Kommunalpolitikern gehen die Meinungen auseinander.

Für Sybille Benning ( CDU ) steht fest: Merkel hat klar überzeugt. „Sie ist souverän aufgetreten und hat durchgehend sachlich und kompetent geantwortet“, sagt die Bundestagsabgeordnete. Sie hätte sich allerdings mehr Raum für Themen wie Bildung, Familie und Wirtschaft gewünscht.

SPD-Kandidat Robert von Olberg sieht Schulz vorn: „Er hat konkrete Vorschläge gemacht, was geschehen muss – und nicht nur oberflächlich Ziele beschrieben.“ Für die Wochen bis zur Wahl erhofft er sich „einen Schub“ für den SPD-Wahlkampf.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink meint: „Das war kein TV-Duell, sondern ein TV-Duett.“ Schulz habe Merkel an einigen Stellen in Bedrängnis bringen können – „doch wirklicher Mut zum Wandel war bei ihm nicht zu spüren“. Vermisst hat sie das Thema Klimawandel.

Jörg Berens, FDP-Bundestagskandidat, nahm Merkel als „in weiten Teilen souverän und staatsmännisch“ wahr. Schulz sei eher nervös dahergekommen. Merkel und Schulz hätten auf ihn gleichwohl wie ein Ehepaar gewirkt, das beim Paartherapeuten sitzt.

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel fand „beide gleich schlecht“. Viele heiße Eisen seien nicht angegangen worden: „Das Duell war in weiten Teilen wirklich zum Einschlafen.“

Für Michael Jung (Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion) war Schulz der klare Sieger – „weil er klare Antworten hatte und eine Idee, was er besser machen will“. Merkel habe hingegen „laviert“.

Für den AfD-Bundestagskandidaten Martin Schiller war der Abend nur ein „Scheinduell“, das den Wählern Alternativen vorgaukeln sollte. Die Wahl zwischen Merkel und Schulz – „das ist wie Pest oder Cholera“, meint Schiller.

Der CDU-Parteichef Josef Rickfelder sieht Merkel als klaren Duell-Sieger. Souverän habe sie auf die Fragen geantwortet. Vor allem ihre Haltung in der Türkei-Frage – finanzielle Zuwendungen streichen, aber im Gespräch bleiben – hebt Rickfelder positiv hervor.

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