AfD-Bundestagskandidat Martin Schiller
„Sozial-Staat ohne Grenzen funktioniert nicht“

Münster -

Martin Schiller ist Mitglied der AfD. Aber ihm liegt viel daran, dass er nicht mit Deutschtümelei in Verbindung gebracht wird, wie er zu erkennen gibt. Deshalb betont er gern, dass er zehn Jahre lang in Mexiko gelebt und gearbeitet hat.

Montag, 11.09.2017, 09:00 Uhr
Aus Mexiko hat Martin Schiller (2.v.r.) sein Lieblingsfoto mitgebracht.
Aus Mexiko hat Martin Schiller (2.v.r.) sein Lieblingsfoto mitgebracht. Foto: Privat

Sein Lieblingsfoto stammt aus dieser Zeit, genauer gesagt aus dem Jahr 1999. Als selbstständiger Händler von Stickanlagen für die Textilindustrie betrieb er damals das Unternehmen „Schiltex“. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern präsentierte er moderne Anlagen auf einer Messe in der mexikanischen Stadt Moroleón. Dort entstand das Foto, das er unserer Zeitung zur Verfügung gestellt hat.

Die Textilindustrie sei in Mexiko ein wichtiger Wirtschaftszweig, zumal der amerikanische Markt direkt vor der Haustür liege, blickt Schiller auf diese Zeit zurück. Auch in Münster ist der in Rostock aufgewachsene AfD-Ratsherr der Branche treu geblieben. Sein Unternehmen bedruckt und bestickt Textilien aller Art.

In seiner Zeit in Mexiko begegnete Schiller bereits einem Problem, das ihn heute richtig umtreibt. Es geht um die Grenze zwischen Mexiko und den USA. Selbst von der mexikanischen Seite aus betrachtet, konnte Schiller den Wunsch der Amerikaner nach geschlossenen Grenzen nachvollziehen: „Die Migrationswelle ist zu groß für den Süden der USA“, erklärt er.

Genau das ist jetzt die Botschaft, die er als Bundestagskandidat der AfD vertritt: „Ein Sozialstaat ohne Grenzen funktioniert nicht.“ Jedem Staat müsse Recht zugestanden werden, die Kontrolle über seine Währung und über seine Grenzen ausüben zu können. Damit ist er bei seinen zwei zentralen Kritikpunkten an der aktuellen Politik in Deutschland: Er hält den Euro und die Migration für falsch.

Martin Schiller im Kurzporträt

► Partei: AfD

► Alter: 50 Jahre

► Beruf: Unternehmer

► Familienstand/Kinder: Verheiratet / zwei Kinder (15 und 17 Jahre)

► Hobbys: Ausdauerlauf (Bestzeit Münster Marathon 3:43 Stunden) und Radtouren mit der Familie

► Wohnhaft in Münster seit: 1989-1994, dann wieder ab 2004

► Politisches Vorbild:  Franz Josef Strauß (West), Pfarrer Oskar Brüsewitz (Ost)

► Lieblingsbuch: immer das, was ich gerade lese, zur Zeit: Eugen Ruge „In Zeiten des abnehmenden Lichts“

► Lieblingsgericht: Rib-Eye-Steak, zubereitet im eigenen 800-Grad-Beefer

► Lieblingsort in Münster: Promenade im Frühling

...

Der Euro diene nur den Konzernen. Und wegen der deutlichen Mentalitätsunterschiede zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen sei eine strikte Begrenzung des Zuzugs erforderlich.

Von einem „stumpfen Nationalismus“, wie ihn etwa der AfD-Politiker Björn Höcke vertrete, distanziert sich Schiller. Dass aber Hardliner wie Höcke in der AfD an Einfluss gewinnen, nimmt Schiller hin – und skizziert stattdessen sein „Ideal“ einer AfD.

Sie sollte dort angesiedelt sein, wo früher die CDU stand, „bevor sie unter Merkel nach links driftete“.

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